Ludwigshafen Googeln und Fragen stellen

Steinruck (rechts) und Raab warben für die Europäische Union.
Steinruck (rechts) und Raab warben für die Europäische Union.

In Vorträgen und einer Diskussionsrunde haben Schüler erfahrenen Europapolitikern am Dienstagabend ihre Sicht auf die aktuelle Lage in Europa aufgezeigt. Mit dabei war auch Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD), die von 2009 bis 2017 Mitglied des Europäischen Parlaments war. Schwerpunkte in der Debatte waren Fragen zur Digitalisierung und zur Transparenz von EU-Institutionen.

Dass Europa mit seinen Institutionen und Gremien nicht für alle leicht zu verstehen ist, haben die Schüler in der Diskussionsrunde zur aktuellen Entwicklung in Europa und den anstehenden Wahlen 2019 deutlich gemacht. „Die Gesetze werden ja für die Bürger beschlossen und nicht gegen sie“, meldete sich ein Schüler zu Wort und wünschte sich, dass deshalb auch jüngere Menschen die Abläufe der EU besser verstehen könnten und es einfacher wäre, an Informationen zu kommen. Die würden nämlich vielen fehlen. Ein Beispiel der Schüler: Sie kennen nicht mal ihren Europaabgeordneten. Besonders für die kommende Europawahl wünschten sie sich deshalb mehr Werbung der EU. Gerhard Degen vom Informationszentrum „Europe direct“ war sehr froh, sich als Moderator der Diskussionsrunde der Herausforderung, jungen Leuten Europa zu erklären, stellen zu können: „Sie sind die Hauptpersonen heute“, ermunterte er die Schüler, sich rege an der Diskussion mit Staatssekretärin Heike Raab (SPD), die Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, Medien und Digitales ist, OB Steinruck, dem Leiter der Bonner Regionalvertretung der Europäischen Kommission, Jochen Pöttgen, und dem Landesvorsitzenden der Europa Union Rheinland-Pfalz, Norbert Herhammer, zu beteiligen. Pöttgen empfahl den Jugendlichen zu googeln, wer der zuständige Abgeordnete sei und dann gezielt Fragen zu stellen. Steinruck ergänzte: „Es ist wichtig, dass Sie Ihre Europaabgeordneten sprechen können.“ In kurzen Vorträgen vor der Diskussionsrunde haben je zwei Schüler des Carl-Bosch-Gymnasiums, des Theodor-Heuss Gymnasiums und des Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasiums Themen und Fragen an das Plenum aufgeworfen. Von der Qualität, der Tiefe und dem Umfang der Fragen zur EU zeigten sich die Politiker begeistert: „Das war richtig professionell“, sagte Degen. Neben dem Klimaschutz, dem Rechtsruck in Europa, dem Brexit und den Verhandlungen um einen Türkei-Beitritt, brannte den Schülern besonders ein Thema unter den Nägeln: Digitalisierung. Zu Uploadfiltern und bei der Datenschutzgrundverordnung sprach sich Heike Raab deshalb für einen Dialog mit denen aus, für die Digitalisierung Alltag sei: „Wir müssen mit jungen Menschen reden, wie wir die Regeln machen.“ Wichtig war den Politikern auch, zur Wahl im Mai des nächsten Jahres aufzurufen: „Bringen Sie Oma und Opa und alle mit – es lohnt sich wirklich“, sagte Raab. Steinruck stellte die Grundwerte der europäischen Länder in den Vordergrund und ihre dadurch entstandene Gemeinschaft. Es sei ihr ein Anliegen, dass diese Gemeinschaft, dass Europa von den Menschen gelebt und geliebt werde. „Unser gemeinsames Ziel ist es, Europa in die Herzen der Menschen zu bringen“, betonte die OB bei der Eröffnung der Veranstaltung. Nils fragt

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