Interview RHEINPFALZ Plus Artikel „Ich würde mir zu gerne mal die BASF bei Nacht ansehen“

Denny Humbeck im Gespräch mit Volker Endres (rechts).
Denny Humbeck im Gespräch mit Volker Endres (rechts).

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Am Montag haben wir an der Kerwe in Edigheim Denny Humbeck (36) getroffen, IT-Administrator aus Oppau.

Was treibt den Oppauer nach Edigheim?
Nachdem es heute Nacht mal wieder viel zu warm gewesen ist, wollte ich ein wenig frische Luft schnappen und bin durch die Grünanlage bis hierher gelaufen.

Böse Zungen behaupten, dass die drei natürlichen Feinde des IT-Administrators, frische Luft, Sonnenlicht und das unerträgliche Geschrei der Vögel sind. Auf Sie trifft das offensichtlich nicht zu …
Auf keinen Fall. Es ist außerdem längst nicht mehr so, dass die ITler mit dicker Hornbrille und fettigen Haaren irgendwo in einem Keller vor einem Bildschirm sitzen.

Was macht denn der IT-Administrator, mit welchem Vorurteil würden Sie gerne aufräumen?
Die Leute glauben tatsächlich, dass man dafür permanent vor dem PC sitzt. Aber man ist so ein bisschen das Mädchen für alles, kümmert sich genauso um Softwareprobleme wie um Problem der User und natürlich auch um die notwendige Hardware.

Haben Sie das studiert?
Ich bin Quereinsteiger. Eigentlich bin ich gelernter Einzelhandelskaufmann und wurde nur für ein Jahr übernommen. Dann habe ich mich umgeschaut und wurde Lagerarbeiter. Mein damaliger Chef hat mich dann angesprochen, ob ich mir die IT zutrauen würde. Mit 27 habe ich dann noch einmal eine Ausbildung begonnen und bin seither beim Elektrogroßhandel Moster angestellt. Das Unternehmen feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen.

Ich komme gerade vom Ausbildungsstart der BASF. Können Sie sich noch an den ersten Tag Ihrer Ausbildung erinnern?
Das im Einzelhandel war bei einer Baumarktkette. Da war mein erster Tag zugleich auch die Eröffnung des Markts in Worms. Da hat die Ausbildung keine so große Rolle gespielt. An diesem Tag musste jeder überall mit anpacken. Die andere Ausbildung war nichts besonderes mehr. Ich hatte dort ja schon im Lager gearbeitet, kannte die Leute und die Abläufe.

Wir sind hier am Rande der Kerwe. Interessiert Sie das Fest?
Nein. Die Edigheimer Kerwe ist gar nicht meins. Allerdings glaube ich schon, dass es für den Zusammenhalt hier wichtig ist. Aber Leute aus Oppau trifft man hier normalerweise nicht. Allerdings finde ich auch, dass sich die Oppauer Kerwe gewandelt hat. Die Alten in den Vereinen sterben aus und es kommen zu wenig Junge nach, die Verantwortung übernehmen.

Sie haben gerade Urlaub. Wollten Sie nicht wegfahren?
Meine Pläne haben sich kurzfristig geändert, deshalb mache ich jetzt kleine Ausflüge in der Umgebung.

Zum Beispiel?
Ich habe mittlerweile einen Drohnenschein gemacht. Da fliege ich über einige Gebäude und Landschaften.

Wo macht man denn so einen Schein?
Beim Luftfahrtbundesamt. Der Lehrgang und die Prüfung sind online.

Und was lernt man dabei?
Alle möglichen Dinge wie Datenschutz oder auch, wo man überall fliegen darf und wo nicht.

Darf man das denn nicht überall?
Natürlich nicht. Man muss die gültigen Vorschriften beachten. Das ist so ähnlich wie mit den E-Rollern: Es wird viel zu wenig kontrolliert. Ich war zum Beispiel am Wochenende auf dem Backfischfest in Worms. Da ist auf einmal eine Drohne darüber geflogen. Die durfte das hundertprozentig nicht.

Und wo würden Sie gerne einmal fliegen, wenn es erlaubt wäre?
Ich würde mir zu gerne mal die BASF bei Nacht ansehen. Das hat gerade bei Nacht sicher eine viel spannendere Atmosphäre als so eine Burg.

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