Fußball
Icon League: Ludwigshafener Ricardo Antonaci läuft mit Stars in der Halle auf
Ricardo Antonaci ist ein Gesicht des Fußball-Oberligisten FC Arminia Ludwigshafen. Der 30-Jährige ist Kapitän, Führungsspieler und Leistungsträger. Der vielseitige Abwehr- und Mittelfeldspieler ist einer, der den Ball fordert, das Spiel organisiert und strukturiert sowie seine Ideen in den Aufbau einbringen will. Ricardo Antonaci geht aber auch regelmäßig in stets gut besuchten Hallen seinem Hobby Fußball nach. Und zwar in der so genannten Icon League. „Ich spiele bei Two Stripes United, das ist eine Mannschaft, die von den Team-Heads Robert Andrich, der häufig vor Ort ist, und Felix Kroos, dem Bruder von Weltmeister Toni Kroos, geführt wird“, informiert Antonaci.
Diese Mannschaftsköpfe sind quasi die Aushängeschilder ihrer Teams, spielen aber nicht zwangsläufig selbst mit. Beim Leverkusener Nationalspieler Andrich zum Beispiel wäre dies gar nicht möglich. Da würde Bayer einen Riegel vorschieben. Andere bekannte Spieler, die Teams führen, sind Fabian Reese, David Alaba, Antonio Rüdiger, Jordan Torunarigha, Claudio Pizarro, Franck Ribéry, Martin Harnik oder Simon Terodde. „Der eine oder andere Ex-Profi läuft tatsächlich auf und sorgt dafür, dass das Niveau sehr hoch ist. Es ist schon etwas Besonderes, gegen solche Akteure zu spielen und mit ihnen in Kontakt zu kommen“, erklärt Antonaci. Die Verträge seien nicht schlecht dotiert, wohl auch, weil die Begegnungen teilweise im Fernsehen übertragen werden.
Spezialisten in der Halle
In erster Linie rekrutieren sich die Teams aber aus Futsal-Spezialisten, die für diese Art des Fußballs wie geschaffen scheinen. „Bei uns steht zum Beispiel Gabriel Oliveira im Kader. Das ist der stellvertretende Kapitän der Futsal-Nationalmannschaft“, berichtet Antonaci, in dessen Team kein Ex-Profi zu finden ist. In der abgelaufenen Runde, der dritten Saison insgesamt, schafften es die Two Stripes United bis ins Endturnier in Wien. Vor 12.000 Zuschauern scheiterten sie dort im Halbfinale mit 6:7 denkbar knapp am späteren Sieger DNA Athletics mit dem österreichischen Internationalen David Alaba als Teamchef.
Die Icon League ist eine Hallenfußball-Liga und verfügt über Regeln, die sich von den klassischen Fußballregeln unterscheiden, um den Spielen die Elemente Dynamik und Unterhaltung hinzuzufügen. „Spielfeld und Tore sind größer als beim regulären Hallenfußball, es gibt fünf Spieler pro Team, von denen einer der Torwart ist, der sich aber in den Angriff einschalten kann“, nennt der Ludwigshafener besondere Merkmale. Dazu gehört auch, dass das Überzahlspiel geregelt sei und in manchen Fällen ein Tor doppelt zähle. Im Vordergrund stehe der Event-Charakter, was den Beteiligten viel Spaß mache. Die Spielzeit beträgt zweimal zwölf Minuten. „Die Partien sind von großem Ehrgeiz, hoher Intensität und vielen Zweikämpfen geprägt. Dennoch läuft alles fair ab“, sagt Antonaci.
Wichtige Kontakte
14 Formationen gibt es, die eine einfache Runde spielen. Die Kadergröße der Teams bewegt sich in der Regel um die 15 bis 16 Aktive, von denen etwa ein knappes Dutzende an den Spieltagen aufläuft. In der vergangenen Saison, die sich meist nur über drei Monate erstreckt, wurde überwiegend in Düsseldorf gespielt. Hauptspieltag ist der Montag, es gibt aber auch Doppelspieltage am Montag und Dienstag. Bisher gab es drei Spielzeiten, bei zwei von ihnen war der Armine dabei. „Trotz des unterhaltenden Charakters ist viel Taktik im Spiel, es sind Systeme erkennbar und es gibt einstudierte Spielzüge“, verdeutlicht Antonaci, der positive Signale erhalten habe, auch in der kommenden Runde dabei zu sein.
Antonaci, der in der Zeitarbeitsfirma, in der sein Vater Toni Geschäftsführer ist, im Bereich Personalleasing arbeitet, hat in Düsseldorf Sportmanagement studiert. In der Jugend spielte er in Ruchheim, Oggersheim, beim Ludwigshafener SC und 1. FC Kaiserslautern. Er bringt es auf stattliche 175 Regionalligaspielen für Wormatia Worms, TuS Koblenz, FC Gießen, VfB Homberg und Alemannia Aachen. „Vor allem in der Aachener Zeit habe ich viele, sehr wichtig Kontakte geknüpft, von denen ich profitiere“, sagt der 30-Jährige.
Bleibt die Frage, wie sich der FC Arminia wegen möglicher Verletzungen zum Nebenjob Antonacis stellt. „Es gibt keine Probleme, weil von Anfang an alles abgeklärt war. Ich mit Sportchef Markus Impertro die Sache offen besprochen habe. Ich bin Markus und der Arminia dankbar, dass sie meinem Wunsch entsprochen haben“, versichert der FCA-Kapitän. Bei allem Enthusiasmus für den Hallenkick, stellt Antonaci eines klar: „Das Feld hat immer Vorrang, und die Arminia ist meine Nummer eins.“ Im Abstiegskampf in der Oberliga ist ein verletzungsfreier und fitter Ricardo Antonaci von großer Bedeutung.