Do isses
Gesucht: „Ludwina“ vom Ludwigsplatz
„Die Figur der ,Ludwina’ sitzt auf einem Sockel mit Blütenblättern am Rand eines flachen Brunnenbeckens von acht Metern Durchmesser“, schreibt etwa Frank Ritzhaupt aus Ludwigshafen. Und ergänzt: „Der Brunnen wurde gestiftet von der Stadtsparkasse, die 1988 ihr 100-jähriges Bestehen feierte.“ Ganz genau.
Als Standort für den Brunnen wählte das Institut den speziell im Sommer lauschigen, weil schattenspendenden Platz vor seiner Zentrale aus und beauftragte den aus Roßbach in der Pfalz (ein Stadtteil von Wolfstein im Landkreis Kusel) stammenden Münchner Bildhauer und Kunstprofessor Erich Koch mit der Fertigung der Brunnenfigur.
Mit Bundesverdienstkreuz gewürdigt
Koch lebte in Schwabing und war von 1975 bis 1990 Professor für Bildhauerei an der Münchner Kunstakademie. Er starb am 1. Januar 2014 wenige Monate vor seinem 90. Geburtstag. Der Bildhauer und „Lehrer für Erzguss“ hat mehrere Kunstpreise erhalten, darunter 1962 den Pfalzpreis für Plastik. 1984 wurde ihm in Anerkennung seines künstlerischen Werks das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
„Symbol für den Frühling“
„Vorbild für die drei Meter hohe Bronzefigur ,Ludwina’ ist eine kleine Skulptur, die Koch schon vorher in einem Zyklus über die vier Jahreszeiten als Symbol für den Frühling gestaltete“, berichtet Frank Ritzhaupt weiter. Bis zur Fertigstellung der Anlage seien aber noch mehrere Jahre verstrichen. Auch das ist korrekt. Der Brunnen wurde nämlich erst nach dem Umbau des Ludwigsplatzes zum Rheinland-Pfalz-Tag im Jahr 1992 fertig. Wie Ritzhaupt völlig richtig erklärt, soll der Name der ihre Arme in den Himmel streckenden „Ludwina“ auf den Namen der Stadt Ludwigshafen anspielen. Ritzhaupt: „Der Brunnen selbst soll einen Bezug zu der Stadt am Wasser herstellen.“ Das Rheinufer liegt quasi um die Ecke nur ein paar Schritte entfernt.
Leser Georg Groos aus Dannstadt-Schauernheim schreibt zu „Ludwina“: „Das Werk erinnert vom Thema her ein wenig an die Allegorien von Botticelli, die Geburt der Venus beziehungsweise des Frühlings.“
Hemshof-Friedel bis Regenmännlein
Der zentrale Ludwigsplatz ist mit einem umfangreichen Skulpturenensemble ausgestattet – von der Hemshof-Friedel bis zum Regenmännlein. Die alten Platanen, die bereits auf Fotos am Ende des 19. Jahrhunderts zu sehen sind, als auf dem Platz noch Markt abgehalten wurde und in unmittelbarer Nähe der ehemalige Ludwigshafener Kopfbahnhof war, sind charakteristisch für den Platz. Sie sind bereits auf einer Skizze aus der Zeit um 1880 eingezeichnet, nachdem der „Verschönerungsverein“ ein Jahr zuvor 120 Bäume anpflanzen ließ.
„Pfälzer Lebensfreude“
Bis auf das ehemalige Café Laul im Stil der 1950er-Jahre (am nördlichen Ende, heute das Restaurant Casa di Laul) ist der Platz unbebaut. Um ihn herum befinden sich Bankgebäude, ein Hotel, das Rhein-Center sowie der Sitz der 80.000 Betriebe betreuenden Industrie- und Handelskammer (IHK) der Pfalz. Außerdem verläuft durch den Ludwigsplatz eine Straßenbahnlinie, deren Gleise in einer Rasenfläche verlegt sind. Der Ludwigsplatz soll mit einem neuen Bepflanzungskonzept künftig attraktiver gestaltet werden. Am Mittwochabend wurde darüber im Ortsbeirat Süd diskutiert.
Ein weiterer Hingucker ist ein zweiter Brunnen auf dem Ludwigsplatz mit seinen vier beweglichen Bronzefiguren: die „Pfälzer Lebensfreude“ des Künstlers Bonifatius Stirnberg aus dem Jahr 1991.
Die beiden Gewinner
Aus den richtigen Einsendungen haben wir zwei Gewinner ausgelost, die von uns verständigt werden: Über je zwei RHEINPFALZ-Tassen freuen dürfen sich Jürgen Blank und Annette Barchet, beide aus Ludwigshafen. Das nächste „Wo isses?“ gibt’s im April.