Ludwigshafen Gehext wird nur im Notfall

Natur und Tiere spielen in Jule Andres’ Leben eine wichtige Rolle, darum möchte sie auch mal Tierärztin und Jägerin werden.
Natur und Tiere spielen in Jule Andres’ Leben eine wichtige Rolle, darum möchte sie auch mal Tierärztin und Jägerin werden.

«Dannstadt-Schauernheim/ Hochdorf-Assenheim.»Die Pferdehof- und Hexen-Abenteuer von Bibi und Tina haben es der siebenjährigen Jule Andres besonders angetan. Die angehende Zweitklässlerin der Grundschule Hochdorf-Assenheim ist das erste Mal bei der Lesesommer-Aktion der Bücherei Dannstadt dabei und empfiehlt den Band „Rehkitz in Not!“, mit dem sie sogar eine persönliche Erfahrung verbindet.

Dass Jule ausgerechnet zu diesem Band im Lesesommer-Regal gegriffen hat, ist kein Zufall. „Mein Opa ist Jäger und ich wollte etwas über Rehkitze herausfinden“, verrät sie. Diese Tiere habe sie schon im Tierpark gesehen. Die Frage, ob sie denn schon einmal eines gestreichelt hätte, verneint sie vehement. Jule hat natürlich von ihrem Opa bei den Streifzügen mit ihm durch die Natur gelernt: „Ein Rehkitz sollte man nicht anfassen, weil die Mutter es dann nicht mehr annimmt.“ Und genau diesen Fehler begehen die beiden Buchheldinnen, als sie bei einem Ausritt auf ein verletztes Kitz stoßen. Doch hätten sie es zurücklassen sollen? Wohl kaum. Und Bibis magische Fähigkeiten sorgen auch dieses Mal für eine passende Lösung: Der Menschenduft wird kurzerhand weggehext. Und wie steht Jule dazu? Denn eigentlich hat Bibi, die aus der Stadt kommt und ihre Freundin auf dem Martinshof besucht, dort Hexverbot erteilt bekommen. „Ich finde es nicht gut, dass sie dort nicht hexen darf. Eigentlich hält sie sich ja auch dran und hext nur im Notfall“, meint Jule. Und das sei eben nun mal einer. In schwierige Situationen kommt Bibi öfters, wie die aufgeweckte Lese-Anfängerin von den anderen Leseabenteuern mit der kleinen Hexe weiß, und erzählt von den vielen Hex-Unfällen: „Man weiß nie, was passiert und ob sich Bibi verhext.“ Genau das liebt Jule so an der Buchreihe, das sei spannend und lustig zugleich. Die Abenteuer von Bibi und Tina gibt es inzwischen für verschiedene Altersgruppen und Leseanforderungen. Der Band „Rehkitz in Not!“ ist Teil einer Sonderreihe, die sich speziell an Leseanfänger und deren Bedürfnisse richtet. Mit einem Quiz am Ende des Buchs werden Namen oder Begriffe aus der Geschichte abgefragt. Damit kann überprüft werden, inwieweit das Gelesene verstanden wurde. Keine schlechte Idee. Auch Jule hat sich den Fragen gestellt und „alle richtig beantwortet“, erzählt sie stolz. Was sie an den Bibi-und-Tina- Büchern schätzt? „Man lernt etwas über Pferde“, sagt die Schülerin, die auch schon selbst geritten ist. Überhaupt spielen Natur und Tiere in ihrem Leben eine große Rolle. So hat sie schon bei einer Feldsäuberungsaktion in Rödersheim-Gronau mitgemacht. Und auch ihr Berufswunsch lässt sich buchstäblich von den Buchdeckeln ablesen. „Ich werde Tierärztin und Jägerin“, sagt Jule. Bis dahin gehen aber noch einige Lesesommer ins Land. Sie werde dabei bleiben. Zehn Minuten pro Tag versuche sie zu lesen. Und auch heute wird Jule wieder Ponyhof-Geschichten mit nach Hause nehmen. Diese sind zwar spannend, aber nicht der einzige Grund, warum sie am Lesesommer teilnimmt. Es sind auch die tollen Preise, angefangen von Eintrittskarten für den Europapark bis hin zu einem Tablet, die die kleine Leseratte motivieren. Lesezeichen: „Bibi und Tina – Rehkitz in Not!“, mit Hufeisen-Quiz, Klett-Verlag, 2015, 32 Seiten, Preis: 7,99 Euro, Altersempfehlung: Leseanfänger, 1. Klasse, ab 6 Jahren.

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