Ludwigshafen
Kurioses aus der Stadt: Von Klopapier-Kuchen und Masken aus dem Automaten
Von der Rolle
Ludwigshafen geht mit dem Trend – zumindest in Sachen Klopapier. Während das wichtige Alltagsprodukt zu Anfang der Corona-Zeit fast überall ausverkauft war, haben die Bäckereien deutschlandweit eine neue Geschäftsidee entdeckt: den Klopapier-Kuchen. Torten-Größe erreicht er meist nicht, imponiert dafür aber mit kreativem Äußeren. Mal ist das „Papier“ mit Blümchenmuster dekoriert, dann mit Karos. Oder es ist schlicht weiß gehalten. Auch in vielen Ludwigshafener Bäckereien blicken einem die Backwerke aus der Theke entgegen. Wobei auch das Innere der Rolle variiert: mal Nougat, andernorts Marmorkuchen, oder mehrere Schichten verschiedener Süßvarianten. Es eint: weißer Fondant als Außenhülle. Im Internet lassen sich bundesweite Kreationen begutachten. Sogar Rezepte zum Nachbacken gibt es dort schon vereinzelt. Die charakteristische Rollenform soll das Backwerk dabei durch eine Konservendose erhalten. Es ist eben doch nicht alles schlecht in der Corona-Zeit. Sie macht auch kreativ, bringt zum Schmunzeln – und schmeckt manchmal eben auch überraschend süß.
Aus dem Automaten
Noch schnell einen Schokoriegel oder ein Kaltgetränk gezogen, bevor’s zum Zug geht? Am S-Bahnhof Ludwigshafen-Mitte steht schon seit Jahren ein Snack-Automat, der mit Süßkram zum Geldausgeben verführt. Weingummis, Kekse und ganze Tafeln Schokolade stehen dem unschlüssigen Kunden zur Auswahl. Neu im Sortiment: Mundschutz. Ob dieser den Fahrgästen die Zugfahrt versüßt, ist zu bezweifeln. Praktisch ist der Einfall aber tatsächlich – und geschäftstüchtig zugleich. Denn es gibt sicher den einen oder anderen angehenden Fahrgast, der in der Eile seine Maske zu Hause vergessen hat. Dringend muss er den nächsten Zug erwischen – doch ohne Mund-Nasen-Schutz: keine Chance. Die Bedeckungen sind im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn nämlich überall Pflicht. Es könnte also sein, dass die Masken zum neuen Verkaufsschlager im Automat werden und die Kunden Schokoriegel und Weingummis links liegen lassen.
Mit Lokalpatriotismus
Menschen aus ganz Ludwigshafen nehmen die Leistungen des Jobcenters in Anspruch. Ziemlich passend also, dass sich seit einiger Zeit auch die ganze Stadt in anderer Form in der Einrichtung in der Kaiser-Wilhelm-Straße wiederfindet. Die Besprechungsräume für die dortigen Mitarbeiter wurden testweise nach Ludwigshafener Stadtteilen benannt. So heißt das größte Zimmer sinnigerweise „Oggersheim“. Schließlich ist das ja auch der einwohnerstärkste Stadtteil. „Wir waren da kreativ“, berichtet Anja Hölscher lachend. Sie ist die Geschäftsführerin des hiesigen Jobcenters, das neben Ludwigshafen auch für Frankenthal, Speyer und für den Rhein-Pfalz-Kreis zuständig ist. Es habe zwecks Namenssuche für die Räume einen kleinen Wettbewerb unter den Kollegen gegeben, verrät Hölscher. Herausgekommen ist die Idee mit den Stadtteilen. Direkt neben Oggersheim liegt übrigens Oppau – zumindest im Jobcenter. Testweise sei die ganze Sache übrigens, weil man erst einmal sehen wolle, ob sich die Namen im alltäglichen Sprachgebrauch durchsetzen. Außerdem müsse man aufpassen, wenn man künftig zu Besprechungen „in Oppau“ oder „in Oggersheim“ einlade, sagt Hölscher. Nicht, dass jemand im jeweiligen Stadtteil vergeblich eine vermeintliche Außenstelle des Jobcenters sucht.
Auf der Stange
Wer den Bastenhorstweg an den Hochhäusern der Froschlache entlang geht, kann stets beobachten, dass sämtliche Straßenlaternen dort von Tauben besetzt sind. Wie die Hühner auf der Stange sitzen sie da. Der Ausblick dürfte ganz nett sein: grüne Felder, Seen und zahlreiche Autos, die das Straßenbild beleben. Ein Schelm, der denkt, dass sich hier zwischendurch auch ein Taubenfreund sehen ließe. Die große Anzahl an Maiskörnern, die immer wieder auf dem Parkplatz verstreut sind, lassen eine solche Vermutung durchaus zu. Und sollte das tatsächlich so sein, dann wären die Laternen natürlich auch ein Platz, von dem er sofort gesichtet werden könnte. Und so lange bleibt den gurrenden Vögeln nur, dort oben auszuharren und ihre Aussicht zu genießen.