Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Junge Deutsche Philharmonie im BASF-Feierabendhaus

Der Jungen Deutschen Philharmonie gehören Studierende deutschsprachiger Musikhochschulen an.
Der Jungen Deutschen Philharmonie gehören Studierende deutschsprachiger Musikhochschulen an.

Mit einer überaus attraktiven Werkfolge sind die BASF-Konzerte ins neue Jahr gestartet. Im Feierabendhaus hat sich die Junge Deutsche Philharmonie aus Studierenden deutschsprachiger Musikhochschulen unter Leitung des englischen Dirigenten Mark Elder präsentiert.

Thema des Programms war Folklore in anspruchsvollem klassischem Gewand. Den Auftakt zur Vortragsfolge (mit ungarisch-transsilvanischem Schwerpunkt) gaben Zoltán Kodálys (1882 bis 1967) Tänze aus Galánta, und den Schlusspunkt setzte Béla Bartóks Concerto für Orchester. Zwischen Kodály und Bartók erklangen Luciano Berios (1925 bis 2003) Folk-Songs (aus Nordamerika, Armenien, Aserbaidschan, Frankreich, Italien, Sizilien und Sardinien) für Mezzosopran und Orchester und ein Frühwerk von György Ligeti (1923 bis 2006): sein Concert Romanesc (Rumänisches Konzert). Zwei Standardwerke der Moderne aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts umrahmten also Kompositionen von zwei führenden Köpfen der Avantgarde der Nachkriegszeit bis zur Jahrtausendwende.

Hoher Standard

Durch die Junge Deutsche Philharmonie unter Mark Elders vorbildlicher Stabführung erfuhren die vier Stücke allesamt in jeder Beziehung adäquate, ja begeisternde Aufführungen. Was allerdings keineswegs überraschte. Der hohe musikalische und spielerische Standard zahlreicher Jugendorchester – zu denen, wie jetzt im BASF- Feierabendhaus zu erfahren war, auch die Junge Deutsche Philharmonie gehört – ist mittlerweile bekannt.

Dementsprechend spielten die jungen Philharmoniker überlegen, kompakt und homogen, wo es darauf ankam, etwa in Ligetis Rumänischem Konzert oder im überwältigenden, in rasendem Tempo vorbeirauschenden Schlusssatz von Bartóks Concerto. Es beeindruckte dabei die Virtuosität der Streichergruppen (nicht zu vergessen die Solobeiträge der Konzertmeisterin bei Ligeti und der beiden ersten Bratschistinnen). Durch spielerische Brillanz und elegante Solobeiträge nahm ihrerseits die Holzbläsergruppe sehr für sich ein, während die Blechbläser durch ihre spielerische Souveränität und ihre durchweg kontrollierte sonore Gewalt imponierten.

Detailfreudige Spielweise

Koordiniert wurde das Orchester in der Art des sinfonischen Strategen im großen Stil von Mark Elder, seines Zeichens Musikchef des Hallé Orchestra in Manchester, der seine jungen Philharmoniker unermüdlich, mit sehr beredter Dirigiergestik zu durchweg ebenso intensiver wie differenzierter, detailfreudiger Spielweise animierte.

Last not least die Solistin: Die singapurisch-britische Sängerin Fleur Barron trug Berios Folk Songs mit feinem Mezzotimbre und letzter bedingungsloser Hingabe vor. Eigentlich durchlebte sie die Lieder. Zwei Zugaben gab es zum Schluss, und beide stammten von Elders Landsmann Edward Elgar (1857 bis 1934): „Die wilden Bayer“ und „Chanson de Nuit“ (Nachtgesang).

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