Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Kurioses aus Ludwigshafen: Bis zum Mond und wieder zurück

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Der Mond und das Papier

„Bis zum Mond. So weit reicht der Papierstapel, den wir Deutschen täglich verbrauchen.“ Einen Zettel mit diesem Hinweis, geschmückt mit einer Rakete, haben wir zuletzt über einem Bankterminal entdeckt. Es steht in einem Ausweichcontainer einer Filiale in der Innenstadt, die momentan umgebaut wird. 384.400 Kilometer liegt der Mond von der Erde entfernt, ergo ist unser aller Papierverbrauch galaktisch. Niemand weiß das besser als wir Journalisten, die wir jeden Tag eine gedruckte Ausgabe befüllen. Wir wissen auch, warum der Hinweis direkt über einem Kontoauszugsdrucker hängt. Dem Kreditinstitut ist es vermutlich ein Anliegen, seine Kunden vom Online-Banking zu überzeugen. Das spart Papier – und Personal. Mit dem Sprüchlein kann man dem Nutzer ein schlechtes Gewissen machen und ihn zum Nachdenken anregen. Womöglich auch darüber, ob er beim nächsten Vollmond die Bank wechselt. Steffen Gierescher

Dunkelheit und Licht

Nachts sieht manches besser aus. Die Dunkelheit senkt sich mildtätig über die Ludwigshafener Fußgängerzone. Lichteffekte lenken von Dingen ab, die einem tagsüber im Hellen eher negativ auffallen. Vor dem Rathaus zogen bis vor Kurzem noch blau beleuchtete Wasserspiele, die Blicke der Passanten auf sich. Wegen Frostgefahr gibt’s derzeit keine Wasserspiele mehr und ein Weihnachtsbaum hat den Job als „Strahlemann“ übernommen. Was aus dem Rathausturm wird, steht momentan noch in den Sternen. Abriss? Neubau? Alles ist noch drin. Weiter südlich in der Bismarckstraße überstrahlt der „Ludwigshafener Lichterzauber“ die Baugrube und den Bretterzaun der Baustelle für das neue Bürgerhof-Entrée. Im Lichterglanz fällt auch nicht weiter auf, dass hinter der schicken neuen Fassade des alten Kaufhausgebäudes die Technischen Werke Ludwigshafen immer noch nicht ihre Verwaltungsbüros bezogen haben. Michael Schmid

Nebel und Verkehr

Verborgen im Nebel bleibt momentan auch gelegentlich die Konrad-Adenauer-Brücke. Der Rhein dampft an kalten Morgen wie ein Waschkessel. Der Nebel verbirgt, dass es sich eigentlich um drei Brückentrassen handelt – eine für Autofahrer und Straßenbahnen, eine für den Eisenbahnverkehr und zuletzt die weiße Bogenbrücke, die für den S-Bahn-Verkehr errichtet wurde. Nach Konrad Adenauer wurde die Brücke erst 1967 benannt. Vorher hieß sie schlicht Rheinbrücke und war Ersatz für die von der Wehrmacht 1945 gesprengte Schlageter-Brücke, die von den Nazis nach einem Rechtsextremisten benannt wurde. Zurück in die Gegenwart: Wenn die Sonne den Nebel vertrieben hat, offenbart sich dem Brückenbetrachter auch der Verkehr, der ebenso zäh wie der Nebel über den Rhein fließt. Die zwei Schwäne auf unserem Bild queren höchstwahrscheinlich schneller als jeder Autofahrer den Fluss. Michael Schmid

Aufgelesen im Ausweichcontainer einer Bank.
Aufgelesen im Ausweichcontainer einer Bank. Foto: ier
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