Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel In Oggersheim verschwinden mehrere Hochhäuser

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Das städtische Ludwigshafener Wohnungsunternehmen GAG plant den zeitversetzten Abriss und Neubau mehrerer Hochhäuser in Oggersheim-West. Grund: Eine Sanierung sei nicht wirtschaftlich. 600 Bewohner sind betroffen.

Die GAG-Hochhäuser stehen in der Stefan-Zweig-Straße in Oggersheim-West. In dem Komplex gibt es insgesamt 214 Wohnungen mit 500 bis 600 Bewohnern. Die Hochhäuser sollen durch etwas niedrigere Neubauten mit energieeffizienten und öffentlich geförderten Mietwohnungen ersetzt werden. Das hat das Wohnbauunternehmen am Mittwoch mitgeteilt. Der Aufsichtsrat des Wohnbauunternehmens habe dem Abriss des Hochhauskomplexes zugestimmt, informierten die Vorsitzende Jutta Steinruck und GAG-Vorstand Wolfgang van Vliet.

Nach intensiven Untersuchungen der Bausubstanz und der Prüfung möglicher Varianten einer Sanierung sei die GAG zu dem Schluss gekommen, dass ein Abriss und anschließender Neubau die einzig sinnvolle Lösung sei. Dies sei „alternativlos“, so van Vliet. Grund sei die miserable Bausubstanz. In den vergangenen anderthalb Jahren seien die Gebäude, der Brandschutz und die technische Ausstattung (Lüftung, Sanitär, Heizung, Elektro) von Fachingenieuren untersucht und bewertet worden. Das Ergebnis: „Eine Ertüchtigung der bestehenden Gebäude ist nicht darstellbar, weder wirtschaftlich noch technisch“, betont der GAG-Chef.

Schäden an Fassaden

Festgestellt wurden Schäden am Beton der Balkone und der Fassade, erläutert Klaus Schäffner, fürs Planen und Bauen zuständiger Technischer Prokurist der GAG. „Wir sehen keine Möglichkeiten, die Fassade zu sanieren, weil diese aus vorgehängten Platten besteht“, nennt Schäffner einen Punkt von vielen. Die Parkdecks seien marode, die gesamte Haustechnik müsste erneuert werden.

Eine Prüfung habe ergeben, dass eine Teilsanierung wegen Schadstoffen nicht möglich sei. Eine Vollsanierung würde fast genauso teuer kommen wie ein Abriss und Neubau. Dieser bringe jedoch einen Mehrwert und ermögliche auch eine neue Gestaltung des Quartiers, so Schäffner.

Niedrigere Nachfolgebauten

„Am Ende sollen nach dem Verschwinden der alten Hochhäuser zeitgemäße, niedrigere Häuser für die Mieter bereitstehen“, kündigt van Vliet an. Klar sei auch, dass hier wieder geförderte Wohnungen mit bezahlbaren Mieten für die Bewohner entstehen sollen. Angestrebt würden sogar etwas mehr als die heute vorhandenen 214 Wohneinheiten.

Wie’s nun weitergeht? Zunächst ist vorgesehen, dass die zwei maroden Parkdecks abgerissen werden. Auf dieser Fläche soll dann das erste neue Wohngebäude gebaut werden. Nach dessen Fertigstellung ziehen die Mieter des ersten Altbaus hier ein. Ihr bisheriges Zuhause wird abgerissen. An dieser Stelle entsteht dann ein weiterer Neubau, in den die Mieter des zweiten Altbaus einziehen – und so soll es in den kommenden Jahren dann weitergehen, bis alle Altbauten ersetzt sind.

Investition von 90 Millionen

Pro Bauabschnitt werden zwei Jahre veranschlagt. Damit wird das Gesamtprojekt etwa 18 Jahre dauern, meint die GAG-Spitze. Das Investitionsvolumen für das Projekt beläuft sich auf 80 bis 90 Millionen Euro, allerdings nach heutigen Preisen. Der erste Bauabschnitt ist für Anfang 2024 geplant. Erste Umzüge der Mieter in die neu errichteten Häuser für sollen Anfang 2026 stattfinden. Das städtebauliche Konzept für die Neubauten wird laut GAG momentan mit der Stadtverwaltung erarbeitet. „Der nächste Schritt ist der Einstieg ins Bebauungsplanverfahren, daran sind die Politik und die Bürger beteiligt“, kündigte van Vliet an.

Die Planung für die Neubauten läuft nun an. „Wir sind noch in einer ganz frühen Phase, in der Ideenphase“, machte van Vliet deutlich, dass alle Beteiligten von Anfang an mit einbezogen werden sollen. „Das Riesenprojekt wird zu einer Verbesserung der Wohnungssituation in Oggersheim führen“, sagte OB Steinruck. Die GAG beweise damit wieder ihren Wert für die Stadt. „Die hier lebenden Menschen werden nicht heraussaniert“, betonte sie. Klimagerechtes Bauen sei wichtig für die Zukunft, auch deshalb ergebe der Neubau Sinn. Laut GAG sind Mieter und Anwohner schriftlich informiert worden. Ansprechbar sei auch das Wohnungsverwalterbüro in der Fröbelstraße.

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