Hintergrund RHEINPFALZ Plus Artikel Handball-EM: Ein Mutterstadter arbeitet im Hintergrund

Nur eine Aufgabe: Andreas Reuther richtet Getränke und Snacks in der SAP-Arena.
Nur eine Aufgabe: Andreas Reuther richtet Getränke und Snacks in der SAP-Arena.

250 Volunteers waren bei den Handball-Europameisterschaften in Mannheim im Einsatz. Einer von ihnen ist Andreas Reuther aus Mutterstadt. Er hatte gleich mehrere Aufgaben.

Ohne viele ehrenamtliche Hände sind sportliche Großereignisse nicht möglich. Nicht anders ist es bei der Handball-Europameisterschaft in Mannheim. Unter den über 250 Volunteers ist auch Andreas Reuther. Der 56 Jahre alte Verwaltungsbeamter ist einer, der sogar mehrere Aufgaben übernommen hat.

Sein Arbeitstag war in den vergangenen Tagen durchgetaktet. Bis zum frühen Nachmittag ging er seinem Beruf an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg nach, dann wechselte er seine Aufgabe. Andreas Reuther, im Hauptberuf Leiter des Studienbüros an der Hochschule, fährt dann von seiner Dienststelle zur SAP-Arena nach Mannheim. Sein Tag begann schon lange vor dem ersten Spieltag am 11. Januar stets um 8 Uhr und endete stets gegen Mitternacht.

Premiere im Handball

Reuther engagiert sich bei der Handball-Euromeisterschaft freiwillig. In der Arena im Mühlfeld gehört der in Mutterstadt lebende Familienvater zum Kreis der über 250 ehrenamtlichen Helfer, die in den verschiedensten Aufgabenbereichen tätig sind und damit zum Gelingen der Veranstaltung beitragen. Reuther, der stets freundlich auftritt und auch keinen Fragen aus dem Weg geht, gehört zu den sympathischen Gesichtern, die bei den Besuchern positive Eindrücke hinterlassen. Er kennt das Geschäft, den Ablauf sportlicher Großereignisse, auch wenn er zum ersten Mal in Sachen Handball unterwegs ist.

Emotionale Fans: Kroatien-Fans während des Spiels gegen Spanien.
Emotionale Fans: Kroatien-Fans während des Spiels gegen Spanien.

„Ich bin seit 2021 im Team Oberstdorf“, verrät der Pfälzer. Bisher war er nach der Premiere bei der Nordischen Ski-WM regelmäßig bei den Wintersportereignissen, wie beim Skispringen der Vier-Schanzentournee, beim Weltcup im Skifliegen und bei der Nordischen Kombination im Allgäu im Einsatz und hat dort viele Freude gefunden. „Als sich die Chance mit Mannheim ergab, wollte ich diese Möglichkeit auch nutzen“, erklärt Reuther. Dabei freute er sich nicht nur über die Zusage des Deutschen Handball-Bundes (DHB) sondern auch, dass sein Dienstherr das freiwillige, ehrenamtliche Engagement währen der Europameisterschaft fördert.

Mehrere Aufgaben

In Mannheim unterstützte Reuther zunächst das Team Akkreditierung. Dort galt es, die Berechtigungen aller Akteure von den Sportlern, Funktionären, Mitarbeitern bis hin zu den „Volus“, wie die Helfenden genannt werden, zunächst zu prüfen, um ihnen dann auch ihren Ausweis, den sie stets um den Hals hängend sichtbar tragen, auszuhändigen. Das war aber nicht seine einzige Aufgabe während den insgesamt den neun Einsatztagen. Reuther engagierte sich auch auf anderer Ebene. Im Team Logistik unnd Support gehörte er zu denjenigen, die regelmäßig vor und nach den Spielen in den jeweiligen Kabinen für Getränke, Obst, Riegeln und Nuss-Mischungen, aber auch für frische Handtücher und vieles mehr sorgten. „Wir hatten hier klare Vorgaben, was wir an Getränken und Essen vorhalten sollten“, berichtet Reuther. Und kurz vor den jeweiligen Spielen kletterte er gar noch unter das Hallendach. Denn er war bis gestern noch einer der „Spotfahrer“. Na, was ist das? Das sind diejenigen, die unter dem Hallendach die Scheinwerfer beim Einlauf der Spieler auf den Boden richten. Entsprechend den Hinweisen per Funkkontakt steuerte Reuther die Schweinwerfer auf die jeweiligen Personen auf dem Spielfeld. Immerhin hatte er die Gewissheit, dass er schwindelfrei ist.

Lob für Organisatoren

„Es macht einfach sehr viel Spaß. Wir hatten ein tolles Team, das Hand in Hand gearbeitet hat. Die Teambildung kam nicht zu kurz“, so Reuther. „Es geht ja auch darum, dass man sich zusammenfindet, gemeinsam die Aufgaben angeht und zu einem guten Gelingen beiträgt.“ Ob jung oder alt, das spiele keine Rolle. Alle engagierten sich vorbildlich. „Ich bin begeistert, wie groß die Freude bei allen ist, dabei zu sein“, stellt Reuther fest. Dass er zum ersten Mal beim Handball ist, stört ihn nicht.

Er spricht ein dickes Lob an die beiden Volunteers-Manager, Rene Takacs, Geschäftsführer des Badischen Handballverbandes (BHV), und Stephanie Bermanseder, Leiterin der Geschäftsstelle „Handball in Baden-Württemberg“, aus, die das Team der Volunteers betreut haben. „Es war beeindruckend, wie wertschätzend unsere Arbeit von der EHF, dem DHB und vielen anderen gewürdigt wurde. Alle Beteiligten waren auch sehr zugänglich und offen, es war eine tolle Atmosphäre und man hatte viel Spaß dabei“, erzählt Reuther. Aber auch den Kontakt zu den Teams habe er als äußerst angenehm empfunden: „Man spürt, dass es im Handball keine Starallüren gibt. Man bekommt auch ein großes Dankeschön zurück“. Am Dienstagabend hat er vorerst zum letzten Mal gegen Mitternacht die SAP-Arena verließ.

x