Ludwigshafen
Junger Trompeter begeistert im Schlösschen Limburgerhof
Die Konzertmatinee im Schlösschen gehört fest in den Terminkalender in Limburgerhof. Bei seinem Sommerkonzert hat das Kammerorchester mit einem abwechslungsreichen Programm begeistert. Das aus 23 Musikern zusammengesetzte Laienensemble schaffte es eindrucksvoll, eine Brücke zwischen Musikstücken verschiedener Jahrhunderte zu schlagen.
Das Streichorchester unter der Leitung von Dirigentin Felicitas Laxa überzeugte dabei sowohl mit Werken der Frühklassik und Romantik als auch mit moderneren Kompositionen, die das Ensemble im vergangenen halben Jahr eingeübt hat. Das erste Stück des Konzerts überraschte direkt mit einem interessanten Regionalbezug. Die „Sinfonia in C-Dur“ ist ein Stück von Anton Filtz, einem der Pioniere der Mannheimer Kompositionsschule des 18. Jahrhunderts. Die kraftvolle und energiegeladene Komposition erlaubte es den Musikern des Kammerorchesters, gleich zu Beginn ihre spieltechnische Bandbreite zu zeigen.
Für das zweite Werk des Vormittagskonzerts trat der junge Trompeter Leo Bosch als Solist zum Streichorchester hinzu. Der Elfjährige, der erst seit seinem achten Geburtstag Trompete spielt, präsentierte den Kopfsatz von Johann Baptist Nerudas Trompetenkonzert, das einen wahren Klassiker der Trompetenliteratur darstellt. Die schnellen Läufe dieses Allegros forderten vom Solisten wie vom Orchester höchste Konzentration. Boschs gut koordiniertes Trompetenspiel war durch einen weichen und runden Ton geprägt, der sich hervorragend in den Klanggrund der Streicher einfügte. Der talentierte junge Musiker zeigte eine für sein Alter wahrhaft beachtliche Leistung.
Moderne Werke im zweiten Teil
Mit Edward Elgars „Serenade für Streichorchester“ wurden im Anschluss deutlich lyrischere Töne angeschlagen. Die spätromantische Komposition zeichnete sich durch expressive Melodiebögen aus, die durch das Kammerorchester ausdrucksstark transportiert wurden. Nils Malpricht unterstrich mit seinen Soloeinwürfen an der Geige beeindruckend die Emotionalität der Komposition. Dirigentin Laxa führte das Ensemble mit einem klaren Gespür für Details sicher durch die feinen dynamischen Abstufungen des Elgar’schen Werkes.
Nach der Pause standen zwei deutlich modernere Werke auf dem Konzertprogramm. Den Anfang bildete Harald Genzmers „Sinfonietta für Streichorchester“. Die viersätzige Komposition war von breiten Klangflächen geprägt, die das Kammerorchester prononciert vorzutragen wusste. Die scharfen Stimmungswechsel von schroff zu lyrisch meisterte Laxa mit ihrem Ensemble routiniert. Ein besonderer Höhepunkt war der rhythmische zweite Satz, dessen archaisch-treibende Qualität vom Orchester prägnant umgesetzt wurde.
Schwingungen zum Schmunzeln
Die kontrastreiche „Simple Symphony“ von Benjamin Britten bildete den Abschluss der Konzertmatinee. Die zahlreichen modernen Spieltechniken dieses Werkes loteten die Musiker gekonnt aus und stellten dabei zugleich ihre eigene Virtuosität unter Beweis. Trotz des ungestümen Charakters der Komposition gelang es Laxa, auch den feinsinnigen Humor Brittens präzise herauszuarbeiten, der sich besonders im zweiten Satz „Playful Pizzicato“ zeigte. Dieser komplett gezupfte, beschwingte Satz brachte das begeisterte Publikum mehrfach zum Schmunzeln. Die besondere Synthese aus Elementen von alter und neuer Musik, die sich in Brittens Komposition findet, fasste das ebenso vielfältige Konzertprogramm des Kammerorchesters treffend zusammen. Vom Publikum wurde die hervorragende Leistung des spielfreudigen Ensembles mit tosendem Beifall belohnt.