Fußball
Klassensplitter: SV Ruchheim richtet sich in der A-Klasse neu aus
Bezirksliga-Absteiger SV Ruchheim ist holprig in die neue Saison der Fußball-A-Klasse Rhein-Pfalz gestartet. Die ersten drei Begegnungen gingen alle verloren. „Danach wurde die Leistung besser. Wir mussten erst in der Liga ankommen, das hat etwas Zeit gebraucht“, sagt Toni De Simone, der 50-jährige Co-Trainer der Ruchheimer. Sein „Chef“, Bruder Stefano (46), würde die Bezeichnung Co-Trainer so nicht stehen lassen und spricht von „gleichberechtigt“. Wie dem auch sei, die Konstellation gab es vor vielen Jahren bei der B-Jugend des LSC auch schon einmal umgekehrt. „Wir denken oft gleich, haben eine super Zusammenarbeit, und Stefano hat das letzte Wort. Mitunter hört er aber auch auf den älteren Bruder“, sagt Toni und lacht.
Zuletzt wurden die Auftritte der Schwarz-Weißen besser, trotz der 1:2-Niederlage gegen den Topfavoriten SV Südwest Ludwigshafen. „Wir haben ganz gut mitgehalten, die Räume eng gemacht, Nadelstiche in Form von Kontern gesetzt und sind mit einer 1:0-Führung in die Kabine gegangen“, spricht Toni De Simone von einem aufgegangenen Plan für die erste Halbzeit. Im zweiten Abschnitt habe Südwest den Druck erhöht und zu Recht 2:1 gewonnen, auch wenn der SVR nach Meinung des Übungsleiters in der Endphase bei einer strittigen Szene einen Elfmeter hätte bekommen können. Nach und nach kommen die Verletzten und Urlauber zurück.
Stabilisierung als Ziel
Als Ziel haben die Brüder nach zwei Abstiegen in Folge zunächst eine Stabilisierung und Konsolidierung ausgegeben. „Wir wollen eine Basis schaffen und unterstützen das Konzept des Vereins, die Jugendarbeit zu stärken, um in Zukunft davon profitieren zu können“, sagt Toni De Simone. Als Beispiel für eine solche Entwicklung gilt Fabio Jaeger. Der 20-Jährige ist Ruchheimer und spielte bereits bei den Bambini des SVR. Mit elf oder zwölf wechselte er zu Phönix Schifferstadt, dann zum SV Waldhof, und die beiden A-Junioren-Jahre verbrachte er in Speyer. Längst ist er zurückgekehrt und hat sich zum Leistungsträger gemausert, der gegen Südwest sein viertes Saisontor erzielte. „Er ist variabel und spielt jetzt offensiver“, erklärt der Co-Trainer.
Die De Simone-Brüder legen Wert auf Teamgeist und Zusammenhalt. So gilt Abwehrspieler Sascha Kohlmayer als Vorbild, weil er trotz Verletzung zum Training und zu den Spielen erscheint. Er wurde nicht umsonst der neue Kapitän. Wichtige Akteure wie Dominik Schmitt (Kreuzbandriss) und Stanimir Blagoev (Knieoperation) fehlen, dafür wurden mit Ozan Kolcak und Berkant Sahin Spieler verpflichtet, die Toni aus seiner Zeit als LSC-Coach kennt und schätzt. „Wir müssen weiterhin viel arbeiten, Einsatz und Wille zeigen und uns spielerisch verbessern, dann ist der angestrebte Platz zwischen den Rängen sechs und neun zu erreichen“, ist er überzeugt.
Brüder wieder vereint
Toni De Simone ist als Produktionsleiter einer Maschinenbaufirma noch immer in dem Betrieb beschäftigt, der ihn ausgebildet hat. Auch sonst steht er für Kontinuität. Außer einer kurzen Zeit beim SV Südwest und einem Intermezzo beim FC Azzurri lief er nur für den LSC auf. Er trainierte nach Beendigung seiner Laufbahn die B- und A-Junioren der Rot-Weißen, war Co-Trainer der ersten Garnitur, die er danach selbst zwei Jahre lang in der Verbandsliga trainierte. Mit Ehefrau Maria und Tochter Stefania (20) lebt er in Mundenheim. „Beim SVR fühle ich mich wohl, aber man soll niemals nie sagen“, beantwortet er die Frage nach sportlichen Ambitionen.
Bruder Stefano, der mit seiner Frau Filomena, Tochter Morena (15) und Sohn Florio (11) in Oggersheim wohnt, hat auch in der Jugend beim LSC mit dem Fußball begonnen. Er wechselte zum SV Waldhof, mit dem er 1996 das Endspiel um die Deutsche A-Junioren-Meisterschaft gegen Borussia Dortmund 0:2 verlor. Danach spielte der Linksfuß, der offensiv wie defensiv einsetzbar war, für den SV Südwest, 08 Haßloch, FC Azzurri und TuS Altrip. „Ich habe früh mit dem Fußball aufgehört und bin Trainer geworden“, berichtet der Geschäftsführer einer Firma für Kabeltechnik. Beim SVR sind die Brüder wieder vereint.