Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Landesliga: Einige Wechsel stehen beim Ludwigshafener SC an

Einer der Erfahrenen: LSC-Spieler Eleftherios Potsis (rechts) gegen Büchelbergs Kazuaki Nishinaka.
Einer der Erfahrenen: LSC-Spieler Eleftherios Potsis (rechts) gegen Büchelbergs Kazuaki Nishinaka.

Aufsteiger Ludwigshafener SC kämpft in der Landesliga Ost gegen den Abstieg. Die Punktausbeute ist dürftig, dennoch ist ein Ligaverbleib nicht unrealistisch. Der Verein hat sich zu einer überraschenden personellen Veränderung entschlossen.

Nach dem Ende der Hinserie haben sich die Verantwortlichen zusammengesetzt und Bilanz gezogen. „Das Gespräch mit dem Vorsitzenden Tony Poyatos und Spielleiter Markus Rossel habe ich als gut und konstruktiv empfunden“, blickt Trainer Yanick Haag zurück. In einer weiteren Unterredung mit dem Vereinschef zu einem etwas späteren Zeitpunkt habe ihm Poyatos mitgeteilt, dass der Klub mit einem anderen Coach versuchen wolle, den Klassenverbleib zu realisieren. Haag war erst im Sommer mit großen Hoffnungen zu den Rot-Weißen gekommen, sollte den Neuaufbau bewerkstelligen. Rossel erklärte, dass für ihn im Sommer Schluss sei. „Ich unterstütze das Team wie bisher, führe aber keine Gespräche mehr, die die kommende Spielzeit betreffen“, erläutert der Spielleiter.

„Ich bin zuversichtlich, habe eine hohe Erwartung, obwohl uns viele nicht auf der Rechnung haben. Vielleicht reicht es sogar zu einem einstelligen Tabellenplatz“, sagte der 29-jährige Übungsleiter vor der Runde. Gemessen am bisherigen Saisonverlauf eine zu optimistische Einschätzung. Die überschaubare Punktezahl ist in erster Linie auf die fehlende Erfahrung der blutjungen Mannschaft zurückzuführen. Von den regelmäßig eingesetzten Akteuren sind Kapitän Peter Hildebrandt und Defensivallrounder Eleftherios Potsis mit 25 Jahren die ältesten. Die meisten anderen Spieler sind 2003 oder später geboren. Viele bestreiten ihre erste Saison bei den Erwachsenen oder gehören noch den A-Junioren an.

Offensive und defensive Mängel

„Wir haben keine gute Hinserie gespielt. Das ist nicht mein Anspruch“, redet Haag nicht um den heißen Brei herum. Als Beispiel nennt er die beiden Partien gegen den hinter dem LSC platzierten Mitkonkurrenten Hassia Bingen, die sein Team 1:2 und 1:3 verloren hat. Auch gegen andere Mitkonkurrenten wie zu Hause gegen den TuS Knittelsheim (1:4) und die TSG Jockgrim (1:2) sowie bei Phönix Schifferstadt (1:4) ging der LSC leer aus. „Wir hatten zahlreiche leichte Ballverluste und haben im Defensivbereich zu viele Fehler gemacht“, nennt Haag Gründe für die 54 Gegentreffer, die nur das Schlusslicht Fortuna Mombach (62) überbietet. Zu oft seien nach Gegentoren die Köpfe nach unten gegangen.

Aber auch offensiv gab es Mängel. „Mehrfach in der Vorrunde haben wir klarste Chancen vergeben, was zu vermeidbaren Niederlagen geführt hat“, verdeutlicht der Trainer. 22 Treffer hat der LSC erzielt. Am häufigsten jubelte der aus Schifferstadt gekommene Benoit Hiobi mit fünf Toren. Der 21-jährige Mittelstürmer traf an den ersten vier Spieltagen, doch es kam nur noch ein weiterer Treffer hinzu. „Ben ist sehr fleißig, versucht die Vorgaben umzusetzen und bringt alles mit, was ein Stürmer braucht: Einen stabilen Körper, viel Tempo und einen guten Abschluss“, beschreibt Haag den Mann mit der Rückennummer 9. Mehr als zweimal haben sonst nur Dario Passeri und Jason Springer getroffen (jeweils drei Tore).

29 Akteure im Spiel

Bisher haben die Hochfelder schon 29 Akteure eingesetzt. Das belegt, dass der Coach immer wieder versucht hat, neue Impulse zu setzen. Die hohe Zahl liegt aber auch daran, dass wichtige Spieler wie Torwart Yannik Stoffel oder die Abwehrspezialisten Daniele Marchitto und Benjamin Nikezic wochenlang verletzt waren und ersetzt werden mussten. Nur der 22-jährige Jason Springer war in allen 18 Begegnungen am Ball und stand immer in der Startformation. „Jasons Einstellung ist vorbildlich. Er ist lernwillig und hat kein Training verpasst“, preist Haag den vielseitig einsetzbaren Springer.

Neben Hiobi bestritt auch der 19 Jahre alte Heiko Rodach 16 Partien. „Heiko ist ein sehr cleverer und schlauer Spieler, der immer 100 Prozent gibt und sich im Laufe der Hinrunde gesteigert hat“, betont Haag. Mit je 15 Einsätzen folgen Ayoub Alami, Dario Passeri (beide 19) und Luca-Noel Kasperczyk (18), die wie Rodach aus der im Vorjahr erfolgreichen A-Jugend aufgerückt sind. „Ayoub ist technisch stark, hat ein gutes Auge, muss aber mehr Hilfe auf dem Platz annehmen“, sagt der Trainer über den offensiven Mittelfeldspieler Alami. Der pfeilschnelle Rechtsaußen Kasperczyk, der mitunter zu kompliziert agiere, und Linksaußen Passeri, ein Mentalitätsspieler mit gutem Abschluss, bildeten meist die Flügelzange.

Ebenfalls 15 Mal eingesetzt wurde Eigengewächs Joshua Schlischka (24), der nach den Stationen TuS Altleiningen und FV Freinsheim an die Abteistraße zurückgekehrt ist. „Joshua ist charakterstark und wichtig für die Mannschaft. Er ist in jedem Training, obwohl er aus Grünstadt kommt“, lobt Haag. Im Team stecke viel Potenzial. Entscheidend wird sein, ob die Spieler die nötige Geduld aufbringen und nicht beim ersten Gegenwind das Weite suchen. Trotz der schwachen Hinserie beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer nur drei Zähler.

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