Die Neuen bei den Eulen
Kraftpaket verstärkt die Eulen Ludwigshafen am Kreis
VON STEFAN NAUMER
LUDWIGSHAFEN. Manchmal muss es ein Schritt zurück sein, um am Ende zwei Schritte nach vorne zu gehen. Das dachte sich der U19-Vizeweltmeister von 2019, bevor er sich für den Ausleihtransfer aus dem Bergischen Land nach Ludwigshafen entschied. In der Pfalz will Tom Bergner jetzt möglichst viele Spielanteile in der Zweiten Handball-Bundesliga sammeln.
Genauso wie seine neuen Kollegen Mex Raguse und Kian Schwarzer hatte der ehemalige Eulen-Trainer Michel Abt den im nordrhein-westfälischen Lüdenscheid geborenen Bergner mit guten Argumenten für einen Wechsel zu den Eulen überzeugen können. Dieser Schritt soll seiner noch jungen Karriere den nächsten Schub geben.
Körperlich robust
Tom Bergner ist beim Bergischen HC seit 2020 unter Vertrag, war in der vergangenen Runde an Zweitligist Tusem Essen mit Doppelspielrecht ausgeliehen, hatte aber schon Erstligaluft geschnuppert. Der Bergische HC leiht den 1,97 Meter großen Kreisläufer nun für die ab September beginnende Saison komplett an die Eulen aus. Das Kraftpaket am Kreis mit normalerweise 123 Kilogramm Körpergewicht wird dabei ausschließlich für die Eulen spielen. „Das Doppelspielrecht mit Essen war gut. Aber jetzt bin zu 100 Prozent bei den Eulen. Das ist noch einmal etwas anderes. Darauf freue mich und ich will meinen Anteil zu einer erfolgreichen Saison beitragen. So wie ich beurteilen kann, haben wir einen qualitativ hochwertigen Kader mit richtig guten Typen“, sagte Bergner.
Einer seiner Stärken ist mit Sicherheit die körperliche Robustheit, die die neue Nummer 28 zusammen mit Max Haider und Kasper Manfeldt-Hansen in die Waagschale werfen will. „ Ich bin von Tom und seinen Stärken überzeugt. Mit seiner Kompaktheit und Stabilität ist er für das Team ein absoluter Gewinn. Überhaupt sehe ich uns mit den drei Kreisläufern sehr gut aufgestellt“, urteilt der neue Coach Johannes Wohlraab.
Intensives Kennenlernen
Sein neues Team hat der Borussia-Dortmund-Fan in den vergangenen Wochen und speziell im Trainingslager in Tirol intensiv kennengelernt. „Die Neuen bekommen es in dieser intakten Gruppe mit der Integration leicht gemacht. Die teambildenden Maßnahmen haben zudem das Miteinander verstärkt, so dass ich uns schon jetzt als verschworenen Haufen sehe“, stimmt für Bergner die Chemie im und außerhalb des Teams.
Bereits gekannt aus der U19-Nationalmannschaft hat der gelernte Industriekaufmann den vor einem Jahr aus Leipzig gekommenen Halblinken Julius Meyer-Siebert. Beide feierten mit dem Gewinn der U19-Vizeweltmeisterschaft vor vier Jahren in Nordmazedonien ihren bisher größten sportlichen Erfolg. Versüßt wurde Tom der Triumph noch mit der Aufnahme als bester Kreisläufer in das All-Star-Team. Das hat ihn darin bestärkt, auf jeden Fall Handball-Profi und irgendwann ein gestandener Bundesligaspieler zu werden.
Vier Kilogramm abtrainiert
Die neue sportliche Herausforderung bei den Eulen Ludwigshafen nimmt der Hobbytennisspieler mit großer Leidenschaft an. Von seinem ursprünglichen „Kampfgewicht“ mit 123 Kilogramm hat Bergner schon vier Kilogramm schweißtreibend abtrainiert. An seiner Seite in Ludwigshafen befindet sich seine Freundin Lissi, die mit ihm eine Wohnung in Friesenheim bezogen hat. Nicht nur sportlich geht momentan Tom Bergner voran. Vor kurzem hat er die ersten Klausuren seines BWL-Fernstudiums an der IST-Hochschule Düsseldorf geschrieben und erfolgreich bestanden. Die nächsten sportlichen Prüfungen stehen ihm mit dem Team der Eulen in der Zweiten Bundesliga bevor. Am Montag, 4. September, startet die neue Saison gegen Aufsteiger TuS Vinnhorst in der heimischen Eberthalle.