Fußball
Klassensplitter: Bezirksligist ASV Fußgönheim im Aufwind
Der ASV Fußgönheim ist zweimal in Folge abgestiegen und wurde von der Fußball-Verbandsliga in die Bezirksliga durchgereicht. Doch vor dieser Saison haben die Verantwortlichen vieles richtig gemacht. Das begann mit der Auswahl des neuen Trainerduos Dennis Pfeiffer und Thomas Gomola. Die beiden hatten zuvor schon in Dirmstein erfolgreich zusammengearbeitet und den TuS in die Bezirksliga geführt. Zudem haben die Fußgönheimer einen Kader zusammengestellt, der qualitativ für die Liga hochwertig ist und in dem die Charaktere gut zu harmonieren scheinen. Das Ergebnis: acht Spiele, acht Siege, 28:1 Tore und Rang zwei.
Am vergangenen Samstag wurde Mitabsteiger SV Geinsheim, der zu den besseren Teams der Liga zählt, 4:0 bezwungen. „In der ausgeglichenen ersten Halbzeit haben wir von einer Einzelaktion von Ziya Köroglu profitiert. Danach haben wir uns gesteigert, waren viel präsenter und haben die Tore gut herausgespielt“, blickt Gomola zurück. Die beiden Übungsleiter sind nicht nur gleichberechtigte Kollegen an der Seitenlinie, sondern auch verschwägert. Binnen zehn Minuten schraubte der ASV das Ergebnis auf 4:0 und festigte seinen zweiten Tabellenplatz. Vor Fußgönheim steht nur der FC Speyer 09, der bereits eine Partie mehr ausgetragen hat.
Gute Defensive
Ein großes Plus des ASV ist die sichere Defensive, die nur einmal bezwungen wurde. Seit 521 Minuten ist der ASV gar ohne Gegentor. „Die Vorgaben werden prima umgesetzt. Wir kommen schnell hinter den Ball und einer hilft dem anderen, was zu dieser Stabilität beiträgt“, erklärt Pfeiffer. Das hängt sicher auch mit der Konstanz beim Personal zusammen. Torwart Yannick Selzer stand ebenso immer in der Startelf wie Innenverteidiger Fabio Fleischer, Linksverteidiger Jannik Said oder der defensive Mittelfeldspieler Tobias Winsel. Und als sein Kompagnon auf der Sechserposition, Markus Bussek, gegen Geinsheim erstmals fehlte, übernahm wie selbstverständlich Tim Rapp diese Rolle, der zuvor als Rechtsverteidiger auflief.
Hinzu kommt, dass der neu verpflichtete ehemalige Oberligaspieler Eduard Hartmann (37) nahtlos Daniel Fichtner in der zentralen Abwehr ersetzte, als der in Urlaub ging. „Edi hat sich super eingebracht und hilft dem Team mit seiner Erfahrung weiter“, hat Gomola erkannt. Und Pfeiffer nennt ein weiteres Mosaiksteinchen für die aktuell nahezu perfekte Phase: „Wir haben viele Spieler, die torgefährlich sind, und sind deshalb nur schwer auszurechnen.“ Ronny Krause (7), Justin Klyszcz (6), David Schinnerer und Köroglu (je 4) waren bislang am erfolgreichsten. Vier Akteure, die mindestens viermal getroffen haben, kann kein anderer Verein aufweisen.
„Ruhe und Harmonie“
Apropos Klyszcz. Der junge Mittelstürmer, der vor der Runde aus Speyer kam, verdiente sich am Samstag ein Sonderlob der Trainer, weil er im Vollsprint und tief in der eigenen Hälfte einen Konter der Gäste unterband. In seinem ersten Jahr bei den Erwachsenen seien schon jetzt große Fortschritte erkennbar. „Diese Aktion ist typisch für den Geist in der Mannschaft. Jeder zieht mit, keiner jammert über die hohen Anforderungen im Training, die sein müssen, weil es nur zwei Einheiten pro Woche für den 22-köpfigen Kader gibt“, verdeutlicht Gomola.
Pfeiffer hat noch etwas anderes festgestellt. „Es herrscht Ruhe und Harmonie im Verein, was auch außerhalb wahrgenommen wird. Ältere Fußgönheimer kommen jetzt wieder in größer Zahl auf den Sportplatz und klatschen die Spieler ab. Man sieht, es bewegt sich etwas.“ Trotz positive Aspekte werden die Coaches nicht müde zu betonen, dass erst acht Begegnungen absolviert seien. Sie sprechen weiterhin von einer Momentaufnahme. Die Serie steht schon am Sonntag auf dem Prüfstand, wenn der ASV beim TuS Dirmstein antritt. Der Aufsteiger ist nicht nur der Ex-Klub der beiden Trainer, sondern auch etlicher Akteure. Der Neuling ließ zuletzt mit einem 9:2-Sieg in Landau aufhorchen. Ein Grund mehr, auf der Hut zu sein.