Ludwigshafen „Ich wollte anspruchsvolle Stücke“
«Rödersheim-Gronau.» In seinem ersten Konzert mit rein weltlicher Musik hat sich der protestantische Kirchenchor Alsheim-Gronau den Liebesliedern gewidmet. Und das unter dem romantischen Motto „Wer da nicht zu seufzen weiß, lernt es unterm Lieben“. Warum das Liebesmotiv die großen Komponisten zu Höchstform auflaufen ließ und die Werke alles andere als leicht und lässig sind, erläutert Chorleiter Ludwig Magin im Gespräch.
Nein. Grundsätzlich schließen sich ja Kirche und Liebe nicht aus. Aber hier fiel die Wahl auf Liebeslieder, weil ich gern ein anspruchsvolles Stück mit dem Chor präsentieren möchte – und das sind eben die Liebesliederwalzer von Johannes Brahms, die im zweiten Teil des Konzerts gesungen werden. Mit diesem größeren Werk möchte ich die alltägliche Repertoirearbeit um anspruchsvolle Chorwerke bereichern und die 17 ambitionierten Sängerinnen fordern und motivieren. Hat das Konzert auch einen anderen Rahmen? Ja, es soll nicht in der Kirche, sondern im Gemeindesaal stattfinden. Grund ist auch, dass wir die Leute zum Chor-Konzert locken möchten und nicht zu einem Kirchen-Chor-Konzert. Ich möchte damit zeigen, wie vielfältig die Chorarbeit ist. Vielleicht bekommt dann die eine oder andere Dame Lust, mitzumachen. Der Kirchenchor Alsheim-Gronau ist kein Neuling in Sachen weltlicher Musik. Wie kam es dazu? Vor zwei Jahren haben wir mangels Männerstimmen den damals gemischten Chor in einen Frauenchor umgewandelt. Dabei haben wir unser bis dahin geistliches Repertoire um weltliche Literatur erweitert, um auch für Nicht-Kirchgänger attraktiv zu sein, zumal wir einer der wenigen Frauenchöre in der Gegend sind. Schon unser letztes Weihnachtskonzert hatte weltliche Anteile. Wie wählen Sie die Werke aus? Neben dem normalen täglichen Repertoire suche ich stets größere, anspruchsvolle Werke und greife gerne auf solche zurück, die ich selbst mal in einem gemischten Chor gesungen habe. Dabei ist es gar nicht so einfach, Werke für einen Frauenchor zu finden. Ich nehme Stücke, die ich selbst beherrsche und die ich auch mag, denn nur dann kann ich auch den Chor dafür begeistern. Was steht außer Brahms’ Liebesliederwalzern noch auf dem Programm? Noch einige Liebeslieder im Walzertakt. Dabei spannen wir den Bogen vom Barock mit Georg Friedrich Händels „Laschia ch’io pianga“ über Brahms, Schubert bis zu modernen Liebesliedern wie „Swinging Magdalena“ und „Can you feel the love tonight“. Solistin wird Lena-Maria Kosack sein. Termin Liebesliederwalzer-Soiree am Samstag, 9. Juni, 17.30 Uhr, im Gemeindesaal über der Luise-Koch-Kindertagesstätte, Schulstraße. Eintritt: neun Euro, Kartenvorverkauf bei den Sängerinnen.