Ludwigshafen Gräberfelder als Wegweiser

Historisch: Der Michaelsbrunnen mit Achtgötterstein in Dannstadt.
Historisch: Der Michaelsbrunnen mit Achtgötterstein in Dannstadt.

Im Jahre 767 wurde Dannstadt erstmals im „Traditiones Wizenburgenses“, einem Traditionsbuch mit Urkundenabschriften, als „Dendestat“ erwähnt; nur ein Jahr später trat Schauernheim mit seiner Ersterwähnung im Lorscher Codex als „Scurheim“ schriftlich in Erscheinung.

Der Name „Dendestat“ kann als „Ort des Dandi“ gedeutet werden, wohingegen „Scurheim“ soviel bedeutet wie „Heim, bei einer Schutzhütte“. Die Anfänge der Besiedlungen liegen allerdings bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit und damit weit vor diesen Ersterwähnungen, wie zahlreiche archäologische Funde belegen. Ursache für die frühe Besiedlung seit der jüngeren Altsteinzeit ist die günstige Lage der Orte am Hochufer des Rheins, die Schutz vor Wasser genauso gewährleistete wie die natürliche Versorgung mit dem flüssigen Gold. Gräber, Spuren von Hüttenplätzen und Gefäße legen davon Zeugnis ab. So wurde auf der Grenze zwischen Dannstadt und Schauernheim 1978 der sogenannte „Lange Stein“, ein Menhir, gefunden, der wohl aus dem zweiten bis ersten Jahrhundert vor Christus stammt und seit 1982 am südlichen Ortseingang von Schauernheim steht. Ein historischer Beleg für die frühe Besiedlung auf Dannstadter Seite ist etwa ein Gräberfeld mit über 300 Bestattungsstätten, deren älteste der Urnenfeldzeit (1300 bis 800 v. Chr.) zugeordnet werden können. Nahe diesem Gräberfeld befindet sich der Queckbrunnen, eine Quelle, die ungefähr zwischen 600 v. Chr. bis in die Römerzeit genutzt wurde. 1717 führte seine Grenzlage zu einem Brunnenstreit zwischen Schifferstadt und Dannstadt. Als „Kindlesbrunnen“, aus dem die Kinder geholt würden, lebte der Brunnen noch lange im Heimatkundeunterricht der Grundschulen weiter. Bei den Ausgrabungen 1982 wurden hier eine gemauerte, spätmittelalterliche Brunnenanlage, ein antiker Quellbrunnen aus Eichbalken sowie Funde bis zurück in die jüngere und mittlere Steinzeit (6000 bis 800 Jahre v. Chr.) entdeckt. Nach den Ausgrabungen entstand an dieser Stelle ein 400 Quadratmeter großes Naherholungsgebiet, in dem der Kultur- und Heimatkreis alljährlich im August mit dem Schifferstadter Verein für Heimatpflege das „Queckbrunnenfest“ feiert. Es finden sich aber auch zahlreiche Hinweise auf eine römische Besiedlung: Münzen, Lanzenspitzen und nicht zuletzt der Achtgötterstein. Dieser wurde 1825 im Südteil der Kirche St. Michael gefunden. Der würfelförmige Stein zeigt auf den Seitenflächen je zwei Götter und trägt die Inschrift „Zu Ehren des göttlichen Hauses dem Jupiter, dem besten und höchsten“. Eine Nachbildung dieses Steines ist heute Teil des Michaelsbrunnens vor dem Pfarrzentrum St. Michael. Auf die Besiedlung durch die Merowinger (5. Jahrhundert bis 751) deuten nur Gräberfelder hin. So wurden im Bereich der beiden Ortsteile sechs Gräberfelder gefunden. Mit Hilfe der daraus geborgenen Grabbeigaben wie Keramik sowie Ausrüstungs- und Schmuckstücke lassen sich Teile der sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der damals auf der Dannstadter Höhe lebenden Menschen rekonstruieren. Es gibt aber auch Hinweise auf einen merowingerzeitlichen Siedlung in Dannstadt zwischen der Kirche St. Michael und der Hauptstraße. Die Epoche, in der die Merowinger lebten, war geprägt durch Naturalwirtschaft. Warenaustausch fand vor allem im engeren Umkreis statt.

Gewichtiges Werk: Lorscher Codex.
Gewichtiges Werk: Lorscher Codex.
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