Ludwigshafen Geschmackvoll morden
«Fussgönheim.» Bei einer kulinarischen Lesung der Fußgönheimer Landfrauen sind nicht nur mörderisch gute Tapas zubereitet, sondern auch kurzweilige Krimis rund ums Essen aufgetischt worden.
„Der kriminelle Küchenratgeber für die genervte Hausfrau“ lautet der Untertitel von Gina Greifensteins Buch „Tödliche Tapas“. Es ist ein Buch, in dem mal ausnahmsweise nicht die Liebe, sondern Mord und Totschlag durch den Magen geht. Drei der Kurzgeschichten rund um den geschmackvollen Mord hat Siegrun Reifenstein im Museumsstübchen vorgetragen. Neben einem heimtückischen Gift- und eiskalten Rentnermord gab es für die 32 Zuhörer auch kulinarisch einiges aufzudecken. Ein zum Sterben witziger Abend, bei dem auch einige Männer mit dabei waren – auf eigene Gefahr natürlich. „Kann Gift eigentlich schlecht werden?“, fragt sich die Erzählerin aus der ersten Kurzgeschichte, die Reifenstein vorliest. Eine berechtigte Frage, wenn das besagte Rattengift schon jahrzehntelang im Gartenschuppen versauert. Und neben der Haltbarkeit besteht auch die Frage, wie man wohl am besten eine ungewollte Konkurrentin vergiftet. Die Antwort findet sich in der kriminellen Kurzgeschichte ganz schnell – natürlich mit originellen Tapas. „Da sind Salmonellen wohl das geringste Problem“, heißt es in der Geschichte und Gelächter erfüllt das Museumsstübchen in Fußgönheim. Ob nun Fleischbällchen mit Feigensenf, außergewöhnlicher Bratwurstsalat oder eine teuflisch leckere Erdbeer-Tarte: Alle drei Kurzkrimis drehen sich nicht nur um kaltblütigen Mord, sondern auch um hausgemachtes Essen. Passenderweise hatten die Landfrauen für alle Gäste ein buntes Buffet aus traditionellen spanischen Tapas wie „Tortilla de Patatas“ oder „Pimientos de padron“ zubereitet. Zwischen den einzelnen Geschichten konnten sich die Zuhörer bedienen. „Essen ist schließlich die Erotik des Alters“, meinte Reifenstein. Doch nicht nur ältere Zuhörer und Genießer waren an diesem Abend dabei, auch ein paar jüngere Damen hatten an den Tischen Platz genommen, ebenso wie einige Männer. Die wurden dann auch extra von Brigitte Kraft, der Teamsprecherin der Landfrauen, begrüßt. „Ihr seid alle auf eigene Gefahr hier – wir können ja nicht versprechen, dass wir nicht doch etwas ins Essen gemischt haben“, meinte sie augenzwinkernd. Tatsächlich waren alle Gerichte nicht nur giftfrei, sondern auch teuflisch gut. Genau wie die Stimmung. Bei leckerem Essen und gutem Rotwein ist das aber kein Wunder. „Die kulinarischen Lesungen sind mittlerweile fester Bestandteil unserer Veranstaltungen“, erklärte Kraft. Die Idee locke schon seit Jahren kulinarisch und literarisch Interessierte an.