Ludwigshafen Humorvolle Heimatgedichte
«Waldsee.» Nach vier Gedichtbänden hat der Mundartautor Lothar Sattel nun mit „Ich will jo nis saache“ eine Sammlung lustiger und besinnlicher pfälzischer Gedichte und Kurzgeschichten herausgegeben. Dabei handelt es sich um eine überarbeitete und erweiterte Neufassung des aktuellen Lyrik-Bands „Im Gaade steht moin Abbelbaam“.
„Ich wollte ein humorvolles Buch schreiben“, erklärt Lothar Sattel. Aus dem Vorgängerbuch hat er daher die humorvollsten Gedichte übernommen. „50 Prozent sind aus dem alten Buch und 50 Prozent sind neu.“ Unter den neuen Texten sind erstmals auch acht Kurzgeschichten, die in Monolog- oder Dialogform abgefasst sind. Durchgängiges Thema des 96-seitigen Bands mit 62 Kurzgeschichten und Gedichten sind die Menschen mit ihren Ecken und Kanten sowie das meist nur allzu menschliche Miteinander von der Wiege bis zur Bahre. Und so sind die Geschichten und Gedichte auch angeordnet von „Montagmorgen in der Straßenbahn“ über „Unnerwegs“ und „Fristickkomplimende“ bis zum Thema Tod in „E letschdi Bitt an de Hergott“ und „Die alt Jack“ am Schluss. Er beschreibt sogar einen eigenen Pfälzer Himmel, in dem es wohl nicht so ganz ernst zu geht. Ebenso geht es um landläufige Vorurteile, die durch Kleinigkeiten gekippt werden. Sattel nimmt sich dabei auch aktueller Themen wie der Flüchtlingsfrage in „Wo kämer mer’n do hie“ an. Nostalgische Rückblicke gibt es in unter anderem in „Domols uff em Bezzeberg“, „De Worschtmartk -Liechesäächer“, „Es alde Postamt“ oder „Die ald Uhr“. Mit spitzer Feder und viel Humor nimmt der Mundart-Dichter die menschlichen Schwächen in den Blick und lässt dabei der Fantasie des Lesers mehr als einmal breiten Raum. Auch wenn die Texte durch vordergründigen Humor bestechen, sollte man sich als Leser die Zeit nehmen, die dahinterliegenden Philosophien und Aussagen zu ergründen. Lothar Sattel hat mehr zu sagen als reine humorige Unterhaltung. Dies wird unterstützt durch die wohldosiert eingesetzten Illustrationen von Doris Gaab-Vögeli. Das Buch ist auch für Nicht-Pfälzer zu verstehen. „Gute Lesbarkeit ist mir ein wichtiges Anliegen“, erklärt der Autor und bedauert, dass das Pfälzische als Mundart zunehmend verschwinde. „Viele sagen, man kann Pfälzisch gut verstehen, es sei aber schwer zu lesen.“ Daher geht er beim Schreiben bewusst Kompromisse ein, um die Texte lesbar zu machen. Das Buch Lothar Sattel, „Ich will jo nis saache“, Waldesse 2018. Preis: 12,50 Euro, im Buchhandel oder beim Autoren direkt erhältlich unter Telefon: 06236/53136 oder per E-Mail an lothar.sattel@web.de