Ludwigshafen Hoher Krankenstand: RNV streicht Fahrten
Wie das Verkehrsunternehmen mitteilte, muss im Verkehrsgebiet mit kurzfristigen Fahrtausfällen gerechnet werden, weil überproportional viele Fahrer sich krank gemeldet haben. Dazu komme, dass die Versorgung mit Ersatzteilen aufgrund globaler Lieferengpässe ungewöhnlich stark angespannt sei. Dadurch baue sich ein immer längerer Wartungs- und Reparaturstau auf.
Die RNV reagiert auf diese doppelte Herausforderung, indem sie das Angebot auf einzelnen Buslinien vorübergehend reduziert. Mit diesem Eingriff solle den Fahrgästen „weiterhin ein planbares, verlässliches und zuverlässiges Angebot“ gemacht werden.
Im Einzelnen werden ab Montag die Fahrpläne folgender Buslinien entschlackt: Die Buslinie 63 (Mannheim-Hauptbahnhof – Pfalzplatz, Lindenhof) wird von Montag bis Freitag eingestellt. Ausnahme: An Schultagen werden morgens eine Fahrt zum und mittags zwei Fahrten ab Moll-Gymnasium durchgeführt. An Wochenenden verkehren diese Busse weiterhin nach dem gewohnten Takt. Eingestellt werden die Buslinie 65 (Pop-Akademie – Hochschule West) und ab etwa 10 Uhr die Buslinie 66. Die Buslinie 77 wird durch Linientaxen ersetzt. Die Buslinie 80 verkehrt nur sporadisch an Schultagen zu Schulbeginn und -schluss. Die Buslinie E verkehrt als Schienenersatzverkehr die Stadtbahnlinie 2 zwischen Alter Feuerwache und Neckarstadt West nur in einem 20-Minuten-Takt.
Änderungen im Stadtbahnbetrieb
Nach den Herbstferien ist auch mit Einschnitten bei den Stadtbahnen zu rechnen. Ab 7. November wird die Stadtbahnlinie 2 zwischen Feudenheim und Innenstadt auf einen 20-Minuten-Takt reduziert. Die Linie 8 entfällt zwischen Schwetzinger Vorstadt und Hauptbahnhof. Die Linie 15 (Hauptbahnhof – Wallstadt) wird vollständig eingestellt.
„Der vorübergehend geltende reduzierte Fahrplan hat das Ziel, auch unter widrigen Umständen einen stabilen und planbaren Betrieb sicherstellen zu können“, erklärte die RNV. 95 Prozent aller Fahrten fänden weiterhin statt. „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation“, ergänzte Aufsichtsratsvorsitzender Christian Specht, Erster Bürgermeister der Stadt Mannheim. Seit Monaten habe die Belegschaft zahllose Überstunden geleistet, um den vollen Linienbetrieb bis zuletzt aufrecht zu erhalten. Dennoch hätten vielen Ausfälle und Verspätungen nicht verhindert werden können. „Deshalb haben wir entschieden, weniger frequentierte Linien einzustellen, damit wichtige Linien zuverlässig bedient werden können.“
Massiv auf Personalsuche
„Aktuell ist es auch für unsere Fahrerinnen und Fahrer besser, den Fahrplan an der ein oder anderen Stelle kontrolliert und zeitlich begrenzt einzuschränken, um damit für alle ÖPNV-Nutzer mehr Verlässlichkeit bieten zu können“, ergänzte der technische RNV-Geschäftsführer Martin in der Beek. Seit Jahren investiere das Verkehrsunternehmen massiv in die Personalgewinnung, insbesondere im Fahrdienst, etwa mit Job-Speed-Datings, Betriebsvorstellungen mit Influencern sowie Kooperationen mit den Jobcentern.
Mit Beginn der Corona-Krise sei zudem die Lagerhaltung und Ersatzteilbewirtschaftung auf die sich abzeichnenden Lieferschwierigkeiten umgestellt worden. Neue Technologien wie die additive Fertigung würden erprobt, um weniger auf weltweite Lieferketten angewiesen zu sein.