Ludwigshafen / Mannheim
Häfen: Bilanz durchwachsen, Ziele ambitioniert
Im Vorjahr gab es in beiden Häfen nach deren Angaben einen Güterumschlag auf dem Wasser von 11,3 Millionen Tonnen. Das entspreche einer Entlastung des Straßenverkehrs um 3100 Lkw pro Tag. 5,5 Millionen Tonnen der Güter entfielen auf Ludwigshafen (+8,65 Prozent), 5,8 Millionen Tonnen auf Mannheim (-8,01 Prozent). Der um zwei bis drei Prozent gesunkene Containerumschlag umfasste gut 1,43 Millionen Tonnen, wobei Ludwigshafen hier mit 735.269 Tonnen knapp vor Mannheim liegt. Linksrheinisch machten chemische Erzeugnisse den Löwenanteil des Umschlags aus, rechtsrheinisch war es der Bereich Nahrungs- und Futtermittel.
Die aktuellen Zahlen seien stark von einem Rückgang des Umschlags bei Steinkohle geprägt gewesen, erklärt Uwe Köhn, Direktor des Mannheimer Hafens. Dieser Trend werde sich wohl fortsetzen. Auch bei Steinen und Erden sowie Nahrungs- und Futtermitteln seien die Tonnagen gesunken. Die Verkehrszahlen im Hafen Mannheim seien stabil. „Am stärksten stieg der Umschlag von chemischen Erzeugnissen. Dies zeigt, dass die Binnenhäfen der Wirtschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar ein attraktives und umweltschonendes Logistikangebot bieten“, so Köhn.
„Wachsende Bedeutung“
Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf das Schiff und die Bahn werde seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert und stelle eine wichtige Stellschraube dar, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Köhn: „Die Binnenhäfen stehen damit für Arbeitsplätze, regionale Produktion, Handel und die sichere Versorgung der Bürger mit Gütern und Energie.“
Alexander Voigt, Geschäftsführer der Häfen Rheinland-Pfalz GmbH, sagt: „Der Emissionshandel wird ab 2027 auf den Verkehrssektor ausgeweitet, die Preise für Zertifikate werden steigen. Unsere Häfen werden damit – trotz aktueller konjunkturell bedingter Mengenrückgänge – eine stark wachsende Bedeutung für das Erreichen der Klimaschutzziele haben. Denn sie ermöglichen den Gütertransport per Binnenschiff und Eisenbahn, also mit Verkehrsträgern, die im Vergleich zum Lkw nur einen Bruchteil an Energie und Schadstoffen pro transportierter Tonne emittieren.“ Die Häfen entlasteten die Straßeninfrastruktur und seien ein wichtiger Standortfaktor für die Firmen in der Region, bilanziert Voigt.