Ludwigshafen Happy End für Königssohn
„Von den grünen Inseln“ lautete das Motto eines Konzerts des Sinfonischen Blasorchesters Ludwigshafen (SBO) am Sonntagabend im Pfalzbau. „Passend zum trüben Wetter“, wie Moderatorin Lisa Wagner sagte, haben die sechzig Laienmusiker Stücke aus und über England, Irland und Schottland gespielt.
Für einen majestätischen Auftakt im fast voll besetzten Konzertsaal sorgte „Lincolnshire Posy“ von Percy Grainger. Der Australier hat in seinem 1932 erschienenen Werk traditionelle englische Volkslieder neu interpretiert und für Bläser umgeschrieben. Da Blasorchester in der heutigen Form erst im 20. Jahrhundert entstanden sind, ist die speziell für sie geschriebene Musik noch relativ jung. Rolf Rudin, der Komponist des zweiten aufgeführten Stücks, war am Sonntag mit von der Partie. Im Gespräch mit Dirigent Dorian Wagner erläuterte der 1961 geborene Frankfurter die Besonderheiten von „Der Traum des Oenghus“. Dieser basiert auf einer irischen Sage, in der ein verliebter Königssohn lange vergeblich nach einem flötenspielenden Mädchen sucht, das ihm im Traum erschienen ist. Diese „Vergeblichkeit“ drückt Rudin durch ein häufig wiederkehrendes Thema aus, das durch den Einsatz unterschiedlicher Instrumente variiert wird. Die vielseitigen Holz- und Blechbläsersätze des SBO konnten im Pfalzbau so voll zur Geltung kommen. Teils schnell wechselnde Rhythmen zeigen, wie hektisch der suchende Oenghus wird. In der zweiten Hälfte des Werks findet er dann aber doch noch seine Angebetete, und es kommt, wie Rudin sagte, zum Happy End. Das sehr hörenswerte Konzert erreichte seinen Höhepunkt in seiner zweiten Hälfte. „Hymn of the Highlands“ lautete der Titel des britischen Komponisten Philip Sparke, mit dem die musikalische Reise durch die grünen Inseln bis nach Schottland führte. In der zeitgenössischen Suite zeigten die verschiedenen Solisten des SBO ihr Können. Monica Hosken am Euphonium, Marcus Killian an der Piccolotrompete, Birgit Hildebrandt am Englischhorn sowie die Saxofonisten Angelika Leibscher, Tim Feller und Daniel Kehrlößer entführten das begeisterte Publikum über vier der sieben Sätze verteilt zu Dörfern und Gewässern in den Highlands. Den Abschluss eines Abends voller anspruchsvoller Orchestermusik bildete um 20 Uhr die Zugabe „Riverdance“ des Iren Bill Whelan. Das SBO, ursprünglich 1969 als Schulorchester gegründet, ist seit 1987 als Verein organisiert und seit dem Jahr 2000 für alle Altersgruppen offen. Die Musiker im Alter zwischen siebzehn und sechzig Jahren stammen aus Ludwigshafen und der Region. Neben Studium und Beruf haben sie sich seit April in wöchentlichen Proben auf das Konzert im Pfalzbau vorbereitet. Dirigent Dorian Wagner übernahm die Leitung der Formation im Jahr 2012. Wer das SBO live erleben möchte, hat im Dezember wieder die Gelegenheit dazu. Die Weihnachtskonzerte, unter anderem mit Werken von Johann Sebastian Bach, sind am 17. und am 18. Dezember in den Kirchen St. Josef und Herz-Jesu. Der Eintritt ist jeweils frei. Nils erklärt