Sportler im Blick RHEINPFALZ Plus Artikel Julian Rieck im Winter Basketballer, im Sommer Tennisspieler bei Mutterstadt

Julian Rieck (rechts) kurbelt für Lambsheim das Aufbauspiel an.
Julian Rieck (rechts) kurbelt für Lambsheim das Aufbauspiel an.

Die Formkurve zeigt nach oben bei den Oberliga-Basketballern von Eintracht Lambsheim. Einigen Anteil daran hat ein Aufbauspieler, der erst gar nicht für „United“ spielen wollte.

Seit gut drei Monaten ist Julian Rieck fester Bestandteil der Basketballmannschaft von Eintracht Lambsheim. Der 39-jährige Spielmacher findet immer besser ins Team. Dass er überhaupt für die Eintracht aufläuft, hat einen weniger erfreulichen Hintergrund. Im November bekam der selbstständige Unternehmensberater einen Anruf von Eintracht-Kapitän Niels Gutknecht, der ihm von der problematischen Situation auf der Aufbauposition – Marc Rodriguez-Piera verletzte sich schwer an der Achillessehne – berichtete und fragte, ob Rieck aushelfen könne. Rieck sagte zu.

Im Sommer 2022 hatte die Eintracht bereits bei dem Familienvater, der in Ludwigshafen-Ruchheim wohnt, angefragt. Damals lehnte Rieck jedoch ab. „Ich habe wegen Familie, Arbeit und einer längeren Reise Abstand davon genommen“, berichtet der Sportler. Zudem wollte er keine schlechte Stimmung ins Team bringen, weil er unter Umständen einem der vier Aufbauspieler den Platz weggenommen hätte.

Achtjährige Basketball-Abstinenz nicht zu merken

Trotz achtjähriger Abstinenz vom Basketball, scheint Rieck nichts verlernt zu haben. Im Gegenteil. Sein Coach schwärmt von seinem Spielmacher. „Er ist ein Glücksgriff für uns. Auch ich kann noch von ihm lernen“, sagt Schumacher. Der Spielmacher sei körperlich in einer Top-Verfassung. Das ist kein Wunder. Rieck spielt seit seiner Kindheit nicht nur Basketball, sondern auch Tennis. Letzteres war auch die Sportart, die er durchgängig ausübte. Auch während seines Studiums für Sportökonomie und Management in Köln fuhr er in den Sommermonaten gen Süden, um für den TC Mutterstadt die Medenrunde zu spielen. Im Winter zog es ihn dann aber an den Korb, als er für die DJK Südwest Köln in der Regionalliga spielte.

Nach Beendigung seines Studiums ging es für ihn zurück nach Speyer. Dort spielte er bis 2015 für die BiS Baskets. „Hauptsächlich für die zweite Mannschaft in der Oberliga und der Zweiten Regionalliga“, berichtet er. Für ihn war es nicht das erste Mal, dass er das Trikot von BiS über seine Schultern streifte. Bereits als Jugendlicher lief er für Speyer auf. Im Alter von 14 Jahren hatte er in Schifferstadt mit dem Basketball angefangen. In Speyer lief es überaus gut. „Wir sind mit der U20 einmal Dritter und einmal Vize-Meister geworden“, erinnert sich Rieck. Anschließend spielte er im Speyerer Regionalligakader und trainierte in der Pro B-Mannschaft mit, ehe das Studium in Köln begann.

Auslandssemester in Mexiko

Das führte ihn unter anderem nach Mexiko, wo er sein Auslandssemester absolvierte. „Ich war sechs Monate in Mexiko City und habe in einer Agentur für Nike und die NFL gearbeitet“, berichtet er. Der Staat in Mittelamerika scheint Eindruck beim Familienvater hinterlassen zu haben. Noch heute schwärmt Rieck von dieser Zeit. „Mexiko kennenzulernen, die Leute, das Essen, die Kultur und die Sprache“, sinniert der Basketballer.

Zurück in Deutschland stieg er wieder ins Sportbusiness ein und engagierte sich im Organisationsteam der Flag-Football-Weltmeisterschaft, eine Ballsportart, die aus dem American Football entstanden ist. Beruflich ist er mittlerweile nicht mehr im Sport, sondern um Umfeld der Medizin beheimatet. „Ich bin selbstständig und berate Start-up-Unternehmen, die eine Kardiovaskuläre Innovation in den Markt bringen wollten“, sagt Rieck. Dabei arbeite er weltweit mit Gefäßmedizinern zusammen.

Zu Hause ist er seit einigen Jahren in Ruchheim, wo er zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern lebt. Die Nähe nach Lambsheim mache es ihm leicht, zu trainieren. „Die Mädchen bringe ich vorher ins Bett und dann fahre ich die sechs Minuten mit dem Auto ins Training. Das ist entspannt“, sagt Rieck.

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