Ludwigshafen Kuriose Aufstellung belohnt

Ludwigshafen. Eine außergewöhnliche Aufstellung beim Fußball-Oberligisten Arminia Ludwigshafen hat sich bezahlt gemacht. Der etatmäßige Innenverteidiger Pietro Berrafato, den Co-Trainer Stefan Malz im Angriff spielen ließ, erzielte beim 1:0 (1:0)-Sieg des gegen die SpVgg Wirges das Siegtor.
Als Berrafato nach 54 Minuten das Feld verließ, gab es Applaus von den Rängen. Der ehemalige Kapitän hatte das 1:0 erzielt (7.), aber noch nicht die Kraft für 90 Minuten. Das war ein Beweggrund für seine Nominierung im Sturm. Ein verlorenes Laufduell fällt da weniger ins Gewicht als in der Deckung. „Pietro ist ball- und kombinationssicher und kann seinen Körper geschickt einsetzen“, nannte Malz Gründe für die überraschende Formation. „Es hat sich im Training abgezeichnet, dass ich vorne spiele. Vielleicht ist es aktuell für die Mannschaft so das Beste“, überlegte Berrafato. Ganz fremd sei ihm die Position nicht, zuletzt habe er allerdings in der Jugend in der Spitze agiert. Der 28 Jahre alte Abwehrspieler, der während der Vorbereitung in den Flitterwochen war und Rückstände aufzuarbeiten hat, ist nicht mehr als Kapitän. „Ich habe beruflich viel um die Ohren und habe mich nicht zur Wahl gestellt“, erklärte Berrafato. Sein Nachfolger ist Daniel Eppel. In der Deckung hatte Berrafatos Job als Abwehrchef der gleichaltrige Eduard Hartmann übernommen. Der aus Heidelberg gekommene Defensivspezialist bot ein überzeugendes Heimdebüt und war hauptverantwortlich dafür, dass Wirges in 90 Minuten nur eine klare Chance herausspielte. „Wir müssen früher den Sack zumachen, zur Pause schon 2:0 oder 3:0 führen“, bemängelte Hartmann. Nach dem Wechsel habe der FCA aus seinen Kontermöglichkeiten zu wenig gemacht. „Es war aber eine gute Leistung von uns“, betonte Hartmann. Besonders in der ersten Halbzeit gefiel die Arminia mit flüssigem Direktspiel. Die Gastgeber hielten den Ball weitgehend am Boden und zeigten Zug zum Tor. Es war über weite Strecken eine Spielidee zu erkennen. „Bis auf die Chancenverwertung hat mir das gut gefallen“, lobte Malz. Die Gäste konnten beim Wechsel mit dem Ergebnis noch zufrieden sein. Eines der Schwungräder bei den Arminen war Marc Barisic (19), der eines seiner besten Spiele zeigte. Sehr beweglich und immer anspielbar war er von den Gäste nie zu kontrollieren. Das 19 Jahre alte Talent bereitete das Siegtor vor, ließ individuelle Klasse aufblitzen und war an vielen gefährlichen Aktionen beteiligt. Zur Krönung fehlte dem Kroaten nur ein Tor. „Der Torwart hat lange gewartet und richtig spekuliert. Ich bin auch nur noch mit der Spitze an den Ball gekommen“, beschrieb Barisic seine große Chance zum 2:0 (67.). „Er hat eine tolle Entwicklung genommen und wird mit zunehmender Spielpraxis immer besser“, freute sich Malz. Dem Coach blieben jedoch die „fatalen Fehlpässe, wenn wir in der Vorwärtsbewegung sind“, nicht verborgen. Auch deswegen musste der FCA bis zum Ende um den knappen Sieg zittern.