Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Innenminister betont die Kraft des Sports

Die Polizei informierte an ihrem Stand im Foyer über Kriminalitätsvorbeugung.
Die Polizei informierte an ihrem Stand im Foyer über Kriminalitätsvorbeugung.

Beim „Tag der Vielfalt“ in der Eberthalle haben sich Polizei, Migrationsbeirat sowie Vereine und Institutionen präsentiert. Handball-Zweitligist Eulen Ludwigshafen bot beim Heimspiel die Plattform.

„Es ist wichtig, dass der Sport seine Chancen nutzt, um die Menschen zusammenzubringen“, sagte der auch für Sport zuständige Innenminister Michael Ebling (SPD) bei seinem ersten Besuch bei den Eulen. Mit der Partie gegen den VfL Potsdam sah der Minister das Handballspiel in Ludwigshafen, das unentschieden endete. Gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern hatten die Eulen zum „Tag der Vielfalt“ geladen.

Gerade in Sachen Zusammenhalt könne der Sport eine enorme Kraft für Ludwigshafen entwickeln, sagte Ebling. Mit der Initiative „Gemeinsam für LU“ wollen Polizei und Eulen ohnehin schon für mehr Zivilcourage und damit mehr Sicherheit in der Stadt sorgen. Vielfalt gab’s auch in Sachen Maskottchen. Die Eulen bekamen Verstärkung von GAG-Maskottchen „Blitzi Blue“, dem Maskottchen der Sparkasse und von „Betzi“ vom 1. FC Kaiserslautern. Von der Reichweite der Zweitliga-Handballer profitierten alle Teilnehmer.

Zum Beispiel Peter Stahl. Der Vorsitzende des Behindertensportvereins und seine Mitstreiter zeigten im Hallenfoyer, dass gemeinsamer Sport für Menschen mit und ohne Behinderung problemlos möglich ist. „Es ist schön, dass die Eulen auch Vereinen wie uns eine Plattform bieten“, freute er sich. Der BSV nutzte die Gelegenheit gleich für einen kleinen Werbeblock: „Am 22. April findet in Ludwigshafen die Deutsche Meisterschaft im Kegeln für Menschen mit Behinderung statt.“

Infos zum Thema Depression

Schräg gegenüber machte die Robert-Enke-Stiftung auf das Thema Depression aufmerksam. Eine Krankheit, die den einstigen Nationalwart vor 14 Jahren in den Tod trieb. Depressionen seien nicht nur im Sport, sondern auch in der Bevölkerung weiterhin ein Tabuthema, bedauerte Marike Kukla von der Stiftung. „Wir sind bei vielen Sportarten unterwegs und neuerdings auch bei Kurt Krömer“, zählte Kukla auf. Eben bei allen Vereinen und Institutionen, die Interesse an Informationen rund um die Krankheit haben.

Die Mitglieder des Ludwigshafener Seniorenrats hatten einen besonderen Auftritt. So erzählten Brigitta Scheib und ihre Kolleginnen nicht nur von ihrer täglichen Arbeit zur Verbesserung der Situation von Senioren und mobilitätseingeschränkten Menschen, sondern sie liefen mit den Handballern in die Halle ein. Durch das Projekt „Gemeinsam für LU“ sei eine große Gemeinschaft zwischen Senioren, Eulen und Polizei gewachsen, berichtet Scheib. „Deshalb haben wir uns sehr über die Einladung zu diesem besonderen Tag gefreut.“

Integratives Angebot für Handball gefordert

Organisiert hatte den „Tag der Vielfalt“ Julia Ost. Sie ist Mitarbeiterin der Eulen-Geschäftsstelle und für die Heimspielorganisation zuständig. „Für uns ist dieses Thema superwichtig“, betonte die 27-Jährige, warum der dritte Eventspieltag der Saison, neben Familientag und „1-Euro-Spiel“, der Vielfalt gewidmet war. „Wir wollen unsere Reichweite für ein solches Event nutzen.“

Deshalb hatten auch die Special Olympics ihren Platz erhalten. Denn noch gibt es in der Pfalz keine Möglichkeit, gemeinsam Handball zu spielen. Noch nicht, betonten Margit Trübenbach und Angelika Krauß von den Special Olympics. „Auch Menschen mit Behinderung können Handball spielen und haben Spaß daran!“ Deshalb sei die Organisation aktuell mit dem Pfälzer Handballverband und den Eulen im Gespräch, denn aktuell bieten nur zwei Vereine in Mannheim und Wiesloch ein integratives Handballangebot. „Wir hoffen, dass im Herbst auch ein Angebot in der Pfalz dazukommt“, sagte Trübenbach. Für Gehörlose gibt es ein solches Angebot immerhin schon. Sogar mit einer eigenen Nationalmannschaft. Und mit Alexander Zimpelmann kommt der zuständige Bundestrainer sogar aus Freinsheim. Auch er durfte sich und seine Arbeit in der Eberthalle vorstellen. Er bereitet seine Mannschaft aktuell auf die Weltmeisterschaft im Juli im dänischen Kopenhagen vor.

Jede Menge Vielfalt gab’s also bei einem ganz besonderen Spieltag der Eulen in der Eberthalle. Da konnte auch der neue Innenminister nur staunen.

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