Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Hochstraße Süd: Was die Bürger zur Ersatzbrücke wissen wollen

Die von der Stadt favorisierte Beton-Variante vom Berliner Platz aus betrachtet. Kosten: 91 Millionen Euro. Die 520 Meter lange
Die von der Stadt favorisierte Beton-Variante vom Berliner Platz aus betrachtet. Kosten: 91 Millionen Euro. Die 520 Meter lange Lücke soll ab Mitte 2023 bis Ende 2025 geschlossen werden.

Die Stadtverwaltung hat ihre Pläne für den Ersatz der abgerissenen „Pilzhochstraße“ vorgestellt. Seit Mittwoch kann sich nun auch die Bevölkerung an der Diskussion beteiligen. Los ging es mit einem „Online-Bürgerforum“. Bürger haben die Möglichkeit genutzt und interessante Fragen gestellt.

„Wir sind voll im Zeitplan. Beim Hochstraßenkomplex greift eins ins andere. Wir wollen aber jeden Schritt öffentlich vorstellen“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Die Möglichkeit, Fragen direkt an die Verantwortlichen zu stellen, war am Mittwochabend für maximal 200 Bürger technisch in einem Videokonferenzsystem eingerichtet worden. Eine kleine Zahl von Bürgern nutzte diese Möglichkeit. Die Teilnehmer waren gut vorbereitet und stellten interessante Fragen. Etwa 50 Zuschauer verfolgten die Übertragung im Netz.

Zeitplan erläutert

Im Online-Bürgerforum beantworteten neben Steinruck auch Baudezernent Alexander Thewalt (parteilos), Björn Berlenbach, Leiter des Tiefbauamts, sowie der verantwortliche Projektleiter Majed Nasser die Fragen. Zunächst stand ein „Infoblock“ auf dem Programm. Anhand von Karten erläuterte Thewalt die Problematik des Hochstraßenkomplexes und den Zeitplan der einzelnen Schritte. Zuerst soll die Hochstraße Süd (B37) bis 2025 wiederhergestellt und danach der Abriss der Hochstraße Nord parallel zum Baubeginn der neuen Helmut-Kohl-Allee organisiert werden. „Bis 2025 soll die Ost-West-Magistrale mit Hochstraße Süd und Fahrlachtunnel wieder befahrbar sein“, versicherte Thewalt.

Diskobetreiber hakt nach

Als erster Fragesteller wollte Mike Gebhardt, Geschäftsführer der Diskothek Musikpark im Faktor-Haus, als direkter Anrainer der Hochstraße Süd wissen, welche Einschränkungen er während der Bauzeit für seinen Betrieb zu erwarten habe. „Die Rückseite des Faktor-Hauses muss frei bleiben. Über die große Zeit wird es keine Einschränkungen geben, höchstens mal für ein paar Tage“, sagte Berlenbach. „Der Abriss war nicht einfach für die Disco. Wir haben Sie im Blick“, versicherte Steinruck.

Zu den beiden Varianten der neuen Hochstraße, einer Betonbrücke und einer Beton-Stahlbrücke, wollte Armin Winkler mehr wissen in puncto Lärm und Stadtbild. Für beide Varianten vorgesehen sei ein lärmmindernder Belag. Für die Betonvariante spreche die hohe Planungssicherheit und Wirtschaftlichkeit, erläuterte Nasser, warum die Stadt diese bevorzugt. Stahl stelle derzeit bei Verfügbarkeit und Preis ein Risiko dar.

Keine Veränderungen, keine Lärmschutzwände

Die Beton-Stahlvariante werde mit rund 120 Millionen Euro etwa 30 Millionen teurer sein als die reine Betonvariante. Ohne massive Stahlträger an den Rändern sei sie auch schlanker, verdeutlichte Nasser anhand von Bildern. „Am Mosch-Hochhaus wird sicher eine Lärmschutzwand gefordert, dann sehen beide Varianten gleich aus“, meinte Winkler. „Zur Einhaltung des Planungsbeschleunigungsgesetzes darf es keine Veränderungen und keine Lärmschutzwände an der Hochstraße geben“, stellte Berlenbach klar. „Was ist, wenn ein Lkw die Leitplanke durchbricht und über die Betonbrücke fliegt?“, hakte Winkler nach. Wie bei jeder Brücke sei im Geländer ein Stahlseil eingebaut, das dies verhindere. Bei der Sicherheit gebe es keinen Unterschied zwischen den Varianten, sagte Nasser.

Radweg und Parkplätze

Wie die künftige Gestaltung unter der neuen Hochstraße aussehen werde, ob es dann wieder nur Parkplätze und unschöne Ecken gebe, wollte ein anderer Bürger wissen. „Es wird einen Radweg geben, mindestens drei, vielleicht fünf Meter breit“, sagte Berlenbach. Dazu Parkplätze. Für den Rest gebe es noch keinen Plan. „Es soll hell und freundlich sein, wir wollen da keinen Angstraum“, sagte Steinruck. Auf die Frage nach der Anbindung dieses Radwegs hinauf auf die Adenauer-Brücke betonte Berlenbach, dass die Wegeführung äußerst komplex sei, die Planung laufe noch. „Wir wollen da eine Verbesserung für die Radfahrer“, versicherte Thewalt.

Eine Entscheidung, welche Brückenvariante zum Zug kommt, fällt der Stadtrat bei einer Sondersitzung am 29. November. Die Stadtverwaltung empfiehlt die reine Betonlösung.

Im Netz

Für den Bürgerdialog war das Online-Bürgerforum erst der Auftakt. Bis zum 10. November können sich Interessierte unter www.ludwigshafen-diskutiert.de beteiligen. Hier gibt es auch Infos und Bilder zum Brückenneubau.

x