Ludwigshafen Gemeinsam spielend die Jury überzeugt

Erfolgreiches Duo: Sophia Herrmann und Felix Knäble.
Erfolgreiches Duo: Sophia Herrmann und Felix Knäble.

«Otterstadt/Waldsee.» Die neunjährige Querflötenspielerin Sophia Herrmann aus Otterstadt und der 16-jährige Felix Knäble aus Waldsee am Klavier sind gemeinsam beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ angetreten. Mit Erfolg: Beide haben für ihr Spielen erste Preise bekommen.

„Ich bin nicht so nervös. Ein bisschen aufgeregt war ich schon, aber als ich da stand, hab’ ich alles ausgeblendet und einfach gespielt.“ Wenn man Sophia Herrmann von ihrem Auftritt bei „Jugend musiziert“ erzählen hört, glaubt man kaum, dass das Nachwuchstalent gerade mal neun Jahre alt ist. Wenn man sie spielen hört, auch nicht. In der Kategorie Querflöte Solo hat ihr die Jury einen ersten Preis zugesprochen. Am Klavier wurde sie, nicht wie bei diesen Wettbewerben eigentlich üblich, von ihrer Musiklehrerin, sondern vom 16-jährigen Felix Knäble begleitet. Auch ihn bringt so leicht nichts aus der Ruhe, eine Prüfungssituation schon gar nicht. Zusammen verstehen sie sich ohne viele Worte. Ein Blick, und es funktioniert. Sophia hat erst vor zwei Jahren mit dem Querflötenspiel begonnen. In der Grundschule Otterstadt bietet der Musikverein Otterstadt eine Bläserklasse an. Die Schüler dürfen mehrere Instrumente ausprobieren. Sophia hat sich sofort für die Querflöte entschieden. „Das ist mein Instrument“, sagt sie. Sophia kommt aus einer musikalischen Familie: Mutter Andrea spielt ebenfalls Querflöte und leitet einen Kinderchor in Heiligenstein, Vater Daniel spielt Trompete und ist Vorsitzender des Musikvereins Otterstadt, Bruder Jakob (6) lernt Schlagzeug. Sophia möchte nun auch noch Klavierunterricht nehmen und haut zu Hause schon gerne mal vor dem Frühstück in die Tasten. Natürlich hört sie auch gerne Musik, querbeet so ziemlich alles, wie sie erzählt. Als ihre Querflötenlehrerin Heike Schneider den Wettbewerb vorgeschlagen hatte, hat Sophia nicht lange überlegt und zugesagt. „Heike hat uns gesagt, es werde Durststrecken geben, und so war es dann auch“, erzählt Andrea Herrmann. Neun Monate disziplinierte Vorbereitung ist eine harte Zeit, aber Sophia hat regelmäßig geübt, die letzten Wochen bis zu eineinhalb Stunden am Tag, davor drei bis vier Mal die Woche eine halbe Stunde. Die Jury aus Profimusikern sei schon sehr streng gewesen, erzählt Andrea Herrmann. Bei der Bewertung gehe es nicht darum, fehlerfrei zu spielen, sondern auch um das Gefühl für die Melodie und wie der Ton gehalten werde. Es hat geklappt: Sophia ist als Solistin mit 23 von 25 möglichen Punkten und damit einem ersten Preis bewertet worden. Wäre sie älter, würde sie damit beim Landeswettbewerb antreten. Doch in ihrer Altersklasse ist nach dem Regionalwettbewerb Schluss. Ob sie in zwei Jahren, wenn es wieder einen Solo-Wettbewerb für Querflöte gibt, erneut mitmacht, weiß sie noch nicht „Aber wenn die Heike es mir anbietet, sage ich schon ja.“ Für Felix Knäble war es auch die erste Teilnahme. Er spielt seit gut sieben Jahren Klavier. „Könnte man ja mal machen“, war seine Reaktion, als er gefragt wurde, ob er dieses Instrument lernen möchte. Es hat ihm von Anfang an viel Spaß gemacht. Er spielt, wenn es zeitlich irgendwie geht, jeden Tag, obwohl er nun in der Oberstufe am Gymnasium am Kaiserdom in Speyer oft den ganzen Tag aus dem Haus ist. Am liebsten spielt er Klassik. Seit drei Jahren nimmt er Unterricht bei Heike Schneider in Otterstadt. Als sie ihm vorschlug, Sophia beim Wettbewerb zu begleiten, hat er sich darauf eingelassen. „Wenn Lehrer ihre Schüler begleiten, hängen die sich an die Schüler dran. Bei Felix und Sophia war das anders, sie haben ganz anders kommuniziert und gemeinsam gespielt“, erzählt Sophias Mama Andrea. Irgendwie klar, dass Felix mit 21 Punkten ebenfalls einen ersten Preis bekommen hat.

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