Ludwigshafen Gelungener zweiter Anlauf

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Oppau. In der sogenannten Hexennacht hat es doch noch geklappt: Kättl Feierdaach alias Jutta Hinterberger ist im Oppauer Bürgerhaus zu Gast gewesen. Mit ihrem Soloprogramm „Äfach Schää“ sorgte sie für beste Stimmung. Vor einigen Wochen musste sie wegen Krankheit kurzfristig absagen. Diesmal konnte der Vorsitzende der veranstaltenden Arbeitsgemeinschaft der Oppauer Vereine, Hubert Eisenhauer, froh verkünden: „Heit iss se do.“

Kättl Feierdaach entführte das Oppauer Publikum in die skurrile Welt ihres Alltags. Da gab es allerhand zu berichten – vom täglichen Kleinkrieg mit dem Angetrauten und den Erlebnissen mit ihrer einstigen Freundin Hannelore zum Beispiel. Zunächst stellte sie aber in ihrer unkonventionellen Art den Schulterschluss mit dem Publikum her. Da waren besonders die Herren in der ersten Reihe gefragt, die Kättl Feierdaach ganz unverblümt anging. Dabei hatte sie den richtigen Riecher für die Prominenz: Zielsicher wählte sie den örtlichen SPD-Vorsitzenden Frank Meier und Peter Uebel, CDU-Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl, als Opfer. Da sie an einer „Treppen-Malaria“ leide brauche sie deren Hilfe, um auf die Bühne zu gelangen, verkündete sie. „Es änzische Sportlische an mir is de Eisprung“, warnte sie die beiden. Doch mit Hilfe eines von ihr erklommenen Stuhls und den eifrig zupackenden, frischgebackenen Assistenten gelangte sie sicher auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Nun arbeitete sich die Mundart-Komödiantin mit ihrem deftigen Humor am Kampf gegen die Pfunde, der Schönheitspflege und dem ignoranten Verhalten ihres Gatten ab. Er gehe einfach nicht mit ihr weg, klagte sie. Sein Ratschlag zur täglichen Schönheitspflege: In ihrem Alter solle sie die Schönheit vom Innern her pflegen. „Isch hab’s probiert“, lautete Kättls ernüchtertes Resümee, „awer die Cremes schmecken fürschterlisch.“ So kalauerte sie munter weiter. Beliebte Themen waren der Hochzeitstag, ihr erotisches Verlangen und das liebestötende Verhalten des Gatten. Der Spanienurlaub mit ihrer Freundin Hannelore, ein Wellnessurlaub mit Rosenblätterduftölcremepflegebad, und auch die ernüchternden Erfahrungen mit dem Versandhandel folgten auf dem Fuß. Köstlich war vor allem der Exkurs zum Einkaufsbummel mit einer katastrophal verlaufenen Hosenanprobe. „In den Lade gehe mer nimmi“, verriet sie und fügte dann ganz kleinlaut an, dass sie dort wohl auch nicht mehr erwünscht sei. Höhepunkt des Abends war die singende Kättl mit ihren „Background-Schlampen“ und dem Howard-Carpendale-Hit „Hello Again“. Hierzu wurden Frank Meier, Peter Uebel und drei weitere Herren aus dem Publikum auf die Bühne bemüht und durften besagte „Background-Schlampen“ geben. Mit der Zugabe „Que Sera“ legte Kättl noch mal nach und animierte die Zuhörer, beim Refrain aus voller Brust mitzusingen. Kättl Feierdaach alias Jutta Hinterberger kommt aus Speyer und hat sich bei der Pälzer Fasnacht einen Namen gemacht. Mittlerweile ist sie mit einem Soloprogramm unterwegs. In Oppau kam das gut an. Begeistert war unter anderem Monika Baader. „Ich hab sie schon bei den Mondglotzern gesehen“, sagte die Oppauerin und lobte die Aufführung im Bürgerhaus: „Es war einfach super.“ Nach der Vorstellung gab Kättl im Foyer emsig Autogramme und stand für Selfies mit ihren Fans zur Verfügung. Ingo Hentel, Vorsitzender des Jungen Chors Take Four, der die Bewirtung übernommen hatte, freute sich. „Wir sind total zufrieden“, bemerkte er. Schön sei, dass die Leute nach der ausgefallenen Veranstaltung vor einigen Wochen geblieben seien und dem Angebot des Vereins kräftig zugesprochen hätten. Und natürlich, dass sie nun alle wieder gekommen seien.

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