Ludwigshafen Jugend startet durch

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Dannstadt-Schauernheim. Das Alleinstellungsmerkmal hängen die Segelflieger in Dannstadt nicht an die große Glocke. In Deutschland gibt es keinen Verein, der in der Bundesliga, der Zweiten und der Landesliga jeweils eine Mannschaft am Start hat. Das gibt es nur am Standort Ludwigshafen-Dannstadt. Der Standort an der A 61 ist nicht nur führend in Deutschland und Rheinland-Pfalz, er ist auch Gründungsmitglied der Segelflug-Bundesliga – und stellt seit vergangenem Jahr eine der besten deutschen Nachwuchsteams. Die U25 wurde Deutscher Vizemeister. Einer der erfolgreichen Nachwuchspiloten ist Johannes Dibbern. Ende 2013 hat ihn das Fliegervirus erfasst. „Nun werde ich es nicht mehr los“, sagt der 19 Jahre alte Student der Angewandten Informatik in Worms scherzhaft. Anfang 2015 bestand Dibbern den Flugschein und ein Jahr später flog er für die Bundesliga-Mannschaft. Der Höhenflug im Eiltempo gipfelte schließlich im zweiten Platz in der U-25-Liga. „Das war ein toller Erfolg, denn im Vergleich zum Deutschen Meister Königsegg hatten wir fünf Piloten. Sie hatten zehn“, erzählt Dibbern. Nils Koster (23), Jan Hertrich (25), Alexander Meinicke (17) und Simon Schmidt Meinzer (25) sowie Dibbern bildeten das Erfolgsteam. Auch diese Saison, die heute beginnt, wollen sie wieder zu den Top-Mannschaft gehören. Doch einfach wird das nicht. Denn Schmidt-Meinzer hat die Pfälzer verlassen, weil er im Allgäu seinen Schreinermeister macht. „Wir brauchen Manpower. Drei Flüge gehen in die Wertung. Wir sind diese Saison vier Piloten“, sagt Dibbern. Das Quartett ist der ganze Stolz der Dannstadter. Sie legen Wert auf Nachwuchsförderung. Jährlich werden Schnupperwochenenden veranstaltet. Bei so einem Termin hat Dibbern, sein Bruder Konstantin und Vater Klaus das Virus erfasst. „Jeder, der als Hobby fliegt, ist voll dabei, weil es so viel Spaß macht“, betont Dibbern. Allerdings, präzisiert der Limburgerhofer, meint er damit das Segelfliegen. „Motorfliegen ist langweilig“, sagt Dibbern. Nur beim Segelfliegen sei man ständig damit beschäftigt, wie man in der Luft bleibe. Pro Minute werden sieben Entscheidungen gefällt. Sieben bis acht Stunden kann ein Wettkampfflug dauern. Über 19 Wochenenden geht eine Saison. Segelfliegen ist daher kein Wellness-Sport, sondern verlangt von den Piloten eine gewisse körperliche Fitness und Belastbarkeit ab. „Wir haben eine hohe körperliche und kognitive Beanspruchung. Es ist nicht möglich, ohne Ausdauersport zu fliegen“, sagt Trainer Charly Müller. Johannes Dibbern joggt, sagt er. Er fliegt körperlich nur am Wochenende. Unter der Woche übe er am Simulator an seinem Computer. Über Ostern macht er eine Ausnahme. Da treffen sich in Lachen-Speyerdorf die Kaderpiloten. Dibbern gehört dazu. Vier Tage dauert der Lehrgang. Der Aufstieg von Johannes Dibbern ist rasant. Er kommt aber nicht von Ungefähr. Dibbern ist ein intelligenter, vernünftiger, junger Mann, der strukturiert ist und mit seinen jungen Jahren schon einige Lebenserfahrung hat. Dibbern wird diese Saison wieder zu den erfolgreichen Fliegern des Bundesligisten in Dannstadt gehören. Er wird wohl auch wieder unter Beobachtung stehen. „Als wir jung waren, haben wir zu den Bundesliga-Piloten aufgeschaut. Jetzt haben wir etwa 20 Flugschüler. Diese schauen nun auf uns“, sagt Dibbern.

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