Ludwigshafen
Kerwe in Mundenheim: Prinzessin zu Tränen gerührt
Auch die neue Prinzessin entspringt dem Stall der Munnemer Göckel und legte damit eine Vermutung nahe. „Nein, wir berücksichtigen nicht nur die Garde der Göckel“, versicherte der Arge-Vorsitzende Holger Scharff schon vor Jahren. Aber ganz offensichtlich ist unter den Tänzerinnen der Garde der Wunsch nach Krönchen und festlicher Prinzessinnengarderobe besonders ausgeprägt, so dass die Göckel selbstbewusst und mit Humor tönen können: „Wir züchten uns unsere Prinzessinnen selbst.“
Auch Michelle Pister stand bereits im Alter von sechs Jahren in Gardeuniform vor der Bühne und schaute 13 Jahre lang ein wenig neidisch nach oben auf das gekrönte Haupt. „Und jetzt ist ein Traum wahr geworden“, sagte Michelle II. und war beinahe den Tränen der Rührung nahe. Sie konnte allen Besuchern nur noch „eine schöne Kerwe und hoffentlich schönes Wetter“ wünschen.
Sie selbst stand am Freitag nach der Krönung durch Peter Uebel (CDU) zunächst einmal vor einem strammen Festprogramm, besuchte schon traditionell die Feuerwehr, war beim Prinzessinnenstammtisch mit ihren Vorgängerinnen ebenso dabei wie beim anschließenden Rundgang über den Festplatz. Das erstmalige Dampfnudelessen bei der Aidshilfe verpasste sie ebenso wenig wie den Empfang der Oppauer Kerweborsch mit Ortsvorsteher Frank Meier. Am Montag geht es weiter mit dem Knöchelessen beim eigenen Verein und dem Nachmittag für die Kinder aus dem St. Annastiftskrankenhaus. Am Dienstag endet ihr Programm mit dem Seniorennachmittag und dem Ausklang auf dem Kerweplatz.
Der Sinn einer Kerwe
Gut, dass Uebel gemeinsam mit Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD) dafür gesorgt hatte, dass Prinzessin und Besucher über die fünf tollen Kerwetage nicht Durst leiden. Mit vier beherzten Schlägen hatte Simon routiniert den symbolischen Fassbieranstich vorgenommen. Die Ortsvorsteherin hatte dabei gleich doppelt Grund zur Freude. Nach mehreren verregneten Jahren sei das Wetter endlich einmal wieder so, wie sie es von früher in Erinnerung hat: „Es ist mal wieder knalleheiß.“ Das tue Schaustellern und auch den beteiligten Vereinen gleichermaßen gut. „Der Kerweplatz ist voll. Das war auch nicht immer so.“
Denn Sinn der Veranstaltung fasste Scharff so zusammen: „Die Kerwe bedeutet: Man trifft sich mit Freunden und feiert bei guter Stimmung gemeinsam.“ Der Arge-Chef hatte sich zuvor bei Prinzessin Lea bedankt, aus der am Freitag um 20.13 Uhr wieder Lea Mack wurde. „Für mich endet hier eine wunderschöne Reise als Kerweprinzessin“, bedauerte sie und wünschte ihrer Nachfolgerin, Freundin und Mittänzerin ebenso viel Spaß wie sie als Prinzessin hatte. Und zwölf Minuten später war der erste Schritt dafür gemacht, saß das Krönchen auf dem Haupt von Michelle, auch wenn Mediziner Uebel zuvor noch ein wenig verunsichert war: „In der RHEINPFALZ stand, dass ich die Prinzessin mit medizinischer Präzision krönen würde. Ich habe mir seither überlegt, wie das funktionieren könnte.“ Zumindest ist ihm bei der Krönung kein Fehler unterlaufen.