HANDBALL
Löwen-Fans erleben ein unvergessliches Pokal-Wochenende in Köln
Als Kapitän Patrick Groetzki vor 19.700 Zuschauern die Trophäe in die Höhe hielt, gab es für die „gelbe Fanwand“ kein Halten mehr. Bei Spielern und Fans flossen gleichzeitig die Freudentränen über den nie und nimmer für möglich gehaltenen Pokaltriumph. Die Erwartungen des Anhangs hielten sich im Vorfeld nach vier Bundesliga- Niederlagen in Folge in Grenzen. Die aus Frankenthal stammende Löwen Geschäftsführerin Jennifer Kettemann konnte den Erfolg kaum fassen und war unheimlich stolz auf Mannschaft und Fans. „Das ist eine wunderschöne Momentaufnahme, die wir hier in Köln erleben dürfen. Nach drei harten Jahren feiern die Löwen diesen großartigen Erfolg“, sagte die glückliche Löwen-Chefin.
Auch in der Pfalz wurden den Löwen kräftig die Daumen gedrückt. In Schifferstadt fieberten Claus und Silvia Balzer zusammen mit Iris Dammert in Fan-Montur mit ihren Lieblingen vor dem TV mit. „Oberfan“ Balzer, seit 2006 Löwen-Unterstützer und schon acht Mal beim Pokalfinale in Hamburg live dabei, konnte bei der Premiere in Köln nicht dabei sein. Auch seine Erwartungen waren eher pessimistisch geprägt. „Entweder kriegen wir gegen Flensburg eine richtige Klatsche oder wir holen den Pokal“, orakelte der Vorsitzende vom Fanclub „Alte Garde“. Seine Löwen bekamen gegen die favorisierten Flensburger jedoch Flügel und fegten das Team aus dem hohen Norden verdient mit 38:31 im Halbfinale vom Parkett.
„Das Trauma endlich besiegt“
Unvergessliche Erfahrungen wird auch der 20-jährige Löwen-Rechtsaußen Niklas Michalski mit nach Hause nehmen. Der Youngster erzielte den 38. Treffer gegen Flensburg und war damit jüngster Torschütze des Turniers. Darauf war seine Freundin Alessia mächtig stolz. „Das ist megacool für Niklas. Ich bin das erste Mal bei einem Finale und genieße als Fan und Freundin die super Stimmung“, sagte die früher selbst in Ketsch Handball spielende Alessia. Ihre Freundin Mariella verfügt schon über reichlich Final Four-Erfahrung. Schon als Kind war die aktive Handballerin als Fan mit dabei. „Ich habe bisher alle Niederlagen gegen Flensburg live erleben müssen. Mit diesem grandiosen Erfolg haben die Löwen das Trauma besiegt“, genoss Mariella den Erfolg.
Schon 40 Jahre den Löwen verbunden, früher noch unter dem Namen SG Kronau-Östringen, ist Olaf Weirisch aus Leimen. Der ehemalige Vereinsvorstand hat nicht an das Handballwunder geglaubt. „Ich habe eher mit einer Packung gegen Flensburg gerechnet. Und jetzt holen wir den Pott. Das ist Pokal und auch ein Riesenverdienst unseres Trainers“, erklärte der Leimener. Sein Handballfieber hat auch Freund Helmut Vogel gepackt. Der Rentner war das erste Mal bei einem großen Turnier dabei und genoss sichtlich den Erfolg und die Atmosphäre. „Dieses freundschaftliche Verhältnis der Fans gibt es in vielen anderen Sportarten so nicht. Das ist doch herrlich“, will Vogel jetzt immer dabei sein.
Besonderer Stellenwert
Schon ewig den Löwen treu sind Conny, Gaby und Siggi aus Sankt Leon-Rot. Jedes Mal in Hamburg, also elf Mal dabei, und 2018 erstmals Pokalsieger. Dazu noch zwei deutsche Meisterschaften erlebt und etliche internationale Spiele in halb Europa verfolgt. Das Erlebnis Köln wird für die Mitglieder des Fanclubs Baden Lions und Alte Garde einen besonderen Stellenwert einnehmen. „Wir Fans müssen immer zur Mannschaft stehen. Sie hat uns das auf überragende Art und Weise gedankt“, sagten Conny und Gaby übereinstimmend.
Überzeugte Final Four Besucher sind Bernd, Hajo und Matthias aus Karlsruhe. Die Löwenfans besuchen regelmäßig auch Turniere, wenn ihre Mannschaft nicht vertreten ist. Diesmal war die Reise für das Handballertrio natürlich umso schöner.
Ein schöneres Geburtstagsgeschenk von seiner Frau Gabriella (62) hätte sich Rolf (66) aus Mannheim nicht vorstellen können. Die Finalkarten und zwei Übernachtungen waren zwar nicht billig, aber mit dem Happy End des Pokalsieges hatte sich der Aufenthalt mehr als gelohnt. „Mehr Spannung und Dramatik geht nicht. Köln war absolut eine Reise wert“, fasste Rolf ein traumhaftes Wochenende zusammen.