Rätselauflösung „Do isses“ Gesucht: Unterführung im Hauptbahnhof
Zu sehen ist auf der grauen Wand das gelb-rote Ankerwappen der Stadt. Flankiert ist es auf beiden Seiten von Schriftzügen zweier Partnerstädte: Einmal das östlich von London-City gelegene Havering. Mit dem 236.000 Einwohner zählenden Stadtbezirk ist Ludwigshafen seit 1971 partnerschaftlich verbunden. Auf der linken Seite ist ein Schriftzug von Gaziantep mitsamt der Skyline der südanatolischen Metropole mit ihren rund 1,3 Millionen Einwohnern abgebildet. Im April 2009 wurde ein Freundschaftsvertrag besiegelt. Seit Mai 2012 ist die sechstgrößte Stadt der Türkei offizielle Partnerstadt von Ludwigshafen.
„Knallbunte Galerie“
„Trister Hauptbahnhof mausert sich zur knallbunten Graffiti-Galerie“ – so titelte die RHEINPFALZ-Lokalausgabe im Oktober 2020 über das, was dort mehr als 20 Künstler aus sieben Ländern gestaltet haben. Das Ludwigshafener Wappen am Abgang zum Tunnel zu den Gleisen 5 und 6 ist da nur ein eher unscheinbares Detail. Die Wände haben die Sprayer auf Einladung der Deutschen Bahn und der Stadt Ludwigshafen erobert, um dort einen Kontrapunkt zum dominierenden Betongrau zu setzen und die Monotonie zu durchbrechen. Das ist den Kreativen mit ihren fantasievollen Motiven und kräftigen Farben auf alle Fälle gelungen. Die Resonanz von Passanten war entsprechend positiv.
Dahingehend äußerte sich auch Christine Neumann in ihrer Zuschrift zum Bilderrätsel: „Das finde ich mal wirklich gelungen, die triste Örtlichkeit wird zu einer bunten Galerie. Hier frage ich mich nicht, ist das Kunst oder kann das weg.“
Unser Kulturressort hatte die einzelnen Künstler und ihre Motive in der Serie „Street-Art am Bahnhof“ vorgestellt. Das Kollektiv Buntic-Media war damit beauftragt worden, das Areal mit sogenannten Murals (kreative Wandmalerei) zu gestalten.
2000 Arbeitsstunden
In rund 2000 Arbeitsstunden verwandelten die Künstler unter dem Motto „Meeting of Styles“ zahlreiche eintönige Flächen mit der Kraft der Farben in eine lebendige Galerie, umschreibt dies Buntic-Media. Zum Einsatz kamen rund 400 Liter Wandfarbe und 1000 Farbsprühdosen. Die Künstler, die das umsetzten, stammen aus Venezuela, Italien, Spanien, Frankreich, Polen, Russland und natürlich aus Deutschland (Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt, Bielefeld, Ludwigshafen und Mannheim).
Buntic-Media entstand 1997 aus einem Kollektiv freischaffender Graffiti-Künstler. Neben der Deutschen Bahn zählen auch andere Unternehmen wie die Adam Opel AG, aber auch die Hessische Staatskanzlei zu den Kunden. Die Gestaltung von Fassaden, Flächen, Objekten und Messeständen ist nur eine Sparte des Portfolios der in Wiesbaden ansässigen Firma.
Manuel Gerullis, künstlerischer Leiter bei Buntic-Media, hatte sich beispielsweise Ludwigshafen als Thema ausgewählt. Sein zentrales Motiv: die Pylonbrücke über dem Hauptbahnhof. Er hatte auch einige Mannheimer Motive integriert und meinte im RHEINPFALZ-Gespräch augenzwinkernd. „Ich hoffe, dass das Verhältnis zwischen Ludwigshafen und Mannheim besser ist als das zwischen Mainz und Wiesbaden.“
Welcher Künstler für das Graffiti mit dem Ludwigshafen-Wappen verantwortlich ist, war übrigens nicht herauszufinden.
Die beiden Gewinner
Aus den richtigen Einsendungen haben wir zwei Gewinner ausgelost, die von uns verständigt werden: Über je zwei RHEINPFALZ-Tassen freuen dürfen sich Claudia Agius aus Schifferstadt und Florian Christian Hellenschmidt aus Ludwigshafen. Das nächste „Wo isses?“ gibt’s im Februar.