Ludwigshafen „Jeder kann sich nach seinen Möglichkeiten einbringen“

Erinnerungen an den Frühling: Unter anderem gehören auch Wanderungen zum Programm der Initiative „Aktiv in Schauernheim“.
Erinnerungen an den Frühling: Unter anderem gehören auch Wanderungen zum Programm der Initiative »Aktiv in Schauernheim«.

«Dannstadt-Schauernheim.» Fünf Jahre gibt es die Initiative „Aktiv in Schauernheim“ der dortigen protestantischen Kirchengemeinde. Sie gilt inzwischen als Erfolgsmodell für ein offenes, überkonfessionelles Angebot von Senioren für Senioren. Am Freitag, 13. April, wird das mit einem Jubiläumsabend gefeiert. „Marktplatz regional“-Mitarbeiterin Andrea Clemens nahm dies zum Anlass, um mit der Initiatorin, Gemeindepädagogin Beate Özer, über das Angebot zu sprechen.

Fünf Jahre „Aktiv in Schauernheim“ – ein Erfolgsmodell auch für die Zukunft?

Ja, ich glaube schon. Nach fünf Jahren haben sich die Angebote verstetigt. Es hat sich ein fester Kern gebildet mit „beweglichen“ Rändern. Es kommen immer wieder Interessierte hinzu und das Ganze lebt ja auch von neuen Ideen. Das Altersspektrum hat sich mittlerweile auf 60 bis über 80 eingependelt, wobei die Teilnehmer und Anbieter auch aus den umliegenden Ortschaften kommen. Wie hat es damals angefangen? Mit einem ersten Informations- und Planungsabend, der gleich ein voller Erfolg wurde. Viele Interessierte haben damals Wünsche vorgebracht und Angebote vorgestellt, die sie einbringen wollten. Viele dieser ersten Ideen und Angebote haben sich über die Jahre erhalten, etliche weitere sind dazu gekommen. Sie waren damals die Initiatorin. Inwieweit sind sie heute noch gefordert? Genau genommen waren es zwei weitere Frauen aus unserer Kirchengemeinde, mit denen ich diese Idee zum Anlaufen gebracht habe. Diese „Planungsgruppe“ hat sich inzwischen erweitert und ist nach wie vor der Kopf der Initiative. Ich selbst bringe mich mit den Café-Nachmittagen zu speziellen Themen ein, bin Ansprechpartnerin bei Fragen, füge die Texte der Anbieter in einem alle drei Monate erscheinenden Flyer zusammen und stelle Kontakte zu Referenten her. Die einzelnen Angebote werden von Gruppen oder Einzelpersonen organisiert und durchgeführt, bei mir laufen die Fäden zusammen. Was ist das Besondere an „Aktiv in Schauernheim? Dass sich jeder entsprechend seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten einbringen kann. Wir bilden damit einen Rahmen für Menschen, die etwas anbieten, selbst etwas unternehmen und nicht nur konsumieren wollen, sondern ihr Rentnerleben gestalten möchten. Zugleich profitieren diejenigen, die nicht mehr so aktiv sein können. Und wohlgemerkt ist die Freude bei denen, die etwas von ihren Fähigkeiten zur Verfügung stellen, mindestens so groß, wie bei den Nutznießern. Und: Es ist eine wunderbare Möglichkeit, in Zeiten, in denen man noch aktiv sein kann, ein soziales Netz zu knüpfen, auf das man dann später, wenn sich die eigenen Möglichkeiten altersbedingt einschränken, hoffentlich zurückgreifen kann. Wie entstehen neue Ideen? Wir haben regelmäßige Planungstreffen, zu denen 25 bis 30 Personen kommen. Dort kann jeder seine Ideen einbringen und erhält so auch Resonanz. Und das, was angeboten wird, muss auch nicht alles perfekt sein. Jeder hat die Freiheit, sich so weit einzubringen wie er möchte und kann. Wie sieht das Angebot aktuell aus? Das Programm deckt alle Facetten des Lebens ab und spricht ganzheitlich Körper, Seele und Geist an. Dabei erheben wir durchaus auch einen Bildungsanspruch und möchten auch spirituelle Angebote machen. Wenn etwas von Interesse ist, das wir nicht in Selbstorganisation anbieten können, versuchen wir Referenten von außen zu gewinnen. So bieten wir beispielsweise Sturzprophylaxe mit einer Referentin vom Bildungswerk Sport in Schifferstadt an. Gesellige Abende und der sommerliche Hock hinterm Haus runden das Programm ab. Dabei sind die Gruppen nicht fest, vielmehr handelt es sich um unverbindliche Angebote. So sind einige Leute ständig dabei, andere kommen gezielt, wenn sie etwas interessiert. Was ist für den Jubiläumsabend geplant? Wir wollen einen Programmabend gestalten, bei dem das Publikum mit einbezogen sein wird. Einzelne Gruppen werden sich und ihr Aktivitäten vorstellen und mit unterschiedlichen und unterhaltsamen Beiträgen durch die fünfjährige Geschichte unserer Initiative führen. Mit einem kleinen Film mit Spots und Einspielungen wird auch in Bild und Ton zurückgeblickt. Im Anschluss gibt es Musik, die zum Tanzen einlädt. Termine —Jubiläumsabend am Freitag, 13. April, 18.30 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus Schauernheim, Hintergasse. Anmeldung bis Freitag, 6. April, bei Renate Keck, Telefon 06231/2213, oder Elke Meyer, 06231/4529 —Zuvor, am Samstag, 7. April, steht eine Wanderung zum Friedensdenkmal in Edenkoben mit Einkehr auf dem Programm. Weitere Auskunft und Anmeldung bei Gerald Sattel, Telefon 06231/3223.

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