Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Welche Überlegungen Hochdorfs A-Jugendtrainer Björn Friedrich durch den Kopf gehen

„Wir sind nicht clever genug“, hadert TVH-Trainer Björn Friedrich.
»Wir sind nicht clever genug«, hadert TVH-Trainer Björn Friedrich.

Erstmals in seiner über 125-jährigen Vereinsgeschichte ist der TV Hochdorf in der Handball-A-Jugend-Bundesliga vertreten. Das Team der Trainer Björn Friedrich und Nik Dreyer holte in den bisherigen 16 Spielen nur einen Sieg sowie zwei Unentschieden und ist Letzter der Südstaffel. Dennoch will sich der TVH für die nächste Runde wieder qualifizieren.

Wieder einmal haben die Jungbiber die Chance zum doppelten Punktgewinn verpasst. Dabei hatte man sich gegen Tabellenführer Frisch Auf Göppingen einiges ausgerechnet. Doch nach einer indiskutablen Offensivleistung in der ersten Hälfte gab es eine 23:27 (9:14)-Niederlage. Trotz den inzwischen 15 Partien ohne Sieg gab es einige Lichtblicke. In der zweiten Hälfte stimmten Leidenschaft, Kampf und Moral der Mannschaft, die sich nach dem klaren Rückstand nicht geschlagen gab. Sie bemühte sich nicht nur um Schadensbegrenzung, sondern kam sogar bis auf drei Toren heran. „Ärgerlich ist, dass wir uns für die Aufholjagd nicht belohnen“, sagte Trainer Björn Friedrich. Er sieht sein Team in einem Lernprozess.

„Zu Beginn einer Partie und nach der Pause brauchen wir zu lange, um ins Spiel zu kommen“, sagte Friedrich. Dabei muss er seit Wochen auf Torjäger Luis Maier wegen einer schweren Schulterverletzung verzichten. Dessen Tore werden schmerzlich vermisst. Denn die Defizite sieht der Referendar für das Lehramt an Gym-nasien in der Offensive. „Wir sind nicht clever genug“, haderte der 30 Jahre alte Trainer mit der Abschlussschwäche. Dagegen scheuen seine Jungs in der Abwehr keinen Zweikampf. „Das war ganz ordentlich, wir müssen nur konstanter werden.“ Friedrich sieht auch mentale Defizite. „Wir müssen in diesem Bereich noch mehr machen. „Es gibt viele Dinge, die sich bei den Jungs zu sehr im Kopf abspielen“, betonte Friedrich. Er schätzt die Zusammenarbeit mit Mentaltrainer Stefan Hoffmann. Ob das in der kommenden Saison noch so sein wird, bleibt abzuwarten.

Friedrich äußert seine Ambitionen

Friedrich macht kein Geheimnis daraus, dass er Interesse hat, in der nächsten Runde die erste Mannschaft des TVH zu trainieren. „Ich wurde nach der Trennung von Steffen Drausnigg gefragt. Aber eine Doppelbelastung A-Jugend und erste Mannschaft kommt nicht in Frage“, erklärt der im südhessischen Einhausen lebende Pädagoge. Sollte der TV Hochdorf sich zum Saisonende für Friedrich als neuen Chefcoach entscheiden, dann wäre dies nicht nur der nächste Schritt, um das Nachwuchskonzept bei den Männern zu etablieren, sondern es müsste auch ein Nachfolger für ihn gefunden werden.

„Es ist mein Wunsch, irgendwann höherklassig zu trainieren. In Hochdorf könnte ich in einem oder zwei Jahren wieder mit den Jungs arbeiten, die jetzt bei mir in der A-Jugend spielen“, sagte Friedrich. Die Weichen sind gestellt, da Nils Mader und Mika Schwenken, die altersbedingt aus der A-Jugend ausscheiden werden, mit Jona Eschbach in den Drittliga-Kader aufrücken sollen. Unklar ist die sportliche Zukunft von Jonas Böckly und Jan-Philipp Werthmann. Neu strukturiert werden soll die zweite Mannschaft, wo zahlreiche talentierte Eigengewächse des Vereins am Ball sind. Deren Trainer Niklas Schwenzer wird den TVH zum Saisonende in Richtung Dansenberg verlassen.

x