Ludwigshafen Halberg in Ludwigshafen: Die letzte Pumpe ist schon weg

Blick auf die neue Firmenzentrale von Halberg am Rheinufer Süd im November 2015 – samt Protestplakat der Belegschaft.
Blick auf die neue Firmenzentrale von Halberg am Rheinufer Süd im November 2015 – samt Protestplakat der Belegschaft.

Abschiedsbesuch im Halberg-Werk, das in knapp zwei Wochen schließt

Der große Parkplatz auf dem Werksgelände am Rheinufer Süd ist leer. Ein Blick durch offene Türen in die Hallen zeigt: Hier tut sich nicht mehr viel. Nur noch 50 Halberg-Mitarbeiter tummeln sich auf dem Gelände. Sie haben vom texanischen Mutterkonzern Flowserve eine sechsmonatige Verlängerung bekommen, weil die geplante Verlagerung der Arbeit aus Ludwigshafen an Standorte in Spanien, Holland oder den USA eben doch nicht so einfach war wie zunächst von der Unternehmensleitung gedacht. Drei Betriebsräte haben zum Abschiedsgespräch ins erst fünf Jahre alte Bürogebäude eingeladen. Für sie beginnen heute die letzten neun Arbeitstage bei Halberg. Ihre Namen möchten sie mit Blick auf anstehende Bewerbungen nicht in der Zeitung lesen. Sie sind froh, wenn die Hängepartie rund um die Werksschließung bald beendet ist und sie dann die Köpfe frei haben für eigene Bewerbungen. Wer bei Halberg entlassen worden ist, kommt für ein Jahr bei einer Auffanggesellschaft beim Frankenthaler Zentrum für Arbeit und Bildung (ZAB) unter. In diesen zwölf Monaten bezieht der Ex-Halberg-Mitarbeiter weiterhin einen Großteil seines Gehalts, kann sich weiterbilden und für Bewerbungen trainieren. All dies wird getan, damit die Betroffenen einen neuen Job finden, erklären die Betriebsräte. Von den 97, die Ende 2016 in die Auffanggesellschaft gewechselt seien, hätten 18 inzwischen einen neuen Job. Es sei in dem halben Bonusjahr weit weniger los gewesen, als die Flowserve-Leitung erwartet hatte, sagen die Betriebsräte. Für die Mitarbeiter-Sprecher ein Beleg, „dass man unsere Arbeit nicht einfach so verlagern kann“. Etliche Kunden hätten eben Produkte aus Ludwigshafen gewollt und nicht mehr bestellt. „Gemütlich auslaufen“ – so beschreibt ein Betriebsrat die vergangenen Wochen. Gestern vor einer Woche hat die letzte Halberg-Pumpe das Werksgelände verlassen. Zuletzt sei viel Zeit fürs Abbauen der Maschinen und Aufräumen gewesen. Zum Teil kamen mit Aufräumarbeiten beauftragte Fremdfirmen. Manche Geräte sind sogar von einem Auktionator versteigert worden. Dass es nun zu Ende ist, sei sogar gut: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Ein Kollege ergänzt: „Es ging aber schon an die Nieren.“ Denn die Belegschaft sei seit 2015 immer weiter geschrumpft: Zu den Stichtagen in größeren Blöcken – und dazwischen, sobald jemand etwas Neues gefunden hatte. Stolz sind die Betriebsräte auf den Zusammenhalt der Kollegen. Nur so sei es möglich gewesen, einen vernünftigen Sozialplan auszuarbeiten. Zum Ausklang gibt es am 29. Juni noch ein Grillfest der 50 verbliebenen Halbergianer. „Wir wollen nicht einfach so auseinander laufen.“ Und eines ergänzt das Trio noch: „Wir sind über Jahre schlechtgerechnet worden. Wir hätten das hier schaffen können.“ Doch diese Chance wird Halberg nicht bekommen. Traurig sind die Betriebsräte außerdem, dass das Polizeipräsidium nicht ins moderne Bürogebäude einziehen wird. „Die Polizei hätten wir gerne als Nachmieter gesehen, darauf wären wir stolz gewesen.“ Noch ein geplatzter Traum.

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