Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Großwallstadts Spatz freut sich auf Wiedersehen mit alten Bekannten bei den Eulen

Michael Spatz, Großwallstadts Geschäftsführer Sport, freut sich auf das Spiel seines Teams bei den Eulen.
Michael Spatz, Großwallstadts Geschäftsführer Sport, freut sich auf das Spiel seines Teams bei den Eulen.

In der vergangenen Saison kämpften beide Teams um den Ligaverbleib. Jetzt wollen der TV Großwallstadt und die Eulen Ludwigshafen sich in der Zweiten Liga weiter nach oben orientieren. Für Michael Spatz, den Geschäftsführer Sport bei Großwallstadt, ist die Reise nach Ludwigshafen etwas Besonderes.

Beim Gang in die Eberthalle werden Erinnerungen wach. Michael Spatz freut sich auf die Begegnung des TV Großwallstadt am Mittwoch bei den Eulen Ludwigshafen (19 Uhr). Das hat Gründe. Der 39-Jährige stammt aus Mannheim-Wallstadt und kennt die Halle aus vielen Partien als Spieler der SG Leutershausen. „Es war immer das absolute Derby“, erzählt Spatz. So freut er sich auf die Begegnung mit Philipp Grimm, dem einstigen Linksaußen und heutigen Teammanager der Eulen. Aber auch auf das Treffen mit Eulen-Urgestein Thorsten Laubscher und vielen Freunden aus der Region. Auch seine Mutter hat sich heute zum Besuch in der Eberthalle angesagt.

Wohl als Letzter am Bus für die Rückreise

Da wird der einstige Rechtsaußen, der für den TVG mehr als 2000 Tore erzielte und auch in der Saison 2011/12 mit 210 Treffern eine Bestmarke aufstellte, nicht rechtzeitig zur Abfahrt nach der Partie am Mannschaftsbus sein. „Ich bin meist der Letzte, der einsteigt“, verrät Spatz. Im März 2022 wurde „Spatzl“ bei Großwallstadt zum Geschäftsführer befördert, nachdem er zuvor als sportlicher Leiter das Sagen hatte. „Es war für mich der perfekte Übergang als Spieler ins Management des TVG“, sagt Spatz, der durch sein berufliches Engagement bei einer Unternehmensberatung in Aschaffenburg, einem der Sponsoren der Mainfranken, als hauptamtlicher Mitarbeiter zum TV Großwallstadt zurückkehrte.

Hinter Spatz liegen aber auch schwierige Wochen. Zunächst stellte er bei seiner ersten Amtshandlung als neuer Geschäftsführer Trainer Ralf Baader von seiner Aufgabe frei, dann holte er interimsmäßig Maik Handschke, der den TVG vor dem Abstieg bewahrte und zuletzt verpflichtete er den ehemaligen Weltklasse-Kreisläufer Igor Vori als neuen Chefcoach. „Ich dachte schon, ich könnte im Juni in Ruhe nach Miami in Urlaub“, erzählt Spatz. Es kam anders. Von der Südspitze Floridas machte er sich auf die Suche nach einem neuen Trainer, da Handschke auf sein Engagement beim Luxemburgischen Handballverband nicht verzichten wollte, und der TVG einen Trainer ohne Doppelfunktion wollte.

Schwierige Trainersuche im Sommer

„Mir fiel echt ein Stein vom Herzen, als Vori uns zugesagt hatte“, gesteht Spatz. Stundenlange Telefongespräche mit Vori selbst und seinem Berater machten die Zusammenarbeit möglich. „Ich war sehr von seiner Philosophie, von seinen Zielen, wie er in Deutschland arbeiten möchte, beeindruckt. Am Ende unserer Gespräche war mir klar, ihn möchte ich.“

Vori, der 246-malige kroatische Rekord-Nationalspieler, der 2004 auch in Athen die olympische Goldmedaille holte und noch im März dieses Jahres kurzzeitig den Füchsen Berlin als aktiver Spieler aushalf, betreute zuletzt die U20 des kroatischen Verbandes. Er bringt einen Riesenschatz an Erfahrung mit. „Vori, das ist ein kleiner Vulkan. Er bringt in Großwallstadt sehr viel Stimmung rein, ist sehr emotional. Er vertraut auf eine 5:1-Abwehr und schafft es mit seiner Art sicher, sehr viel Professionalität in Großwallstadt reinzubringen“, urteilt Eulen-Trainer Michel Abt.

Respekt vor der Arbeit bei den Eulen

In der Tat. Mit dem 42-jährigen Vori ging es beim TVG wieder aufwärts. „Der Start mit drei Siegen tat uns gut, das hat viel Selbstvertrauen gebracht. Mir war aber auch klar, dass es so nicht weitergehen wird. Dafür ist die Liga zu ausgeglichen“, sagt Spatz. So mussten sich die Mainfranken gleich drei Mal in fremder Halle geschlagen geben. „Mit der Deckungsleistung zuletzt können wir nicht zufrieden sein. Da müssen wir gegen die Eulen anders auftreten“, sagt Spatz. „Wir wissen, welche Qualität die Eulen besitzen.“ In der vergangenen Saison wurden beide Partien gegen Ludwigshafen verloren. „Es wird Zeit, dass wir diesmal die Punkte mitnehmen.“

Dabei zeigt er großen Respekt für die Arbeit des Gegners. „Dort wird solide Arbeit geleistet. Sie haben in den drei Jahren in der Ersten Liga mit Ben Matschke gezeigt, was auch ohne einen Riesenetat möglich ist.“ Nicht anders ist es in Großwallstadt, wo Spatz mit seinem Geschäftsführerkollegen Stefan Wüst den Verein nach der Insolvenz im Jahre 2015 wieder „dorthin führen möchte, wo er von seiner Historie hingehört“. „Unser Ziel ist es schon, wieder nach oben zu schauen“, verrät Spatz. Heute freut er sich zunächst aber auf ein Wiedersehen mit einigen Weggefährten, die noch bei den Derbys gegen die SG Leutershausen mit ihm auf der Platte standen.

x