Ludwigshafen „Keine hundefreundliche Stadt“

„Irgendwo in Lu“ sind wir jede Woche in der Stadt unterwegs auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern haben wir Rentner Helmut Mayer (69) in Süd getroffen. Er drehte seine Runde mit seiner Golden-Retriever-Hündin.
Erstens ist es eine „Sie“ und zweitens ist sie schon zwölf Jahre alt, hört schlecht und bekommt auch Medikamente. Wirklich weit will sie nicht mehr laufen. Früher habe ich sie gerne mit in den Garten genommen, aber das geht auch nicht mehr so gut, weil sie nicht mehr so leicht ins Auto kommt, und ich will sie ja nicht die ganze Zeit tragen. Und wie heißt die Dame? Leica. Das war ein Zufallsname, den ihr meine Tochter gegeben hat, als wir sie abgeholt haben. Damals war sie acht Wochen alt. Wie lebt es sich in Süd mit Hund? Nicht gut. Ludwigshafen ist generell keine hundefreundliche Stadt. Ich wurde schon oft blöd angemacht, und der Ordnungsdienst steht einem auch permanent auf den Füßen. Außerdem muss man erst einmal eine Stelle finden, wo sie überhaupt ihr Geschäft erledigen kann. Und dabei habe ich hier ständig meine Tüten dabei, wenn wir doch mal eine geeignete Stelle gefunden haben. Wie sehen Sie selbst Ihren Stadtteil? Ich würde sagen, dass Süd gerade für uns Ältere sehr zweckmäßig ist, weil man für nichts weit laufen muss und alles in der Nähe hat. Zum Wohnen ist es allerdings nicht so schön. Die Verkehrsbelastung ist doch extrem hoch. Wohnen Sie schon immer in der Südlichen Innenstadt? Nein. Ich bin vor 42 Jahren aus Leistadt hierher gezogen. Warum? Das waren berufliche Gründe. Ich habe bis zu meinem Ruhestand bei der BASF gearbeitet. Dafür war Süd optimal. Ich bin in der Regel mit der Straßenbahn oder bei gutem Wetter auch mal mit dem Fahrrad zu meiner Arbeit gefahren. War die BASF ein guter Arbeitgeber? Damals schon. Aber so, wie ich es heute mitbekomme, ist auch hier der Druck enorm gestiegen. Haben Sie heute noch Kontakt zu den ehemaligen Kollegen? Nur wenig. Von meinen Kollegen ist kaum noch jemand da. Außerdem war das im Schichtbetrieb. Da war ich auch froh, als es vorbei war. Es gibt doch auch einige Vereine, über die man den Kontakt halten könnte … Stimmt. Ich bin auch im Kleingartenverein und habe so schon noch meine Kontakte. Aber die ganzen Pensionärsvereine haben mich noch nie gereizt.