Ludwigshafen Fussball : Anfällige Arminia blamiert sich böse

DILLINGEN. Nein, nein, nein: Spaß an dem frühlingshaften Samstagnachmittag hatte Thomas Fichtner nicht: Mächtig sauer über die 2:3-Pleite seiner Kicker beim FV Diefflen, trug der Coach des Oberligisten FC Arminia trotz des schönen Wetters eine düstere Miene zur Schau. „Jetzt könnte der reine Klassenkampf kommen“, orakelte er. Dabei hätte es nur eines Querpasses bedurft, um auch für die Rheingönheimer die Sonne scheinen zu lassen.
Auch Stürmer Tim Amberger war angefressen über jene Szene in Minute 84: Sebastian Luber hatte sich so prima durchgesetzt, war auf Diefflens diesmal gut aufgelegten Torwart-Hallodri Enver Marina zugesteuert. Luber hatte zwei Alternativen: Klug und überlegt einschieben oder eben passen auf den freistehenden Teamkollegen. „Da kannst du schreien, nutzt nix“, fauchte Amberger. Marina war lachender Dritter – und durfte am Ende jubeln über einen kaum mehr für möglich gehaltenen Sieg der abstiegsgefährdeten Saarländer. Die hatten am Samstag aus ihren eher bescheidenen Mitteln das beste gemacht. „Glücklich der Sieg, aber die drei Punkte sind so wichtig“, gluckste ein freudestrahlender, zuvor 90 Minuten als Antreiber, Ideengeber und Kampfschwein alle anderen in den Schatten stellender FVD-Teamchef. Die Arminia-Auswahl hat in Halbzeit eins wenig bis nichts Produktives gezeigt, nach dem Wechsel aber auch mal Klasse aufblitzen lassen. Aber es war zu wenig, auch weil die Defensive diesmal nicht sattelfest agierte. Der abgefälschte Weitschuss zum 1:1 – „kann passieren“, meinte Pietro Berrafato. Dass er sieben Minuten später beim 1:2 schlecht aussah, wusste der Kapitän selbst. „Bin getunnelt worden, das passiert mir nicht oft“, rätselte er. Auch Christoph Böcher stand bei der FV-Führung Pate. „Ausgerechnet die beiden Erfahrensten“, ärgerte sich Fichtner über die Szene in der 74. Minute. Doch es hätte reichen können, ja müssen. Reichlich Schwung gebracht hatte Christoph Sauter, der in seinem 35-Minuten-Einsatz weit mehr Effektives brachte als andere über die Voll-Distanz. Zum Zungeschnalzen der Spielzug, bei dem Sauter doppelt gefordert war und den er elf Minuten vor dem Ende zum 2:2 abschloss. Es war noch Zeit, die Gastgeber schienen stehend k.o.. Neben der Groß-Chance Lubers verballerte Danny Torrieri eine zweite. Doch dann schlug es im Arminia-Gehäuse ein. Ecke, Kopfstoß – Lukas Latz stürzte Team und mehr als 400 Zuschauer auf dem Dieffler „Bablesberg“ in einen Freudentaumel. Mit Blick auf das hochkarätig besetzte Lazarett sah Fichtner wenig Erbauliches für die restlichen Aufgaben. Wie übrigens auch Amberger: „Wir brauchen noch acht Punkte … “ (cha)