Ludwigshafen Lässiger Groove

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Heutzutage geht alles ein bisschen schneller mit der Karriere. Erst im dritten Semester ihres Jazzstudiums sind die Mitglieder von der Gruppe Quintessence und doch klingt deren Modern-Jazz schon überaus professionell. Beim Auftritt der fünf Musiker in IG-Jazz-Reihe in der Mannheimer Klapsmühl’ am Rathaus konnte man sich davon überzeugen.

Eine Deutschland-Tour mit gleich 16 Stationen in diesem Monat: das kriegen auch Vollprofis nicht immer so glücklich hin. Aber die fünf jungen Männer sind sehr engagiert, sie wollen was erreichen und sind auf gutem Wege dahin. Kennengelernt haben sie sich noch zu Schulzeiten in einer Karlsruher Bigband, nun studieren sie Jazz in Mainz, Köln, Dresden und einer, der Schlagzeuger Jonas Kaltenbach, in Mannheim. An Kompositionen steuert jeder der fünf etwas bei, einig ist man sich in einem wohlklingenden Modern-Jazz, der auch gewisse Inspiration aus dem Jazz der 60er Jahre nicht leugnet. Geradezu klassisch klingen die Themen der Kompositionen, die schön abgezirkelt im zweistimmigen Satz von Saxophon und Trompete daherkommen. Das klingt elegant, wird bisweilen von starken Rhythmuswechseln belebt. „City Lights“ aus der Feder von Trompeter Max Diller war schon mal eine starke Nummer: über einem ostinaten Bass-Groove entfalteten sich entspannt swingende, nächtlich-urbane Klänge, die der Trompeter am gedämpften Instrument weiterführte in lässig growlende Expressivität. Sinn für entspannte Atmosphäre und lässige Stimmungen haben alle fünf Musiker. Das zeigt sich in der Ballade „Morgensonne“ des Pianisten Samuel Gapp: ausgefeilte Klangfarben wurden hier entwickelt, in samtig nächtlichen Schattierungen, die Dillers Flügelhorn und das Saxophon François Heuns mit sanfte flutenden Klängen beisteuerten. Letzterer spielt das Alt- und Tenorsaxophon gleichermaßen klangschön. Zu hören war dies etwa in Gapps dynamisch pulsierenden Stück „Gravity in Space“. Korbinian Kugler spielt einen klangsatt groovenden Kontrabass, und Schlagzeuger Jonas Kaltenbach begeistert mit fein aufgefächelten Pulsationen und produziert mit Sticks, Filzschlegeln und Besen variantenreiche Percussionsklänge. Früher hat der Mannheimer Drummer gerne Fußball und Tennis gespielt: dieser Leidenschaft huldigte er nun kompositorisch in „Ball adé“. In ruhiger Hymnik schwang diese Ballade wunderschön aus und steigerte sich zu großer Expression in den Bläserharmonien. Traumverloren und feinsinnig klar streute Samuel Gapp hier ein apart leuchtendes Pianosolo ein. Einen Überraschungsgast laden die Musiker für jede Station ihrer Tour ein, in der Klapsmühl’ kam der Gitarrist Jojo Mann von der Mannheimer Musikhochschule hinzu und steuerte fein verwirbelte Soli bei. Diese jungen Musiker sind erstaunliche Alleskönner und auf bestem Wege, sich einen guten Namen zu machen.

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