Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Heinrich-Pesch-Siedlung: Startschuss für Baugenossenschaft

800 Wohneinheiten für 2000 Menschen sollen auf dem Gelände neben dem Heinrich-Pesch-Haus entstehen.
800 Wohneinheiten für 2000 Menschen sollen auf dem Gelände neben dem Heinrich-Pesch-Haus entstehen.

Rund 70 Baugenossen können sich in der künftigen Heinrich-Pesch-Siedlung den Traum von der sicheren Wohnung verwirklichen. Ohne Eigenkapital geht das jedoch nicht.

In der Heinrich-Pesch-Siedlung (HPS) in West soll für einen Teil der Wohnungen eine Baugenossenschaft entstehen. Bei der jüngsten Info-Veranstaltung zu dem Projekt ging es um Finanzierungsmöglichkeiten und die Vorteile genossenschaftlichen Wohnens, wie eine Sprecherin des Projekts mitteilte. Wer Baugenosse werden will, kann sich jetzt melden.

Heike Guerra von der VR Bank Rhein-Neckar gab einen kurzen Überblick zur Geschichte und Bedeutung von Genossenschaften, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden. „Genossenschaften sind heute moderner denn je und in allen Bereichen der Wirtschaft verbreitet“, sagte sie. So ist auch die VR Bank eine Genossenschaft. „Immer mehr Menschen ziehen nach Ludwigshafen, gleichzeitig steigen die Mietpreise“, skizzierte sie die Entwicklung des Immobilienmarktes.

Neue Lebensform

Joachim Bettinger, Botschafter der Oekogeno Baugenossenschaft, stellte die sogenannte Kostenmiete vor, also die Miete, die zur vollständigen Deckung der laufenden Aufwendungen und der Finanzierungskosten einer Genossenschaft notwendig ist. „Die Kostenmiete entkoppelt sich relativ schnell von der Marktmiete und bleibt immer deutlich darunter“, wies er auf einen Vorzug von Genossenschaften hin. Wenn die Genossenschaft nach einer Anlaufphase einen Überschuss erwirtschafte, könne dieser an die Genossen zurückfließen oder als Dividende für die Fördergenossen ausgezahlt werden. Zudem ist klar: „Sie entscheiden sich für eine neue Lebensform, für eine neue Form von gemeinschaftlichem Wohnen“, betonte er.

Projektsteuerer Michael Böhmer und Sebastian Kloster informierten über die konkrete Umsetzung: Die Genossenschaft plant mit zirka 70 Genossen und etwa 46 unterschiedlich großen Wohnungen (30 bis 120 Quadratmeter) auf Baufeld 2. Ein Drittel könnte bei Befürwortung durch die Genossen auch sozial geförderter Wohnraum sein.

Hohes Eigenkapital nötig

Die Genossenschaft muss den Bau finanzieren, und das Eigenkapital der Genossenschaft wird durch die Genossen eingezahlt. Dies wurde in einem Rechenbeispiel vorläufig mit einem relativ hohen Eigenkapital von 35 Prozent der Baukosten dargestellt. Die Projektsteuerer zeigten die Finanzierung und die Kosten für die Genossen auf: „Die begrenzte KfW-Förderung mit aktuell 0,55 Prozent Zinssatz und einem Tilgungszuschuss von 7,5 Prozent auf ein Darlehen für jeden Genossen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro helfen dem Genossen zwar, verlangen jedoch von ihm trotzdem einen deutlichen Betrag an Eigenkapital“, erläuterte Michael Böhmer. „Dafür wohnt der Genosse auf Dauer gesichert und wird auf Dauer auch eine Miete zahlen, die nach der Anlaufphase unter dem Marktpreis liegen wird. Bei Ausscheiden erhält der Genosse sein eingebrachtes Eigenkapital wieder zurück.“

Ab sofort sind Interessensbekundungen an der Baugenossenschaft möglich. Die Interessenten werden weiter informiert. Eine vorläufige Mitgliedschaftserklärung ermöglicht die Teilnahme an Workshops im ersten Halbjahr 2025.

Kontakt

Heinrich-Pesch-Siedlung GmbH & Co. KG, Telefon: 0621 877242-0, E-Mail: info@heinrich-pesch-siedlung.de.

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