Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Gewichtheben: Bei Bundesligist AC Mutterstadt debütieren ein Spanier und ein Niederländer

Der Niederländer Enzo Kuworge, dessen Vater aus Ghana stammt, feierte sein Debüt.
Der Niederländer Enzo Kuworge, dessen Vater aus Ghana stammt, feierte sein Debüt. Foto: KUNZ

Gewichtheber aus vielen Ländern haben in den vergangenen Jahrzehnten den Weg zum Bundesligisten AC Mutterstadt gefunden. Einen Spanier und einen Niederländer gab es in der Geschichte des zwölffachen deutschen Meisters noch nie. Jetzt feierten Andres Mata und Enzo Kuworge gegen Germania Obrigheim ihre Premiere. Ihre starken Auftritte begeisterten. Die 843,8:885-Heimniederlage konnten sie jedoch nicht abwenden.

Mit Andres Mata Perez haben die AC-Verantwortlichen einen Hochkaräter an Land gezogen. Der 27-jährige Iberer ist EM-Dritter und WM-Fünfter in der 77-Kilo-Klasse. Schon mindestens zwei Jahre buhlt Trainer Dennis Eichner um die Gunst des zu den besten spanischen Hebern zählenden Athleten. „Wir sind froh und glücklich, ihn jetzt in unserem Kader zu haben. Unter den Spaniern war er von Anfang an mein Favorit. Die Art und Weise, wie er mit einer hervorragenden Technik hebt, beeindruckt mich“, schwärmt Eichner.

Matas Bestleistungen können sich lassen: 162 kg im Reißen und 195 kg im Stoßen. Mit 340 Kilogramm im Zweikampf feierte der Spezialist im Reißen gegen Obrigheim ein vielversprechendes Debüt. Etwas gewurmt haben dürfte ihn, dass sein internationaler Konkurrent, Nico Müller, am Samstag zwei Kilo mehr auflegen ließ.

Sein Kommen nach Mutterstadt hat er nicht bereut. Der neue ACM-Heber stammt aus Teneriffa, wohnt und trainiert in Madrid. Von der Stimmung in der ausverkauften Halle war er angetan. „Ich bin froh, den Schritt in die Bundesliga und nach Mutterstadt gemacht zu haben. Solch eine Atmosphäre gibt es in Spanien nicht“, erklärt Andres Mata.

Enzo Kuworge kam unverhofft zu seinem Einsatz

Sein Auftritt am Samstagabend passte dem Nationalheber terminlich gut in den Trainingsplan. Sein großes Ziel sind die Olympischen Spiele in Tokio. Zuvor findet im März die EM in Moskau statt. Wie oft er für den ACM in der Bundesliga an die Hantel geht, muss man abwarten. Da spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Davon können andere Bundesligisten auch ein Lied singen.

Aufgrund verschiedener Ausfälle kam der erst 18 Jahre alte Enzo Kuworge unverhofft zu seinem ersten Bundesligaeinsatz. Der Niederländer, dessen Vater aus Ghana stammt, war ursprünglich als ausländische Verstärkung für die Reserve in der Zweiten Bundesliga vorgesehen. Gegen Obrigheim musste der mehrfache Medaillengewinner bei Jugend-Europameisterschaften an das Eisen. Der in Nijmegen lebende Superschwergewichtler ließ gleich einmal 210 Kilogramm im Stoßen auflegen. Die Halle kochte. Diese Last hatte seit Ronny Weller kein Mutterstadter mehr zur Hochstrecke gebracht.

Mutterstadt sieht Potenzial bei dem 18-Jährigen

Der Vize-Europameister, der über 140 Kilogramm Körpergewicht auf die Waage bringt, hat sogar schon einmal 220 Kilogramm gestoßen. Zehn Jahre stemmt Enzo jetzt schon Gewichte. Bis zu seinem zwölften Lebensjahr stand auch Eishockey hoch im Kurs. „Beim Gewichtheben kann ich mehr erreichen. Bisher geben mir die Erfolge Recht. Ich will noch zu Olympia“, verrät Kuworge. Für die Verantwortlichen des ACM hat seine Verpflichtung noch eine besondere Bedeutung: „Wir sehen das große Potenzial, das in dem jungen Mann steckt. Außerdem haben wir mal wieder einen richtigen Superschweren in unseren Reihen. Wenn es eng am Ende wird, entscheiden oft die schweren Jungs den Wettkampf“, sagt der Sportliche Leiter Stefan Mohr.

Enzo freut sich auf seinen nächsten Auftritt mit dem AC Mutterstadt. Dann nimmt er zusammen mit seinem Vater gerne die vierstündige Autofahrt aus den Niederlanden in Kauf.

x