Ludwigshafen Konzert zum Doppeljubiläum

Der Leiter des Mutterstadter Posaunenchors, Eckard Gehrke (stehend), probt mit seinen Musikern.
Der Leiter des Mutterstadter Posaunenchors, Eckard Gehrke (stehend), probt mit seinen Musikern.

«Mutterstadt.»500 Jahre Reformation – und genauso alt ist der Kirchturm der Protestantischen Kirche Mutterstadt. Die Blechbläser des CVJM-Posaunenchors gratulieren dazu. Und sie haben Verstärkung aus der Region. Musiker aus dem Raum Ludwigshafen und Speyer kommen zum Konzert am 11. Juni dazu. Es gibt Musik aus fünf Jahrhunderten.

Die Posaunenchöre der evangelischen Kirche gehören zum Weltkulturerbe. Das habe die Unesco offiziell festgestellt, freut sich Eckard Gehrke, der Leiter des Mutterstadter Posaunenchors. Er probt mit neun Musikern für das Programm „500 Jahre Kirchturm, Reformation, Kirchenmusik in Mutterstadt“. Zum Konzert kommen dann weitere Posaunenchöre aus dem Kirchenbezirk dazu. Auf dem Programm stehen einige Klassiker: Heinrich Schütz ist ein Komponist des frühen Barock. Viele seiner Lieder werden heute noch gesungen. Auch im Konzert dürfen die Zuhörer bei einem seiner Choräle mitsingen. Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel stehen ebenfalls auf dem Programm. Händels Feuerwerksmusik ist zwar zum weltlichen Gebrauch entstanden, weil sie aber so schön feierlich und für Bläser ein echtes Fest ist, wird es eine Suite aus drei Sätzen zu hören geben. Der im Konzert gespannte zeitliche Bogen reicht bis zu jungen Komponisten der Gegenwart, wie Tilman Peter oder Traugott Fünfgeld, die beide Lieder zum Mitsingen beisteuern. Es gibt neue Arrangements alter Choräle und auch ein amerikanisches Spiritual: „He`s got the whole World in his Hand“ in einer Bearbeitung für Bläser. Für weitere geistliche Anregung soll eine Lesung sorgen, zum Schluss wird der Segen erbeten. Posaunenchöre haben eine lange Tradition. Schon zur Reformationszeit gab es Bläsergruppen, die zu verschiedenen Zwecken musizierten. Posaunen waren damals übliche Instrumente. Vom Chor sprach man, weil die verschiedenen Stimmen mehrfach besetzt sind. Heute sind es nicht nur Posaunen, die mitspielen, sondern allgemein Blechbläser. Insbesondere im 19. Jahrhundert sind solche Ensembles immer beliebter geworden. Es gab neue Instrumente, die durch Ventile leichter zu spielen waren. Waren es zuerst Profis, wie etwa Stadtpfeifer und -kapellen, kamen dann musizierende Laien dazu. An die alte Tradition der Stadtpfeifer erinnert noch das Turmblasen. Die Bläser erklimmen den Kirchturm und lassen dort oben ihre Instrumente ertönen. „Das gibt es kaum noch, meist sind die Kirchtürme dafür nicht mehr geeignet“ erklärt Gehrke. Die Posaunenchöre des Kirchenbezirks treffen sich einmal im Jahr zum Probenwochenende mit dem Landesposaunenwart Christian Syperek. Er wird auch den vereinigten Posaunenchor dieses Konzerts leiten. Termin Bezirkskonzert der CVJM Posaunenchöre zum Reformationsjubiläum 2017 Sonntag, 11. Juni, 17 Uhr, protestantische Kirche Mutterstadt, Untere Kirchstraße.

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