Ludwigshafen „Große Dummheit gewesen“

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Wegen des Vorwurfs des schweren Raubs und einer Serie von insgesamt neun Überfällen auf Tankstellen in Ludwigshafen und der Vorderpfalz muss sich seit der vergangenen Woche ein 21-Jähriger aus Mutterstadt vor dem Landgericht Frankenthal verantworten. Bei der Verhandlung am Dienstag hat der Angeklagte gestanden, in fünf Fällen den Fluchtwagen gefahren zu haben.

Bei den Überfällen betrat jedes Mal ein dunkel gekleideter, maskierter Mann am Abend den Verkaufsraum der Tankstellen, bedrohte die Angestellten mit einer Schusswaffe und forderte Geld. Im Zeitraum von wenigen Wochen wurden ab dem 12. November 2017 insgesamt acht Tankstellen überfallen: in Dannstadt-Schauernheim, Ludwigshafen, Speyer, Neustadt, Frankenthal, Worms und anderen Orten. Außerdem wurde in Schwetzingen ein Rewe-Markt ausgeraubt. Die Beute betrug insgesamt 12.840 Euro. Zur Bedrohung der Kassen-Mitarbeiter benutzte der Täter jedes Mal eine echt aussehende, jedoch ungeladene Schreckschuss- oder Softairwaffe, wie sich später zeigte. Teilweise war auch ein Messer im Spiel. Ursprünglich mussten sich zwei 21-jährige Mutterstadter wegen der Überfallserie vor Gericht verantworten. Einer der Angeklagten ist mittlerweile vom Landgericht zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden. Er soll derjenige gewesen sein, der maskiert die Tankstellen überfallen hat. Das Verfahren gegen den Fahrer des Fluchtwagens ist wegen eines Gutachtens zum Drogenkonsum und der strafrechtlichen Verantwortlichkeit abgetrennt worden. Der 21-Jährige gestand am Dienstag, dass er in fünf der neun angeklagten Fälle den Fluchtwagen gefahren hat. Über die anderen Fälle konnte er wenig sagen. Er habe mitbekommen, dass sein Kumpel zuvor schon eine Tankstelle überfallen habe. Man habe darüber geredet, mal so was gemeinsam zu machen. Am 12. November 2017 habe er den Mittäter zufällig mit dem Auto getroffen, da habe dieser ihn gefragt, ob er ihn nach Dannstadt zur Tankstelle fahren könne. Der Überfall sei nicht abgesprochen gewesen. Vorher habe er mehrere Joints mit Marihuana geraucht. „Ich habe erst richtig gecheckt, was wir gemacht haben, als er mit der Tasche herausgerannt kam“, sagte er. Danach seien sie in die Pfingstweide gefahren, um Drogen zu kaufen, die Beute wurde geteilt. Ein paar Tage später sei sein Kumpane mit einem blauen Auge gekommen. Er habe ihm erzählt, er werde von einer Gruppe bedroht, die 10.000 Euro von ihm fordere. Deshalb sei es zum zweiten Überfall auf eine Tankstelle in Speyer gekommen. Und dann ging es weiter. Mal wurden nur 500, mal 1000 Euro bei einem Überfall erbeutet. Weil sie mehr Geld erbeuten wollten, hätten sie dann den Rewe-Markt in Schwetzingen überfallen und dabei 1600 Euro erbeutet. Er selbst habe davon nur 200 Euro bekommen. „Mir war nicht bewusst, was ich da mache, es war eine große Dummheit“, antwortet der junge Mann auf eine entsprechende Frage des Vorsitzenden Richters. In einem medizinischen Gutachten hat ein Sachverständiger eine Drogenabhängigkeit des Angeklagten festgestellt. Dieser hat offenbar Alkohol, Marihuana, Amphetamin und Kokain konsumiert. Der Gutachter sprach sich für eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt aus. Deshalb hofft die Verteidigung, eine langjährige Haftstrafe abwenden zu können. Den ansonsten in Frage kommenden Strafrahmen hat die Kammer gestern genannt: sieben bis neun Jahre Haft. Das Verfahren wird fortgesetzt.

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