Ludwigshafen Kompositionen geschickt kombiniert
Weihnachtliche Klänge waren am vergangenen Sonntag in St. Gallus zu hören. Der Kirchenchor sowie der Kinder- und der Jugendchor der Pfarrei gestalteten ein abwechslungsreiches Programm.
Mit Musik aus zwei Werken von Heinrich Fidelis Müller traf Chorleiterin Daniela Rickert eine gute Wahl beim Konzert zum dritten Advent in St. Gallus. Die Kirche in Friesenheim war voll besetzt. Solisten, Chor und Orchester boten einen stimmigen Vortrag. Die hellen Stimmen der Kinder, die Kraft des auf sechs Stufen aufgestellten Kirchenchores, das gefühlvolle Spiel der von Orgel, Klarinette und Flöte unterstützten Streicher, die ausdrucksstarken Solisten sowie die gute Kirchenakustik trugen dazu bei. Mit seinem Weihnachtsoratorium und dem Oratorium „Die heiligen drei Könige“ schuf Kirchenmusiker und Komponist Heinrich Fidelis Müller zwei Werke, die Daniela Rickert gekonnt miteinander kombinierte. Müller komponierte diese Werke beeinflusst von den Oberammergauer Festspielen und erfüllte sich damit den Wunsch, verständliche Werke mit lebendigem, handlungsreichem Inhalt zu schaffen. So waren in die musikalisch reich illustrierte Weihnachtsgeschichte weihnachtliche Volksweisen wie „Es ist ein Ros` entsprungen“ integriert. Nach dem Gotteslob im Forte aller Akteure und einer verträumten Pastorale kündeten dramatische Orchesterklänge von der Geburt des Jesuskindes. Hier machte die Dirigentin einen Schnitt und führte die Programmfolge mit einem Auszug aus „Die heiligen drei Könige fort“. Ein schöner Kontrast, denn nach dem vorwiegend von freudiger Erwartung geprägten Weihnachtsoratorium kamen hier auch ernste, düstere und bange Aspekte zum Tragen. Vor dem Seitenaltar mit der Krippe agierten die Sopranistin Nelly Palmer und der koreanische Tenor Tae Whan Yun. Der temperamentvolle Tenor zeigte eine starke Präsenz, brachte seine Botschaft überzeugend und mit großer musikalischer Ausdruckkraft herüber. Nelly Palmer bezauberte durch ihren zarten, strahlenden Sopran und kunstvolle Koloratur. Pfarrer Udo Stenz brachte das Geschehen auf den Punkt. „Wir brauchen die Musik, die uns hochträgt zum Himmel. Worte reichen nicht um alles zu sagen“, sagte er. „Es war wunderschön“, sagte Pano Papamanoglou aus Friesenheim, der mit seiner Familie in der Kirche war. Begeistert zeigte sich auch die Konzertmeisterin des Orchesters, Ursula Burns. Es sei immer wieder faszinierend, was bei solchen Projekt mit vielen Laien möglich werde. Auch Dirigentin Daniela Rickert sah ihre Erwartungen erfüllt. „Diesmal war ich selbst von dem Ergebnis begeistert“, sagte die Dirigentin nach zwei Zugaben. (enk)