Ludwigshafen Kulturnotizen: Katja Petrowskaja liest in Ludwigshafen

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In der Autorenreihe „Europa/Morgen/Land“ liest am Sonntag, 16. November, 17 Uhr, Katja Petrowskaja aus ihrem Roman „Vielleicht Esther“ im Café des Ludwigshafener Kulturzentrums Das Haus aus. Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, „mit nachlässiger Routine“ – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? Die unabgeschlossene Familiengeschichte, die Katja Petrowskaja in kurzen Kapiteln erzählt, hätte ein tragischer Epochenroman werden können, stattdessen erzählt die Autorin von ihren Reisen zu den Schauplätzen und reflektiert über ein traumatisiertes Jahrhundert. Katja Petrowskaja, 1970 geboren wuchs in Kiew auf. Sie studierte Literaturwissenschaft und Slawistik in Estland, USA und Russland. 1999 zog sie nach Berlin. 2013 erhielt sie den Ingeborg-Bachmann-Preis, in diesem Jahr den „Aspekte“-Literaturpreis. (rhp) Mit Brechts Theaterklassiker „Der gute Mensch von Sezuan“ gastiert das Schauspiel Köln am Montag, 17. November, 19.30 Uhr, im Theater im Pfalzbau in Ludwigshafen. Das Stück über die junge Prostituierte Shen Te, die sich in dem skrupellosen Geschäftsmann Shui Ta ein Alter Ego erschafft, ist ein Musterbeispiel für Brechts episches Theater. Eine ausgeprägte Religions- und Kapitalismuskritik und die Infragestellung der bürgerlichen Aufklärung sind bestimmende Aspekte des Stücks. Regisseur Moritz Sostmann nimmt dem Drama, zu dem Paul Dessau die Musik komponiert hat, das lehrmeisterliche Element und ersetzt es durch Witz und Leichtigkeit. Die Akteure verschmelzen mit den fast lebensgroßen Puppen – gestaltet von Atif Hussein und Franziska Müller-Hartmann –, mit denen sie auf der Bühne spielen und von denen sie im Handumdrehen wieder Abstand gewinnen. Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit den Mitwirkenden statt. (rhp) Der Abendkurs „Art after Work“ im Wilhelm-Hack-Museum steht am Donnerstag, 20. November, 18 bis 21 Uhr, unter dem Motto „Denkbilder“ und möchte fernab vom Regelwerk der Kunstrezeption nach Ausdrucksmöglichkeiten suchen, um Kunst zu beschreiben und zu erleben. Ausgehend von Objekten der Ausstellung „Toutes Directions – Le Prix Marcel Duchamp“ werden die Besucher durch die Ideenwelt der ausgestellten Künstler geführt. Durch den Abend führt der Autor und Kulturjournalist Bernd Mand. (rhp)

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