Ludwigshafen „Gut ein Drittel hat Gesangsunterricht“

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Dannstadt-Schauernheim. „Juventus Vocalis“ – „Jugend singt“: Seit 30 Jahren sind Name und Motto des Kinder- und Jugendchors Garant für gute Chormusik. Anlässlich des Jubiläums gestalten die jungen Sänger am Samstag, 1. April, ein Konzert unter dem Titel „Auf Spuren des Gesangs“ das bereits ausverkauft ist. Im Interview spricht Chorleiterin Judith Janzen über die vergangenen 30 Jahre, Konzertreisen und Talentförderung.

Frau Janzen, mit dem Namen „Juventus Vocalis“ wird ausgezeichnete Kinder- und Jugendchormusik verbunden. War dieses hohe musikalische Niveau von Anfang an Ihr Ziel?

Ja! Im Nachwuchschor nehmen wir jedes Kind auf. Wenn diese Kinder dann neun oder zehn Jahre alt sind, kommen sie für ein Dreivierteljahr zusätzlich zu den Proben einmal in der Woche in einen dreiviertelstündigen Vorbereitungskurs, um sie auf den Konzertchor vorzubereiten. Wenn ältere Kinder zu uns kommen, müssen sie vorsingen, um in den Konzertchor aufgenommen zu werden. Zudem hat gut ein Drittel unserer Kinder Gesangsunterricht. Einige ihrer Chor-Kinder sind ja mittlerweile Profi-Musiker. Bietet der Chor eine Basis zur Entdeckung von Talenten? Definitiv ja. Mehr als 20 ehemalige Mitglieder des Chors haben Laufbahnen als Sänger, Instrumentalisten oder Schulmusiker eingeschlagen. Darunter sind einige national und international erfolgreiche Sängerinnen. Wenn ich bei einem Kind Potenzial entdecke, führe ich Gespräche mit den Eltern und dem Kind und empfehle eine weitere Förderung durch Gesangsunterricht. Ich freue mich auch besonders, dass zu unserem Konzert mehr als 35 Ehemalige kommen werden, um mit uns zu singen. „Juventus Vocalis“ gibt es seit 30 Jahren. Wie hat alles angefangen? Die Kreismusikschule und die Verbandsgemeinde hatten 1985 die Idee, einen Chor zu gründen. Wir sind 1987 nach Schifferstadt gezogen und da bin ich gefragt worden, ob ich den Chor leiten würde. Nach den Sommerferien 1987 ging es dann zunächst mit einem Chor mit Kindern zwischen zehn und 16 Jahren los. Später haben wir den Chor dann geteilt, als es mehr Kinder waren und die Altersspanne weiter war. Heute gibt es zwei Chöre mit jeweils 30 Kindern: den Nachwuchschor für Vier- bis Zehnjährige sowie den Konzertchor für Kinder ab circa zehn Jahren. Woher kommt der Name „Juventus Vocalis“? Den habe ich mir ausgedacht. Er bedeutet: Jugend singt! Ich habe nach einem prägnanten Namen gesucht, der nicht abgedroschen klingt und zugleich etwas über das Niveau des Chors aussagt. Hat sich in den vergangenen 30 Jahren etwas am Repertoire geändert? Durchaus. Heute singen wir eine große Bandbreite vom Volkslied über klassische Lieder bis hin zu Musical und Pop, sowohl a capella als auch mit Begleitung. Ich versuche dabei, dem Geschmack der Kinder und auch dem unseres Publikums entgegenzukommen. Außerdem hat Chor-Choreografie einen wichtigen Stellenwert bekommen, und ich bin sehr dankbar über die gute Zusammenarbeit mit dem Choreografen Ralph Frey. Ich möchte damit das Chorprogramm sichtbarer und interessanter machen. „Juventus Vocalis“ hat sich auch über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinaus einen Namen gemacht. Wir sind Repräsentanten des Landes Rheinland-Pfalz auf dem alle vier Jahre stattfindenden „Deutschen Chorwettbewerb“ und waren dort, aber auch auf internationaler Ebene erfolgreich. Konzertreisen führten uns nach Kanada, USA, Tschechien, Großbritannien, und Freundschaftskonzerte mit Chören aus aller Welt bereichern das Chorleben. So werden wir am 7. Mai im Zentrum Alte Schule ein Freundschaftskonzert mit dem Chor der Universität Manitoba/Kanada geben. Gibt es neben den Konzertreisen besondere Höhepunkte in der 30-jährigen Chorgeschichte? Besondere Höhepunkte sind auch immer wieder besondere Projekte wie das Musical „Nebelkinder“ und „Motz und Arti“, die stets eine intensive Vorbereitung erfordern. Außerdem haben wir von 2002 bis 2012 alle zwei Jahre das internationale Chor-Festival „Touch the future“ ausgerichtet. Welche Unterstützung erhalten Sie bei Ihrer Arbeit? Zum einen sind die Eltern der Kinder eine große Unterstützung. Sie bringen ihre Kinder zu Proben und Auftritten und helfen. Außerdem bringen sie sich im Vorstand des seit 25 Jahren bestehenden, engagierten Fördervereins ein. Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit den Kindern? Ich weiß diese besonderen Kinder, die mit Herzblut dabei sind, zu schätzen und empfinde viel Glück mit so tollen Kindern und ihren Familien meine Liebe zur Chormusik teilen zu dürfen, und sie ein Stück weit auf ihrem Weg zu begleiten. Im Netz www.juventusvocalis.de

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