Fußball Landesliga: ASV Fußgönheim besiegt in Unterzahl FG 08 Muttestadt 3:2
Jeder Fußballer kennt es: Es gibt Spiele, die vergisst man schnell. Und es gibt Spiele, an die erinnert man sich noch Jahre. In manchen geschehen wenige spektakuläre Szenen. Und in anderen prägen sich sehr viele Situationen ein. Fußgönheim gegen FG Mutterstadt dürfte zumindest für die Erstgenannten definitiv zur letzteren Kategorie zählen.
ASV-Trainer Thomas Gomola: „Wie die Mannschaft heute gekämpft hat. Das war einfach überragend!“ Das Spiel versprach bereits im Vorfeld Spannung. Das schmucke Stadionheft Dropkick deklarierte es als richtungsweisend. Beide lagen in der Tabelle nahezu gleichauf. Lediglich das zwölf Treffer bessere Torverhältnis trennte Mutterstadt, den Achten, vom Neunten.
Entsprechend intensiv wurde die Partie von Anfang an geführt und nahm noch mehr Fahrt auf, als es bereits nach 8 Minuten den ersten Aufreger gab. Fußgönheims Arjan Pajaziti foulte seinen durchgebrochenen Gegenspieler kurz vor dem eigenen Strafraum. Schiedsrichterin Alise Kibsgard-Mörsdorf wertete dies als Notbremse und zückte glatt Rot.
Reithermann fair
„Eine harte Entscheidung“, kommentierte sogar Mutterstadts Sportlicher Leiter, Volker Reithermann, fügte jedoch umgehend an: „Vertretbar war Sie aber definitiv.“ Zu allem Überfluss resultierte aus dem fälligen Freistoß auch noch das 0:1. Tom Schlegel war im Nachsetzen zur Stelle und drückte den vom ASV-Schlussmann abtropfenden Ball per Kopf über die Linie.
Fortan war Mutterstadt um Kontrolle bemüht, der ASV hielt mit viel Kampf dagegen. „Wir haben 20 Minuten gebraucht, um uns zu fangen, danach waren wir aber trotz Unterzahl die bessere Mannschaft“, fasste Thomas Gomola den weiteren Verlauf treffend zusammen. Vor allem in Halbzeit zwei baute die Heimelf stetig Druck auf.
Die 08-er dagegen wirkten zunehmend fahrig. Umso bitterer, dass schon bald der nächste Tiefschlag folgte. Dem umjubelten Ausgleich des gerade eingewechselten Salvatore Saito (65.) folgte weniger als eine Zeigerumdrehung später die erneute FG-Führung. Der Ex-Fußgönheimer Bleart Zegiraj spitzelte eine Hyseni-Flanke an Daisi vorbei und versetzte den aufopferungsvoll kämpfenden ASV-lern damit einen sichtlichen Schock (66.).
Joker stechen
Es mussten zwei Joker stechen, um den Hausherren doch noch den Lohn ihrer Arbeit zu verschaffen. Zunächst veredelte erneut Saito einen Sahnepass von Mittelfeldmotor Evzi Saiti (77.). Kurz darauf ließ Christian Paiva Pereira, zur Halbzeit für Ronny Krause gekommen, alle Dämme im Frigo-Trans-Sportpark brechen (86).
Der 26 Jahre alte Stürmer, vor der Saison ausgerechnet aus Mutterstadt verpflichtet, schloss einen schönen Spielzug über Daniel Fichtner mit einem satten Linksschuss ab. „Es ist wichtig, dass alle immer hundert Prozent geben, auch wenn manche anfangs auf der Bank sitzen. Salvatore und Christian haben das heute überragend gemacht“, sprach Coach Gomola seinen Jokern ein Sonderlob aus.
Anschließend verschwand auch er in einer minutenlangen Jubeltraube. Dort war die Stimmung natürlich deutlich ausgelassener, als auf der anderen Seite, beim Gegner aus Mutterstadt. „Wir waren heute schlecht und haben verdient verloren. Mehr möchte ich gar nicht dazu sagen“, kommentierte ein sichtlich enttäuschter FG-Trainer Marco Malizia die Partie kurz und knapp.
Offenbar nagte die Niederlage noch sehr am Übungsleiter. Nicht mal eine Einschätzung zur kommenden Woche war ihm noch zu entlocken. Mit dem FSV Offenbach haben die 08-er einen weiteren Tabellennachbarn vor der Brust. Fußgönheim trifft dagegen auf ein absolutes Top-Team. Mit dem SV Gimbsheim stellt sich der Tabellenzweite vor. Trainer Gomola rechnet sich dennoch etwas aus: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, so auch dieses“, stellte er klar. Eine Sache gab er seinen Spielern aber vorher noch auf den Weg: „Heute sollen die Jungs erst mal feiern“. Wer könnte es Ihnen nach einem solchen Spiel verdenken.