Fußball
Klassensplitter: SpVgg. Rödersheim verliert ihren Trainer
Mit dem ungefährdeten 3:0 (1:0)-Erfolg bei der SG Lachen-Speyerdorf/Duttweiler hat sich die SpVgg Rödersheim in der Fußball-B-Klasse Rhein-Mittelhaardt West auf den dritten Tabellenplatz verbessert. „Es war eine überschaubare Leistung von uns. Trotzdem hätten wir höher gewinnen müssen“, sagt Trainer Frank Hoffelder. Aber die große Stärke der vergangenen Runde, die Treffsicherheit und Abschlussstärke, ist mittlerweile zu einer Schwäche geworden. Magere 23 Tore haben die Gelb-Schwarzen bislang erzielt, nur drei Mannschaften verzeichnen eine noch geringere Ausbeute.
„Wir treffen einfach das Tor nicht, während die Gegner mit Sonntagsschüssen Erfolg haben“, hat der 50-jährige Übungsleiter festgestellt. Als Beispiel nennt er die Stürmer Johannes Weber und Nicholas Schaffelhuber, die in der vorigen Saison zum jetzigen Zeitpunkt gemeinsam über 20 Treffer erzielt hatten, derzeit aber zusammen bei drei Torerfolgen stehen. „Nicholas hat noch nicht so oft gespielt, uns aber in Wachenheim mit zwei Toren in der Nachspielzeit zum Sieg geschossen. Und bei Johannes hoffe ich, dass mit seinem Führungstor am Sonntag der Knoten geplatzt ist“, verdeutlicht Perfektionist Hoffelder, der sich mit weniger als dem Maximalen nicht zufriedengibt.
Beste Abwehr der Liga
Das Ziel des Aufsteigers, den der Coach aus der Bedeutungslosigkeit geholt und in die B-Klasse geführt hat, lautet erneuter Aufstieg. Entweder direkt oder als Vizemeister über den Umweg Aufstiegsspiele gegen den Ost-Zweiten. „Die Mannschaft hat schon gemerkt, dass in der B-Klasse quasi bei jedem Gegner drei, vier Akteure mitmischen, die schon höherklassig gespielt haben und Spiele entscheiden können“, konstatiert Hoffelder. Ein Faustpfand der Rödersheimer ist die stabile Defensive. Die Spielvereinigung (1,33 Gegentore pro Begegnung) liegt vor dem TuS Wachenheim (1,36 Gegentreffer) auf Rang eins. Einen großen Anteil daran hat Torwart Tobias Thomas, der Kapitän und Rückhalt des Neulings.
Trotz guter Trainingsbeteiligung, was wohl auch daran liegt, dass in den Übungseinheiten alles mit Ball absolviert wird, sind die Rödersheimer vor Rückschlägen nicht gefeit. „Vom 7. September bis 5. Oktober hatten wir eine Delle und haben vier der fünf Spiele in diesem Zeitraum verloren“, blickt der 50-Jährige zurück. Hoffelder habe seine Herangehensweise geändert, seine Jungs etwas härter angepackt und die Zügel angezogen. Trotz dieser Punktverluste ist noch nichts verloren, weil die Spitzengruppe eng zusammenliegt. „Auch wenn Rot-Weiss Seebach II vorne steht, hat deren Heimniederlage gegen Deidesheim II am Sonntag gezeigt, dass diese Mannschaft nicht unverwundbar ist. Ich sehe in Wachenheim unseren schärfsten Konkurrenten“, verdeutlicht Hoffelder.
Kreispokal im Blick
Doch es geht nicht nur um den Aufstieg in die A-Klasse, sondern auch darum, das Husarenstück im Kreispokal zu wiederholen. „Das wäre eine super Sache“, betont der Trainer. In der vergangenen Saison warf die Spielvereinigung als C-Klasseteam unter anderem den TuS Friedelsheim und den VfB Haßloch aus der A-Klasse raus und bezwang in einem begeisternden Finale den nur knapp am Aufstieg in die Bezirksliga gescheiterten FV Berghausen 2:0. In dieser Runde haben die Gelb-Schwarzen zuletzt mit dem TuS Maikammer den Spitzenreiter der A-Klasse eliminiert. Am Donnerstag spielt das Team beim TV Ruppertsberg, dem Tabellendritten der C-Klasse, um den Einzug ins Halbfinale.
Doch egal wie die Saison endet, in der kommenden Runde wird es den Trainer Frank Hoffelder nicht mehr geben. Nicht in Rödersheim und nirgendwo sonst. „Ich wandere mit meiner Familie auf die Insel Mallorca aus“, informiert der Coach. Das Haus in Hochdorf-Assenheim sei schon verkauft, seine Frau Denise und Sohn Flynn werden in ein paar Wochen die Vorhut bilden, er selbst bleibt noch bis zum Saisonende in Deutschland. Der Produktionsmeister Technik bei der BASF hatte sich mit seiner Gattin im Bereich Network-Marketing und Marketing für digitale Online-Produkte schon ein zweites Standbein geschaffen. Auf der Mittelmeerinsel werden die beiden in dieser Sparte als Selbstständige tätig sein.
Und warum bleibt der Übungsleiter noch ein paar Monate in Deutschland bevor er das Haus auf Mallorca bezieht? „Ich will die Aufgabe in Rödersheim unbedingt zu Ende bringen“, antwortet Hoffelder, den Konsequenz und klare Kante schon als Kapitän des damaligen Verbandsligisten ASV Fußgönheim auszeichneten. Der von den Trainerlegenden Harald Prinz und Hans Mack geprägte Hoffelder steht zu seinem Wort, lässt Verein und Mannschaft nicht hängen und hat eine Wohnung in Ellerstadt gemietet. All dies ist ein Grund mehr für das Team, alles zu geben, um die Ziele zu erreichen.