Ludwigshafen Große Hilfsbereitschaft
Dannstadt-Schauernheim. Stefan Veth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Dannstadt-Schauernheim, musste beim ersten Café Asyl im vergangenen November alle Beteiligten am Netzwerk Integration noch um Geduld bitten. Damals lebten 27 Asylsuchende in der VG, zum Jahreswechsel waren es 121. Mit der Ankunft der Menschen traten auch viele Ehrenamtliche in der Verbandsgemeinde auf den Plan. „25 Personen sind im Netzwerk Integration aktiv“, erzählt Beigeordnete Gabriele Böhle, die in der VG für Soziales zuständig ist. „Allerdings gibt es auch ganz viele Menschen, die aktiv sind, ohne, dass wir direkt davon erfahren. Sei es in Form von Nachbarschaftshilfe, in den Teams des Netzwerks oder im Freitags-Bistro im Wintergarten-Center von Hans Ladwig.“ Im häuslichen Umfeld der Familien hätten sich ganz tolle Kontakte und viel Hilfsbereitschaft gezeigt. „Dies hat sich gerade bei der etwas dramatischen Geburt eines Kindes bewährt, als Nachbarn und Mitbewohner ganz spontan Hilfe leisteten“, sagt Böhle. Eines der Teams des Netzwerks unter der Federführung von Erika Handrich und Gerlinde Braun organisiert jeden Vormittag Sprachkurse. Diese finden sowohl im protestantischen Gemeindehaus in Dannstadt als auch im Historischen Rathaus in Assenheim statt. Die ersten Früchte konnte man beim zweiten Willkommenscafé im März sehen, als die Sprachschüler motiviert auf Besucher zugingen, ihnen lächelnd die Hand gaben und sich vorstellten. Mit „Mein Name ist“, „Ich komme aus“, Ich wohne jetzt in“, begannen sie ihre Sätze. Die Sprachlehrer wiederum freuen sich über die große Motivation, Freundlichkeit und Dankbarkeit beim Unterricht. Gut angenommen werden auch die regelmäßigen Kreativ- und Sportangebote. So trifft sich eine Gruppe um Melanie Handrich zu Kreativangeboten und zum Spielen im protestantischen Gemeindehaus. Jürgen Ruhnke organisiert sportliche Aktivitäten und hat auch schon einige Männer in Sportvereine vermitteln können. Das Fußballspielen auf dem Kunstrasenplatz hinter der Kurpfalzhalle hat sich dabei schon verselbstständigt. „Die Jugendlichen, deutsche und Asylsuchenden, warten schon aufeinander, begrüßen sich freudig und spielen ganz zwanglos miteinander“, sagt der Initiator freudig. Weiteres wichtiges Element im Netzwerk sind Patenschaften. „Diese persönlichen Kontakte sind vor allem für die Familien ganz wichtig“, berichtet Abteilungsleiter Gerhard Schaa. Einzelne Personen betreuen die Menschen und helfen ganz praktisch bei alltäglichen Dingen. Natürlich gibt es auch noch Wünsche. „Wir sind zur Zeit auf der Suche nach einem weiteren Raum, wenn möglich in Hochdorf-Assenheim, in dem Fahrräder repariert werden können“, erzählt Gabriele Böhle. Eine dieser „Fahrrad-Werkstätten“, in denen gebrauchte Fahrräder in Stand gesetzt werden, gibt es bereits. Die Fahrräder werden dann gegen einen geringen Betrag an die Asylsuchenden verkauft, damit die Männer und Frauen mobiler sind. Aber auch die Asylsuchenden bringen sich aktiv mit ein, so werden sie bei einer von den Kirchengemeinden organisierten Benefizveranstaltung des Chawwerusch-Theaters zu Gunsten des Netzwerks Integration im Zentrum Alte Schule bei Auf- und Abbau der Bestuhlung mit Hand anlegen. „Damit soll auch die Zusammenarbeit der Kirchen und auch der weltlichen Ehrenamtlichen noch stärker vernetzt und Kontakte hergestellt werden“, sagt Pfarrer Michael Hergl, auf dessen Initiative diese Veranstaltung zurückgeht. Nachdem eine erste Benefizveranstaltung des Chawwerusch-Theaters im November beim Publikum auf große Begeisterung gestoßen ist, kommt das etwas außergewöhnliche Theater nun mit dem Hamletspiel „Sein oder nichtS sein“, einer temperamentvollen und temporeichen Komödie mit Gesang und rhythmischen Choreografien, in der zwei Schauspieler in 20 Rollen dem Shakespeare-Stoff ein ganz neues Leben einhauchen. Termin Benefizveranstaltung des Chawwerusch-Theaters „Sein oder nichtS sein“ am Sonntag, 24. April, um 19 Uhr, Zentrum Alte Schule, Hauptstraße 139-141. Eintritt: 15 Euro (ermäßigt 8 Euro). Der Erlös ist für das Netzwerk Integration der Verbandsgemeinde bestimmt. Kartenvorverkauf im katholischen Pfarramt, Kirchenstraße 4, im protestantischen Pfarramt Viehbachweg 4, bei Schreibwaren Geetz, Hauptstraße 46, oder per Kartenreservierung im katholischen Pfarramt, Telefon 06231 5742. (acl)