Ludwigshafen Kupferroter Erdtrabant auf Leinwand

Himmelsspektakel: Am Freitagabend taucht der Mond für beinahe zwei Stunden vollständig in den Schatten der Erde ein.
Himmelsspektakel: Am Freitagabend taucht der Mond für beinahe zwei Stunden vollständig in den Schatten der Erde ein.

«Ludwigshafen.» Besondere Himmelsereignisse haben die Menschen immer schon fasziniert – und nicht selten auch beunruhigt. Der totalen Mondfinsternis am Freitagabend sehen die Mitglieder der Astronomischen Vereinigung Vorderpfalz mit Sitz in Ludwigshafen-Oppau gelassen, ja mit Freude entgegen. Und laden Gäste ein, den Blutmond gemeinsam mit ihnen quasi aus nächster Nähe anzuschauen.

Die Mondfinsternis am Freitag wird die längste des 21. Jahrhunderts sein. Für eine Stunde und 44 Minuten wird der Mond zwischen 21.30 und 23.13 Uhr vollständig in den Schatten der Erde eintauchen. Der Erdtrabant wird dann kupferrot gefärbt erscheinen, der Höhepunkt des Spektakels wird gegen 22.22 Uhr erwartet. Nur gut, dass sich rechtzeitig vor der langen Mondfinsternis, nämlich im November vergangenen Jahres, die Astronomische Vereinigung Vorderpfalz gegründet hat. Dem jungen Verein gehören inzwischen 30 Mitglieder an, die nicht nur über gute Feldstecher verfügen, sondern auch über Spiegel- und Linsenteleskope. Mit denen können die passionierten Sternengucker weit ins All hinaus linsen. Als irdischer Ort steht ihnen dafür seit etwa drei Monaten zu bestimmten Zeiten das Gelände des DJK Ludwigshafen-Oppau zu Verfügung. Von dort aus werden die Vereinsmitglieder am Freitagabend auch die Mondfinsternis in den Blick nehmen – und das mit allen ihnen zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten. Und: Jeder, der Interesse hat, das Spektakel ebenfalls zu erleben, kann hinzustoßen. Laut dem Vorsitzenden der Astronomischen Vereinigung Vorderpfalz, Michael Quarz, will der Verein die Mondfinsternis auch auf Leinwand übertragen. Dafür soll eine Kamera auf einen Vier-Zoll-Refraktor, ein Linsenteleskop, montiert werden, deren Bilder dann auf die Leinwand projiziert werden. Die Geschehnisse am Abendhimmel könnten zudem mit einem Spiegelteleskop und weiteren Gerätschaften, die die Vereinsmitglieder mitbringen, beobachtet werden, sagt Quarz. Der Aufbau der Gerätschaften und deren Nutzung lohnt sich am Freitagabend aber nicht allein wegen der Mondfinsternis. Auch der Mars ist an diesem Abend der Erde so nahe wie nur etwa alle 15 Jahre. „Durchs Teleskop lassen sich dann sehr gut Strukturen auf dem Planeten erkennen oder auch, dass dort Stürme toben“, sagt Quarz. Termin Gelände des DJK-Oppau, Ludwig-Wolker-Straße 40, Einlass ist ab 20 Uhr.

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